So sorgen Frauen fürs Alter vor

Das Familienmodell hat sich in den letzten Jahren stark geändert. Moderne Mütter gehen nach der Geburt eines Kindes oft früh wieder arbeiten – Kita sei Dank! Die langjährige Berufstätigkeit wirkt sich natürlich gut auf die spätere Rentenhöhe aus. Doch bei der privaten Altersvorsorge hinken viele Frauen noch hinterher. Ein Drittel von ihnen trifft gar keine privaten Vorsorgemaßnahmen. Ein Fehler, denn Frauen müssten eigentlich sogar früher als Männer anfangen, sich um ihre Rentenkasse zu kümmern!

Frauen bekommen immer noch weniger Rente als Männer

Bei der gesetzlichen Rente haben Frauen gegenüber Männern auch heute noch das Nachsehen. Laut offiziellem Rentenbericht von 2014 erhielten Frauen im Jahr 2013 durchschnittlich 570,60 Euro Rente pro Monat, während Männern im Schnitt 993,77 Euro ausgezahlt wurde.

Gerade junge Frauen machen sich über diese Zahlen noch keine Gedanken, schließlich liegt ihr Renteneintritt noch in weiter Ferne. Es lohnt allerdings, sich die Gründe für das geringere Rentenniveau von Frauen zu verdeutlichen. Die Auslöser für das „Gender Pay Gap“ sind u. a.

  • geringere Löhne für Arbeitnehmerinnen (im Schnitt 21% niedriger),
  • mehr Teilzeitarbeit,
  • familiär bedingte Erwerbsunterbrechungen und
  • geschlechtliche Unterschiede bei der Wahl des Studienfachs.

Da sich diese Aspekte auch künftig nicht ändern werden, sollten Frauen schon in jungen Jahren an das Thema private Vorsorge denken. Dabei gilt das Motto: „Der frühe Vogel fängt den Wurm!“ Denn wer zeitig mit dem Sparen anfängt, profitiert langfristig vom Zinseszinseffekt. Eine weitere gute Nachricht für das weibliche Geschlecht: Mit der Anrechnung von Kindererziehungszeiten und der finanziellen Förderung von Riesterprodukten speziell für Familien tut Vater Staat eine ganze Menge dafür, um auch Frauen zu einer adäquaten Rente zu verhelfen. Wer zusätzlich privat vorsorgt, kann im Alter also eine stattliche Geldsumme zur Verfügung haben – bei vernünftiger Planung!

Staatliche Zulagen mit Riesterverträgen sichern

Die Riesterrente erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit. Laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales gab es Ende 2017 insgesamt 16,54 Millionen solcher Verträge – Tendenz steigend! Ein guter Grund dafür dürfte die staatliche Grundzulage sein, welche seit Anfang 2018 bei 175 Euro pro Jahr und Sparer liegt. Auch die Kinderzulage ist bei Riesterverträgen nach wie vor sehr attraktiv: Für jedes Kind, welches nach dem 31. Dezember 2007 das Licht der Welt erblickte, bekommen Riester-Sparer 300 Euro pro Jahr. Ältere Kinder werden mit 185 Euro per anno bezuschusst. Von diesem Modell profitieren vor allem Frauen mit einer geringfügigen Beschäftigung. Selbst ohne eigenes Einkommen erhält eine Mutter von zwei jungen Kindern Jahr für Jahr 775 Euro Zulage vom Staat. Dafür reicht oftmals schon ein geringer Mindesteigenbetrag von 60 Euro im Jahr.

Sichere Altersvorsorge für Frauen mit Fondsparen

Auch private Vorsorgemodelle sollten Frauen nicht außer Acht lassen. Sich einzig und allein auf die Lebensversicherung des Ehemannes zu verlassen, ist schließlich keine gute Idee. Bedenken Sie: Allein im Jahr 2017 wurden in Deutschland 153.500 Ehen geschieden. Gerade bei Frauen sorgt eine Scheidung oft für einen finanziellen Engpass. Somit ist es wichtig, dass sich Frauen in Sachen Altersvorsorge emanzipieren und einen eigenen Grundstock aufbauen.

Dafür eignen sich u. a. konservative Fonds, die gerade für Frauen flexibler zu managen sind als eine klassische Kapitallebensversicherung. Wer über einen Sparplan regelmäßig Geld in einen Investmentfonds einzahlt, kann schließlich ganz individuell über Sparrate, Laufzeit und Fondstyp entscheiden. Bei einer Babypause oder einer Reduzierung der Arbeitszeit können Sie die Zahlungen also einfach pausieren. Ohnehin gilt: Die Geburt eines Kindes, ein temporärer Minijob oder die Pflege der Eltern sollten niemals Grund dafür sein, dass Sie bestehende Verträge vorschnell kündigen. Cleverer ist es, die zu zahlenden Beiträge zu reduzieren oder den Vertrag beitragsfrei zu stellen. So lassen sich Elternzeit oder Arbeitssuche überbrücken, ohne dass im Alter größere finanzielle Einbußen zu befürchten sind.

Genau aus diesem Grund sind Fondssparpläne attraktiv:
Wer bereits in jungen Jahren einen festen monatlichen Betrag einzahlt, kann sich im Renteneintrittsalter über ein stattliches Sümmchen freuen. Der Wertzuwachs resultiert hierbei vom Zinseszinseffekt, welcher für einen ansehnlichen Bruttogewinn sorgt. Als Altersvorsorge für Frauen eignen sich primär konservative Rentenfonds oder Dachfonds. Reine Aktienfonds bieten zwar mitunter die größten Gewinnchancen, durch die hohen Wertschwankungen bergen diese Finanzprodukte allerdings auch ein gewisses Risiko.

Immer populärer sind in den letzten Jahren übrigens ETF-Fonds geworden – börsengehandelte Fonds, welche die Wertentwicklung eines Börsenindex abbilden (z. B. DAX, MDAX etc.). Vor allem passiv gemanagte ETF-Fonds eignen sich bestens dazu, eine private Altersrente für Frauen anzusparen. Eine breite Streuung der Geldanlage über mehrere ETF-Fonds minimiert hierbei das ohnehin schon recht geringe Risiko des Wertverlustes. Tendenziell sind Fondsparpläne lukrativer als das altehrwürdige Sparbuch. Sie eignen sich vor allem für langfristig angedachte Sparmaßnahmen.

Altersvorsorge für Frauen: Darauf müssen Sie sonst noch achten

Dass Frauen bei der Altersvorsorge anders planen müssen als ihre männlichen Pendants, resultiert auch aus ihrer hohen Lebenserwartung. Frauen brauchen im Normalfall also eigentlich sogar mehr Geld für die Altersvorsorge als Männer. Entscheiden Sie sich deshalb in jedem Fall für Finanzprodukte, die eine lebenslange finanzielle Absicherung garantieren.

Generell gilt: Egal welches Absicherungsmodell Sie wählen – alles ist besser, als gar keine finanzielle Vorsorge zu treffen. Frauen, die früh über ihre Altersrente nachdenken und entsprechend handeln, minimieren schließlich das Risiko von Altersarmut drastisch – und das ganz unabhängig vom Ehepartner. Deshalb machen auch Vorsorgebausteine Sinn, die nicht unbedingt eine Kapitalauszahlung nach sich ziehen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte beispielsweise in keinem Portfolio fehlen, denn sie bietet sicheren Schutz gegen finanzielle Einbußen durch gesundheitliche Handicaps. Leben Frauen in einer Partnerschaft und/oder sind Kinder im Spiel, sollte zudem eine Risiko-Lebensversicherung abgeschlossen werden. So schützen Sie Ihren Nachwuchs und Ihren Partner zuverlässig, falls Ihnen etwas zustoßen sollte. Schlussendlich ist es gerade für Frauen wichtig, ihre Versorgungslücke im Alter genau zu berechnen und darauf entsprechend zu reagieren. Mit dem richtigen Fahrplan können Sie Ihren Ruhestand dann in vollen Zügen genießen.

Unsere Empfehlung

Postbank ETF-Sparplan

Mehr zum Thema

Elternzeit und Altersvorsorge: So passen Sie Ihre Versicherungen an