Das sollten Sie über einen Privatkredit wissen

Nicht immer verläuft das Leben plangemäß. Wenn Waschmaschine oder Kühlschrank streiken oder das Auto eine teure Reparatur benötigt, sind Sie kurzfristig auf finanzielle Mittel angewiesen. Diese Probleme erfordern schnelle Lösungen. Manchmal fallen auch kurzfristige Ausgaben für neue Möbel oder einen Umzug an. Bei manchen Investitionen können Sie zudem von günstigen Konditionen profitieren, die zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr erhältlich sind. Ein Privatkredit bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Wünsche heute wahr werden zu lassen.

Wofür können Sie Privatkredite verwenden?

Ein Kredit zur Finanzierung von privaten Wünschen unterscheidet sich von einem Autokredit oder einer Immobilienfinanzierung. Anders als bei diesen speziellen Arten der Finanzierung entscheiden Sie frei über die Verwendung des Geldes. Sie können mit einem Privatkredit unter anderem:

  • Ihre Einrichtung erneuern,
  • Ihr Auto reparieren lassen,
  • Haushaltsgeräte ersetzen,
  • einen Umzug finanzieren,
  • Ihr Badezimmer sanieren,
  • eine Umschuldung vornehmen.

Das Angebot gilt nicht für Kredite, die für den Erwerb oder die Erhaltung des Eigentumsrechts an Grundstücken, an bestehenden oder zu errichtenden Gebäuden oder für den Erwerb oder die Erhaltung von grundstücksgleichen Rechten bestimmt sind. Ansonsten sind Ihren Wünschen mit einem Privatkredit keine Grenzen gesetzt. Privatkredite werden in der Regel in Höhe von 1.500 bis 50.000 Euro gewährt.

Nutzen Sie Ihren Dispo nur kurzfristig

Viele Verbraucher verzichten auf einen Privatkredit und nutzen stattdessen den Dispositionskredit, auch kurz Dispo genannt, des Girokontos. Auf Dauer kann das aber zu einer teuren Alternative werden, denn die Zinsen für Dispo-Kredite liegen deutlich höher als für Privatkredite. Für den Dispo betragen sie im Schnitt 10 Prozent, teilweise liegen die Zinsen je nach Anbieter sogar bei mehr als 13 Prozent für den jederzeit verfügbaren Kredit. Wenn Sie einen finanziellen Engpass vorübergehend überbrücken möchten, ist der Dispo eine geeignete Möglichkeit. Anschließend sollten Sie allerdings versuchen, das Minus so schnell wie möglich wieder auszugleichen. Ansonsten gehen Sie das Risiko ein, dass Sie Ihr Konto dauerhaft im Minus führen und hohe Zinsen zahlen. Ist dies der Fall, sollten Sie über eine Umschuldung nachdenken. Denn durch das Ablösen eines teuren Dispokredits mithilfe eines günstigeren Privatkredits können Sie gegebenenfalls viel Geld sparen. Die Einrichtung eines Dispos ist dennoch sinnvoll, denn ansonsten besteht bei einer Kontoüberziehung die Gefahr, dass Lastschriften zurückgegeben und Daueraufträge nicht mehr ausgeführt werden. Dies verursacht zusätzliche Kosten. Bei größeren Anschaffungen, die länger finanziert werden, ist hingegen ein Ratenkredit die sinnvollere Wahl. Im Gegensatz zu einem Dispositionskredit gibt Ihnen ein Privatkredit zur Finanzierung Ihrer Wünsche Sicherheit über die Höhe und die Dauer der monatlichen Belastung.

Wie viel Kredit können Sie sich leisten?

Eine Finanzierung darf nie zur drückenden finanziellen Belastung werden. Daher ist es sinnvoll, vor dem Abschluss eines Kreditvertrags Ihre finanzielle Leistungsfähigkeit zu ermitteln. Anhand Ihrer Einnahmen und Ausgaben stellen Sie fest, welche Mittel Sie monatlich zur freien Verfügung haben. Wenn Sie ein Haushaltsbuch führen, fällt Ihnen diese Aufgabe besonders leicht. Doch auch mithilfe der Kontoauszüge erhalten Sie einen genauen Überblick. Unser Haushaltsrechner unterstützt Sie zuverlässig. Sie finden ihn hier. Erfahren Sie hier, worauf Sie achten sollten, wenn Sie einen Kredit aufnehmen möchten. 

Checkliste für den Kreditantrag

Mit unserer Checkliste für den Kreditantrag erhalten Sie darüber hinaus eine genaue Übersicht über Einnahmen, Ausgaben und freie Mittel. Zusätzlich erfahren Sie, welche Unterlagen Sie für den Banktermin benötigen, und können rechtzeitig alles bereitlegen. 

Tipp

Nicht jede Bank verlangt dieselben Unterlagen. Informieren Sie sich vorab, welche Angaben Ihre Bank von Ihnen benötigt.

Flexible Tilgung – so können Sie Ihren Kredit ablösen

Haben Sie einen unerwarteten Geldsegen erhalten und möchten Ihre Schulden sofort begleichen? Dann bietet Ihnen die Kreditablösung die passende Möglichkeit. Ob es sich lohnt, wenn Sie den Kredit ablösen, sollten Sie für jeden Einzelfall individuell berechnen. In vielen Fällen können Sie durch eine vorzeitige Kreditablösung Geld sparen, weil künftige Zinszahlungen entfallen.

Durch die vorzeitige Kreditablösung entgehen der Bank Zinsen, obwohl Sie diese Zahlung bei Vertragsabschluss zugesichert haben. Diesen Schaden müssen Sie der Bank mit einer sogenannten „Vorfälligkeitsentschädigung“ ersetzen, wenn Sie einen Kredit ablösen.

Durch eine Umschuldung sparen

Wenn Sie einen Kredit aus Zeiten mit höheren Zinsen bedienen, könnte sich eine Umschuldung für Sie lohnen. Den Ausgaben für die Vorfälligkeitsentschädigung steht die Ersparnis durch den geringeren Zinssatz gegenüber. Daher sollten Sie sich ausrechnen, ob Sie sparen können, wenn Sie einen Vertrag abschließen und den alten, teuren Kredit ablösen.

Für seit dem 11. Juni 2010 geschlossene Ratenkredite (Privatkredite) gelten klare gesetzliche Regelungen

  • Ratenkredite dürfen jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist ganz oder teilweise zurückgezahlt warden.
  • Die Vorfälligkeitsentschädigung darf nicht höher sein als 1 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrages.
  • Beträgt die Restlaufzeit des Vertrages bei der Kreditablösung weniger als 12 Monate, ist die Vorfälligkeitsentschädigung auf 0,5 Prozent begrenzt.
  • Weitere Gebühren darf die Bank nicht in Rechnung stellen, wenn Sie Ihren Kredit ablösen möchten.

Für Privatkredite, die vor dem 11. Juni 2010 abgeschlossen worden sind, gelten die Grenzen für die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung nicht.