Online bewerben: 6 Schritte zum Erfolg

Die gute alte Bewerbungsmappe hat in den allermeisten Betrieben ausgedient. Heute bewerben sich Arbeitnehmer per Mausklick – entweder mit einer E-Mail inklusive Anhängen oder über ein Webseiten-Formular, das viele Firmen für potenzielle neue Mitarbeiter online bereitstellen. Doch um Personalchefs so richtig zu überzeugen, muss eine Online-Bewerbung stimmig, vollständig und vor allem fehlerfrei sein. Dafür gilt es, zunächst einige grundlegende Fragen zu klären.

Wie ist eine Online-Bewerbung aufgebaut? Welche Unterlagen muss ein digitales Bewerbungsschreiben enthalten? Und welche Inhalte gehören in das Anschreiben? Wer eine Bewerbung digital erstellt und über das World Wide Web versendet, sollte einige wichtige Faktoren berücksichtigen. Schließlich wollen Sie ja nicht, dass Ihre Online-Bewerbung im E-Mail-Account des Empfängers untergeht oder im schlimmsten Fall im Spam-Ordner landet. Deshalb ist allein schon die Betreffzeile von ausschlaggebender Bedeutung.

Was gehört in die Betreffzeile einer E-Mail-Bewerbung?

So viel ist sicher: Mit dem Wort „Bewerbung“ im Betreff ist es lange nicht getan. Schließlich ist diese Information für Mitarbeiter im Personalwesen – auf Englisch „Human Resources“ – lückenhaft: Wer bewirbt sich da? Und auf welche Stelle?

Aus diesem Grund sollten im Betreff einer E-Mail-Bewerbung folgende Informationen enthalten sein:

  • die ausgeschriebene Position
  • Ihr Vor- und Nachname
  • das Wort „Bewerbung“

Im besten Fall lautet die Betreffzeile eines Stellengesuchs per E-Mail also: „Bewerbung von Martin Mustermax als Abteilungsleiter Marketing bei Unternehmen XY“.

Generell sollten Sie zu allgemeine Betreffzeilen vermeiden und bereits hier konkret auf die Stellenausschreibung eingehen. Sonderzeichen, Emojis und übertriebene Marketingbegriffe haben im Betreff hingegen nichts zu suchen: Damit aktivieren Sie höchstens den Spamfilter des Mail-Programms Ihres Empfängers.

Der erste Eindruck zählt: das perfekte Bewerbungsanschreiben

Nach der Betreffzeile wird es Zeit, konkreter zu werden und Personaler von den eigenen Qualitäten zu überzeugen. Das erreichen Sie mit einem individuellen Anschreiben. Verzichten Sie auf abgedroschene Bewerbungsfloskeln – zeigen Sie vielmehr, dass Sie als „Homo Digitalis“ die Online-Bewerbung perfekt beherrschen.

Arbeiten Sie mit kurzen Formulierungen und vermeiden Sie Schachtelsätze, saloppe oder hochgestochene Ausdrucksformen – und vor allem Rechtschreibfehler. Meistens ist schon die Rechtschreibprüfung eines Textverarbeitungsprogramms ein sehr guter Schutz vor Flüchtigkeitsfehlern und grammatikalischen Abenteuern. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie einen Freund oder ein Familienmitglied noch einmal über Ihre Bewerbung schauen: Vier Augen sehen mehr als zwei!

Bei der Anrede können Sie übrigens traditionell bleiben: Vermeiden Sie „Du“-Ansprachen und schreiben Sie Ihren Adressaten in der „Sie“-Form und mit Namen an – falls Ihnen dieser bekannt sein sollte.

Online-Bewerbung: Welche Unterlagen gehören hinein?

Neben einem fehlerfreien, kreativen und stilsicheren Anschreiben enthält eine Online-Bewerbung natürlich noch Nachweise über Ihre beruflichen Erfahrungen und Fähigkeiten. Wie in einem klassischen Stellengesuch finden sich in der digitalen Bewerbungsmappe folgende Dokumente:

  • Lebenslauf (tabellarisch)
  • Arbeitszeugnisse
  • Fortbildungsnachweise
  • Zeugnisse und Diplome
  • Referenzschreiben etc.

Die Anlagen sollten aussagekräftig, aber dennoch kompakt sein. Schließlich wollen Sie Ihrem zukünftigen Arbeitgeber nicht zumuten, mehrere Dutzend Seiten zu studieren. Riesige Attachments haben zudem einen weiteren gravierenden Nachteil: Eine zu große E-Mail kann unter Umständen nicht ordnungsgemäß zugestellt werden und wird dann nie gelesen. Als maximale Größe hat sich das Limit von drei Megabyte pro E-Mail bewährt – damit haben die allermeisten Server keine Probleme.

Professionelle Scans zeugen von digitalem Know-how

Um die Anlagen Ihrer virtuellen Bewerbungsmappe möglichst schlank zu halten, sollten Sie Ihre Unterlagen nicht in maximaler Auflösung einscannen. Da Ihre Bewerbung ohnehin zu 99 Prozent am Bildschirm gelesen wird, reichen Scans mit 72 dpi völlig aus. Achten Sie trotzdem darauf, dass Fotos und farbige Dokumente eine gute Qualität haben. Denken Sie daran: Sie haben keine zweite Chance für Ihren ersten Eindruck!

Im Idealfall bündeln Sie die eingescannten Unterlagen in einem PDF-Dokument – und das in chronologischer Reihenfolge. Beginnen Sie mit den aktuellsten Nachweisen und enden Sie mit Ihrem Schulzeugnis. So haben Personalverantwortliche den besten Überblick.

Die weiteren Vorteile von PDF-Dateien: Einmal angelegt, lassen sich deren Inhalte nur mit Aufwand ändern – sie sind somit relativ fälschungssicher. Zudem sind PDF-Dokumente so weit etabliert, dass ein Großteil aller PCs über die passende Software zum Anzeigen dieser Dokumente verfügt.

Tipp

PDF-Dateien können Sie selber in den meisten Textverarbeitungsprogrammen erzeugen. Sowohl mit OpenOffice als auch mit Microsoft Office lassen sich PDF-Dokumente generieren. Drucken Sie dazu das Textdokument und wählen Sie als virtuellen Printer die Ausgabe als PDF-Datei.

Online-Bewerbung mit Empfangsbestätigung senden?

Nun ist es fast soweit: Ihre digitalen Bewerbungsunterlagen sind komplett und der Versand per E-Mail oder Webseiten-Formular steht kurz bevor. Doch eine letzte Frage bleibt: Sollte ich meine Online-Bewerbung mit Empfangsbestätigung versenden?

Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten! Einerseits möchten Sie natürlich sichergehen, dass Ihre mühevoll erstellte Bewerbungsmappe tatsächlich beim Empfänger ankommt. Deshalb spricht generell nichts dagegen, über das E-Mail-Programm eine Empfangsbestätigung anzufordern. Bedenken Sie jedoch, dass viele Firmen ohnehin automatisch den Erhalt von E-Mails quittieren. Zudem empfinden manche Personalchefs die Lesebestätigung als unhöflich, weil Sie sich hierdurch unter Druck gesetzt fühlen. Die geschicktere Variante: Rufen Sie persönlich in Ihrer künftigen Wunsch-Arbeitsstätte an, falls Sie nach einer Woche noch keine Rückmeldung erhalten haben. So haben Sie einen Grund, mit dem Unternehmen persönlich in Kontakt zu treten, und heben sich im besten Fall von anderen Bewerbern ab.

Falls Sie sich online über ein Formular beworben haben, erhalten Sie übrigens ganz automatisch eine digitale Empfangsbestätigung von dem Unternehmen. Das funktioniert ganz ähnlich wie die Kaufbestätigung in diversen Online-Shops.

Seriöse E-Mail-Adresse für Online-Bewerbung nutzen

Ein letzter Punkt, den Sie bei einer Online-Bewerbung berücksichtigen sollten, ist die Wahl der geeigneten E-Mail-Adresse: Selbst das perfekteste Bewerbungsschreiben hinterlässt bei Personalern einen faden Beigeschmack, wenn es von unseriösen E-Mail-Adressen abgesendet wird. Für den digitalen Versand Ihrer Bewerbungsunterlagen sind also Adressen von Spieleportalen, sozialen Netzwerken oder Hobby-Webseiten nur bedingt geeignet. Auch Zahlen- und Buchstabenwüsten wie x82g346018@mailerdaemon.de eignen sich nicht als Absendeadresse, ebenso wenig wie Spitznamen.

Eine seriöse E-Mail-Adresse beinhaltet immer den Vor- und Nachnamen des Absenders und ist zudem bei einem großen und anerkannten E-Mail-Provider gehostet. Falls Ihr Name dort bereits vergeben ist, fügen Sie so wenig Informationen wie nötig an, um das Konto anzulegen. Ihr Geburtsdatum sollten Sie aus Datenschutzgründen niemals in Ihrer E-Mail-Adresse nennen – zumindest nicht komplett.

Schlussendlich sollten Sie sicherstellen, dass die E-Mail-Adresse im Anschreiben, im Lebenslauf und in der E-Mail-Signatur übereinstimmt. So liefern Sie Ihrem neuen Chef gleich den Eindruck, dass Sie professionell agieren und sorgfältig arbeiten können. Und dann klappt es hoffentlich mit dem neuen Job!

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