Private Rentenversicherung – das sind die steuerlichen Regeln

Eine private Rentenversicherung ist für viele Menschen ein wichtiger Baustein in der Altersvorsorge. Aus dem während des Berufslebens privat angesparten Kapital zahlt die Versicherung später eine lebenslange Rente.

Steuerlich gilt: Monatliche Auszahlungen aus privaten Rentenversicherungen müssen zwar versteuert werden. Da allerdings die Beiträge in der Ansparphase nicht steuerlich abgesetzt werden können (für die vor dem 01.01.2005 abgeschlossenen privaten Rentenversicherungen können Ausnahmen gelten), unterliegt später nur der sogenannte Ertragsanteil der Steuer (vorgelagerte Besteuerung). Wie hoch der steuerpflichtige Ertragsanteil ausfällt, richtet sich nach dem Alter bei Rentenbeginn: je älter der Versicherte, desto niedriger sein steuerpflichtiger Anteil. 

Steuerpflicht bei einer privaten Rentenversicherung

Alter bei Rentenbeginn Bezogen auf 600 € Monatsrente (Zu versteuernder Ertragsanteil gemäß § 22 Einkommensteuergesetz)
55 156,00 € (26%)
56 156,00 € (26%)
57 150,00 € (25%)
58 144,00 € (24%)
59 138,00 € (23%)
60 132,00 € (22%)
61 132,00 € (22%)
62 126,00 € (21%)
63 120,00 € (20%)
64 114,00 € (19%)
65 108,00 € (18%)
66 108,00 € (18%)
67 102,00 € (17%)
68 96,00 € (16%)
69 90,00 € (15%)
70 90,00 € (15%)

Beispiel: Herr Petersen hat eine private Rentenversicherung abgeschlossen. Zum Vertragsende im Jahr 2020 wird er 65 Jahre alt sein. Von einer privaten Monatsrente in Höhe von 600 Euro müsste er dann einen Ertragsanteil von 18 Prozent versteuern. Sein zu versteuerndes Einkommen erhöht sich also durch die Rente monatlich nur um 108,00 Euro.

Achtung: Staatlich geförderte Riester- und Rürup-Renten unterliegen im Gegensatz zu klassischen privaten Rentenversicherungen schon heute komplett der nachgelagerten Besteuerung. Unabhängig vom Renteneintrittsalter ist deshalb stets der volle Betrag zu versteuern.

Steuer auf Riester- und Rürup-Renten

Altersvorsorge in Form einer privaten Rentenversicherung ist wichtig und wird deshalb staatlich gefördert. Für die 2002 eingeführte Riester-Rente gilt:

  • Einzahlungen bleiben im Ergebnis steuerfrei.
  • Der maximal absetzbare Riester-Beitrag (inklusive staatlicher Zulage) beträgt seit 2008 pro Jahr 2.100 Euro.
  • Im Gegenzug unterliegen die Renten aus Riester-Verträgen später in voller Höhe der Steuer.

Seit 2005 besteht mit der Rürup-Rente, auch Basis-Rente genannt, eine weitere Möglichkeit, steuerbegünstigt fürs Alter zu sparen. Sie rechnet sich insbesondere für Selbstständige. Beiträge zu Basis-Rentenverträgen dürfen zusammen mit weiteren Vorsorgeaufwendungen bis zu einem Maximalbetrag von 20.000 Euro (Ehepaare 40.000 Euro) als Sonderausgaben abgesetzt werden. Ähnlich wie bei der gesetzlichen Rente gilt bis 2025 allerdings noch eine Übergangsregelung. Das heißt: Bis 2025 ändert sich jährlich die Summe, die im Ergebnis steuerfrei eingezahlt werden kann.

Genau wie Riester-Renten müssen auch Basisrenten unabhängig vom Renteneintrittsjahr oder vom persönlichen Lebensalter bei Rentenbeginn voll versteuert werden.

Absetzbarkeit von Einzahlungen in Basis-Renten (Rürup-Renten)

Beiträge zur Basisrente (Rürup-Rente) können bis zur Höchstgrenze für Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben abgesetzt werden.

Zum Start der Basisrente im Jahr 2005 durften von dem Höchstbetrag von 20.000 Euro (Ehepaare: 40.000 Euro) zunächst jedoch nur 60 Prozent steuerlich berücksichtigt werden. Seitdem steigt der abzugsfähige Satz jährlich um zwei Prozentpunkte. Im Jahr 2016 können also schon 82 Prozent abgesetzt werden. Im Jahr 2025 sind 100 Prozent erreicht.

Allerdings zählen zu den Vorsorgeaufwendungen auch die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder zu berufsständischen Versorgungswerken – und zwar inklusive Arbeitgeberanteil. Mögliche Einzahlungen in die gesetzliche Rentenkasse schmälern also den steuerfreien Einzahlungsbetrag, der für die Basisrente verbleibt.

So rechnet das Finanzamt: Jahreseinkommen (steigt das rentenversicherungspflichtige Einkommen und/oder der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung, schmälert dies die beitragsfreien Einzahlungen in den Basis-Rentenvertrag):
Betrag
2015 36.000 €
2016 36.000 €
2017 36.000 €
In die gesetzliche Rente (18,7 Prozent) zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer davon zusammen ein:
2015 6.732 €
2016 6.732 €
2017 6.732 €
Nicht verbrauchter Höchstbetrag (20.000 € – 6.732 €):
2015 13.268 €
2016 13.268 €
2017 13.268 €
Davon absetzbarer Prozentsatz:
2015 80%
2016 82%
2017 84%
Maximal als Beitrag zur Basisrente noch steuerfrei absetzbar:
2015 10.614,40 €
2016 10.879,76 €
2017 11.145,12 €