Geldanlage mit Immobilienfonds

Einkaufszentrum statt Einzimmerwohnung: Immobilienfonds bieten Privatanlegern die Möglichkeit, sich an den Ertragschancen größerer Immobilienobjekte zu beteiligen – und das schon mit überschaubaren Beträgen. Hier lesen Sie, wie die Geldanlage in Shoppingcenter, Bürohäuser oder Wohnanlagen funktioniert und was Sie sonst noch darüber wissen sollten.

Betongold weltweit gefragt

Weltweit boomen die Immobilienmärkte – es wird so viel verkauft und vermietet wie schon lange nicht mehr. Das gilt nicht nur für Wohnungen und Eigenheime in guten Lagen, sondern auch für hochwertige Gewerbeimmobilien, etwa Einkaufszentren, Bürogebäude, Lagerhallen oder Hotels. Ein Beispiel: Allein im Jahr 2017 wurden laut dem internationalen Immobilienberatungsunternehmen Jones Lang LaSalle (JLL) weltweit rund 41 Millionen Quadratmeter Bürofläche neu vermietet – das entspricht der Fläche von rund 6.000 Fußballfeldern und ist der höchste Wert in den vergangenen zehn Jahren. Die Mietpreise zogen entsprechend an: Im Durchschnitt verteuerten sich Büroflächen um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2018 rechnen die JLL-Experten mit einem ähnlich positiven Ergebnis.

Mit Immobilienfonds Renditechancen nutzen

Als Privatanleger können Sie an den boomenden Märkten für Gewerbeimmobilien und Wohnanlagen teilhaben, ohne dass Sie dafür große Summen lockermachen müssen. Das geht ganz einfach und schon mit vergleichsweise kleinen Beträgen – mit Immobilienfonds. Die jeweilige Fondsgesellschaft sammelt hierbei wie bei klassischen Investmentfonds das Geld vieler Anleger ein und gibt dafür Fondsanteile aus. Statt in Aktien oder Anleihen wird das Kapital jedoch in Immobilien investiert. Die Renditechancen ergeben sich dann im Wesentlichen aus den Mieteinnahmen und gegebenenfalls dem Verkauf von im Fonds enthaltenen Objekten.

Grundsätzlich wird bei der Anlage in Immobilienfonds zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds unterschieden.

Offene Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds investieren das Geld der Anleger in eine Vielzahl verschiedener Objekte. Diese können allesamt einem bestimmten Segment angehören oder in einer bestimmten Region liegen, etwa Logistikimmobilien in Deutschland, aber auch ganz unterschiedliche Segmente und Regionen beinhalten. Der Immobilienfonds Grundbesitz Global zum Beispiel investiert weltweit sowohl in Wohn- als auch in Gewerbeimmobilien.

Für einen Teil des von Anlegern investierten Kapitals erwirbt der Fonds zudem Zinspapiere. Diese können vom Fondsmanagement kurzfristig veräußert werden, um Anleger auszuzahlen, die ihre Fondsanteile verkaufen. Der Immobilienbestand des Fonds kann dadurch unangetastet bleiben. Das Anlegerkapital wird bei offenen Immobilienfonds also von vornherein mehr oder weniger stark gestreut. Das gilt auch für die fondsspezifischen Anlagerisiken, etwa das Zinsänderungsrisiko der im Fonds befindlichen Zinspapiere oder die Währungsrisiken bei international agierenden Immobilienfonds.

Über den Anlageerfolg eines Fonds entscheidet neben der allgemeinen Marktentwicklung insbesondere die Qualität des Fondsmanagements. Denn wie gut oder schlecht sich ein Immobilienfonds entwickelt, hängt maßgeblich von der Vermietbarkeit und dem Wiederverkaufswert der Fondsimmobilien ab. Ein erfolgreiches Fondsmanagement kauft daher regelmäßig möglichst renditestarke, langfristig vermietete Objekte zu und verkauft Immobilien, bevor diese an Wert verlieren könnten.

Als Anleger können Sie jederzeit Anteile an offenen Immobilienfonds erwerben. Wichtig: Für Käufer von Immobilienfonds gilt eine zweijährige Mindesthaltefrist. Außerdem ist eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten einzuhalten. Die Fristen wurden 2013 vom Gesetzgeber eingeführt, um zu verhindern, dass ein offener Immobilienfonds in Zahlungsschwierigkeiten gerät, wenn institutionelle Großanleger in kürzester Zeit eine Vielzahl von Fondsanteilen abstoßen. Sie dienen somit auch dem Schutz der Anleger.

Geschlossene Immobilienfonds

Mit der Investition in einen geschlossenen Immobilienfonds werden Anleger zum Mitinhaber an zumeist nur einem größeren Immobilienobjekt, etwa einem Einkaufszentrum oder einer Wohnanlage. Der Einstieg ist nur über einen Einmalbetrag möglich. Dieser liegt in der Regel bei mindestens 5.000 Euro und ist für mindestens zehn Jahre festgelegt. Läuft alles gut, sind also zum Beispiel alle Läden im Einkaufszentrum zu einträglichen Mieten langfristig vermietet, kann das ein lohnendes Investment sein. Macht das Objekt hingegen Verlust, können Anleger ihr eingesetztes Kapital komplett verlieren oder – da sie Mitinhaber der Immobilie sind – sogar zu Nachzahlungen verpflichtet werden, um zum Beispiel eine Modernisierung oder den laufenden Betrieb zu finanzieren. Weil es innerhalb geschlossener Fonds in der Regel keine anderen Objekte gibt, die einen möglichen Verlust ausgleichen könnten, sind entsprechende Geldanlagen für unerfahrene Anleger nicht empfehlenswert. Zumal wenn sie über kein bereits breit gestreutes größeres Anlageportfolio verfügen.

Einstieg ab 50 Euro monatlich

Anders als geschlossene können offene Immobilienfonds dagegen schon für kleinere Anlageportfolios eine sinnvolle Diversifikation sein. Auch hier ist mit Blick auf die Mindesthaltedauer und Rückgabefrist jedoch ein mittlerer bis langer Anlagehorizont Voraussetzung. Besonders interessant für viele Anleger ist, dass die Geldanlage in offenen Immobilienfonds in vielen Fällen nicht nur mit einem Einmalbetrag, sondern auch mit regelmäßigen Einzahlungen in einen Fondssparplan möglich ist – bei der Postbank können Sie so bereits ab 50 Euro monatlich an der Entwicklung der globalen Immobilienmärkte teilhaben.

Informationen und aktuelle Angebote zu den Fondsanlagemöglichkeiten bei der Postbank erhalten Sie hier.

Bitte beachten Sie

Jede Geldanlage ist mit einem gewissen Risiko verbunden. In der Regel steigen mit den Renditechancen einer Anlage auch ihre Risiken. Je nach Wahl der Wertpapieranlageform ist insbesondere mit Kurs- bzw. Volatilitätsrisiken, Risiken der Bonität, der Liquidität, der Zinsänderung, der Währung und der Länder sowie steuerlichen Risiken zu rechnen. Über die speziellen Risiken der jeweiligen Anlageform informieren Sie die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen oder Ihr Wertpapierberater.

Bei Immobilienfonds ist besonders das Liquiditätsrisiko zu beachten. Offene Immobilienfonds haben aufgrund gesetzlicher Vorgaben eine eingeschränkte Liquidität (Mindesthaltedauer 24 Monate, Kündigungsfrist 12 Monate). Geschlossene Immobilienfonds haben lange Mindeshaltedauern und infolgedessen eine stark eingeschränkte Liquidität.

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