Basis-Schutz – die wichtigsten Versicherungen im Rentenalter

Niemand wünscht sich, jemals eine Versicherung in Anspruch nehmen zu müssen. Einfach auf sein Glück zu vertrauen und die Versicherungsbeiträge zu sparen, ist aber keine Option. Einige Policen sind so wichtig, dass ohne sie niemand ruhig schlafen kann.

Existenzbedrohende Risiken, die praktisch niemand alleine tragen kann, sollten Sie auf jeden Fall versichern. Zu den Basisversicherungen, die jeder braucht – und zwar unabhängig vom Alter – zählen insbesondere die folgenden:

Die Nr. 1 der wichtigsten Versicherungen: Haftpflichtversicherung

Die Haftpflichtversicherung kommt für Sach- oder Personenschäden auf, die Sie selbst verursachen. Dies gilt in aller Regel auch für fahrlässig verursachte Schäden – lediglich Vorsatz ist ausgeschlossen. Wenn Sie beispielsweise Ihrem Nachbarn im Streit absichtlich eine Scheibe einschlagen, müssen Sie für den Schaden selbst aufkommen. Anders verhält es sich, wenn Sie die Scheibe beim wilden Ballspielen zertrümmern sollten.

Im Zweifelsfall können Schadenersatzforderungen schnell sechs- oder sogar siebenstellige Summen erreichen, insbesondere wenn Personen zu Schaden kommen. Ohne Police haften Sie dafür mit Ihrem gesamten Vermögen bis zur Pfändungsgrenze – diese Basisversicherung ist ein Muss für jeden!

Sparen Sie nicht an der Versicherungssumme!

Beispiel: Sie überqueren als Fußgänger versehentlich eine belebte Straßenkreuzung bei Rot und zwingen einen Autofahrer zur Notbremsung. Es kommt zu einem Autounfall mit mehreren Schwerverletzten und erheblichen Sachschäden an den Autos. Dazu kommen die Behandlungskosten, außerdem Forderungen für Schmerzensgeld und Verdienstausfall. Eventuell kostet das jahrelang, wenn der Geschädigte bleibende körperliche Schäden davongetragen hat.

Deshalb sollten Sie an der Versicherungssumme nicht sparen. Gute Tarife dieser wesentlichen Basisversicherung decken Sach- und Personenschäden pauschal bis zu zehn oder 15 Millionen Euro.

Die Nr. 2 der wichtigsten Versicherungen: Kfz-Haftpflichtversicherung

Wenn Sie in Deutschland ein Auto auf Ihren Namen zulassen (Halter), müssen Sie eine Kfz-Haftpflichtversicherung nachweisen. Die Versicherung deckt Schäden, die aus dem Gebrauch des Fahrzeugs resultieren. Ob der Halter selbst am Steuer gesessen hat oder ob eine andere Person gefahren ist, spielt für den Versicherungsschutz keine Rolle.

Die Prämie richtet sich zum einen nach dem versicherten Fahrzeugmodell, zum anderen nach der Zahl der unfallfrei gefahrenen Jahre. Wenn Sie sich beispielsweise im Ruhestand einen neuen Kleinwagen zulegen, können Sie im Vergleich zum PS-starken, repräsentativen Oberklassemodell oft erheblich sparen. Viele Versicherer bieten zudem besondere Nachlässe, von denen gerade ältere Fahrer profitieren. Dazu zählen Rabatte für

  • Garagenbesitzer
  • Fahrer, die unter einer bestimmten Jahreskilometerleistung (z. B. 10.000 Kilometer) bleiben
  • Personen, die ihren PKW alleine nutzen, statt ihn beispielsweise auch den volljährigen Kindern zur Verfügung zu stellen

Ein Angebotsvergleich kann sich lohnen!

Viele Versicherungsgesellschaften locken Neukunden mit besonders günstigen Angeboten. Es lohnt also, regelmäßig zu vergleichen und die Versicherung ggf. zu wechseln. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat zum Vertragsende. Stichtag ist hier in der Regel der 30.11. eines Jahres. Ein Sonderkündigungsrecht gilt bei einer Beitragserhöhung durch den Versicherer. Auch bei einem Fahrzeugwechsel dürfen Sie den Vertrag außerplanmäßig kündigen.

Ihr Schadensfreiheitsrabatt für unfallfreie Jahre bleibt bei einem Wechsel erhalten. Allerdings kann es je nach Anbieter leichte Unterschiede in der Rabattstaffel geben. Außerdem verfahren die Gesellschaften nach einem Schaden unterschiedlich. Wer sich im Laufe der Jahre einen hohen Rabatt erfahren hat, sollte einen Tarif wählen, bei dem zumindest ein einziger Schadensfall folgenfrei bleibt (Rabattretter).

Tipp

Wenn Sie einen Dienstwagen fahren, sollten Sie vor dem Ausstieg aus dem Berufsleben klären, ob der Schadenfreiheitsrabatt auf ein privates Fahrzeug übertragen werden kann.

Die Nr. 3 der wichtigsten Versicherungen: Risikolebensversicherung

Wenn Sie Verantwortung für eine Familie tragen, benötigen Sie eine Risikolebensversicherung. Auch der Partner, der weniger verdient, sollte sein Leben versichern, denn meistens leistet er dafür einen erheblichen Beitrag zur Kinderbetreuung, im Haushalt oder bei der Pflege von Angehörigen. Im Todesfall muss diese Leistung oft durch professionelle Dienstleister ersetzt werden, was schnell sehr teuer wird.

Wer früh einen Vertrag abschließt, senkt die Versicherungsprämie

Faustregel: Je jünger Sie sind, wenn diese wichtige Basisversicherung abgeschlossen wird, desto günstiger fällt die Prämie aus. Die Gesellschaften kalkulieren die Prämie auf Basis der Lebenserwartung. Den Anbieter noch im fortgeschrittenen Alter zu wechseln, rechnet sich deshalb meist nicht mehr.

Mit zunehmendem Alter zählt die Risikolebensversicherung nach und nach nicht mehr zu den wichtigsten Versicherungen, nämlich wenn bereits Ersparnisse vorhanden und die Kinder finanziell selbstständig sind. In der Regel laufen die Verträge deshalb maximal bis zum 60. oder 65. Lebensjahr.

Die Nr. 4 der wichtigsten Versicherungen: Wohngebäudeversicherung

Die Wohngebäudeversicherung ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, doch für Immobilieneigentümer praktisch eine unverzichtbare Basisversicherung. In der Regel verlangt nämlich die Bank den Nachweis der Police, bevor sie Ihnen einen Immobilienkredit gewährt.

Die Wohngebäudeversicherung zahlt, wenn Ihr Haus durch einen Brand beschädigt oder zerstört wird. Außerdem kommt sie in der Regel für Schäden durch Sturm und Leitungswasser auf. Versichert sind auch feste Einbauten, beispielsweise Zimmertüren, Parkett, Teppichboden oder die Einbauküche. Das bewegliche Inventar (Möbel, Kleidung, Elektrogeräte usw.) ist dagegen ein Fall für die Hausratversicherung.

Achten Sie auf den „gleitenden Neuwert“

Wie viele andere Sachversicherungen können Sie die Wohngebäudeversicherung jährlich mit einer Frist von drei Monaten zum Vertragsende kündigen. Wer bei der Prämie sparen will, sollte also regelmäßig Vergleichsangebote einholen. Wichtig ist der Abschluss einer Police zum sogenannten „gleitenden Neuwert“. Nur so ist sichergestellt, dass die Versicherungssumme trotz steigender Baukosten im Zweifelsfall für angemessenen Ersatz ausreicht.

Die Nr. 5 der wichtigsten Versicherungen: Unfallversicherung

Die Unfallversicherung kommt für bleibende gesundheitliche Schäden nach einem Unfall auf. Sie zahlt dann wahlweise eine vereinbarte Summe aus oder gewährt eine monatliche Rente.
Während des Berufslebens sind Unfälle am Arbeitsplatz oder auf dem Weg zur Arbeit durch die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt. Wer nicht (mehr) berufstätig ist, sollte das Unfallrisiko deshalb unbedingt privat abdecken. Der private Unfallschutz gilt rund um die Uhr weltweit. Für Senioren gibt es spezielle Angebote mit erweitertem Schutz. Diese Policen rechnen sich vor allem für alleinstehende Menschen, die beispielsweise auch nach einem komplizierten Bruch für längere Zeit auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Darüber hinaus sind weitere Versicherungen empfehlenswert. Ob eine Versicherung zu den unverzichtbaren Basisversicherungen („must have“) zählt oder eher zu den optionalen Policen („nice to have“), hängt auch von Ihrem Kontostand und Ihren Lebensumständen ab. So kann zum Beispiel der Verlust des kompletten Hausrats durch einen Brand für eine mehrköpfige Familie ein existenzbedrohendes Risiko sein. Für einen Studenten ist der finanzielle Verlust dagegen meist überschaubar.

Tipp

Entscheiden Sie sich dafür, weiterzuarbeiten und Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen anstatt Rente zu beziehen, können Sie damit Ihre Rente erhöhen.

Ein Preisvergleich kann sich lohnen

Preisvergleiche sparen Prämie. Viele Sachversicherungen, wie beispielsweise die Haftpflicht- oder Hausratversicherung, können Sie problemlos jährlich kündigen und zu einem günstigeren Anbieter wechseln.

Für eine optimale Übersicht aller Finanzen im Ruhestand haben wir Ihnen das PDF-Formular Versicherungsbedarf und -kosten zum Download für Sie zur Verfügung gestellt, mit dem Sie den Bedarf und die Kosten der wichtigsten Versicherungen planen können.