So einfach funktioniert die Rentenberechnung

Mit wie viel Rente kann ich im Ruhestand rechnen? Haben Sie sich diese Frage auch schon einmal gestellt? Die finanzielle Unsicherheit im Alter beschäftigt viele Menschen. Die Rentenberechnung schafft Klarheit, denn die eigene Rente zu berechnen, ist nicht kompliziert. Grundsätzlich gilt: Wie hoch die Leistungen sind, die Sie aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten, hängt entscheidend davon ab, wie viel Sie während Ihres Erwerbslebens bis zum Rentenbeginn verdient und welche Beiträge Sie dementsprechend in die Rentenversicherung eingezahlt haben.

Dabei zählen nicht nur die Zeiten, in denen Sie als Angestellter oder als Selbstständiger gearbeitet und Beiträge gezahlt haben. Auch andere Lebensphasen werden berücksichtigt, zum Beispiel Zeiten der Kindererziehung sowie Phasen der krankheitsbedingten Berufsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit.

Die Formel der Rentenberechnung

Damit Sie Ihre Rente berechnen können, gibt es eine allgemeingültige Rentenformel:

Monatliche Rentenhöhe = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Aktueller Rentenwert x Rentenartfaktor

Die einzelnen Faktoren der Rentenberechnung in der näheren Betrachtung:

  • Die Entgeltpunkte ergeben sich pro Jahr daraus, wie viel Sie im Vergleich mit dem Durchschnittsverdienst aller Versicherten verdient haben. Entspricht Ihr Verdienst exakt dem Durchschnittslohn, werden Ihnen 1,0 Entgeltpunkte gutgeschrieben. Liegen Sie zehn Prozent über dem Durchschnittsverdienst des Jahres, erhalten Sie 1,1 Entgeltpunkte. Für die Hälfte des Durchschnittsverdienstes gibt es 0,5 Entgeltpunkte.

    Zur besseren Einordnung: Die Bundesregierung legte vorläufig für das Jahr 2015 das Durchschnittsentgelt auf 34.999 Euro brutto fest, für 2016 auf 36.267 Euro brutto.
  • Mit dem Zugangsfaktor werden Zu- und Abschläge bei Ihrer Rentenberechnung berücksichtigt. Aktuell beträgt der Faktor 1,0, wenn Sie bei Renteneintritt das gesetzliche Rentenalter erreicht haben. Für jeden Monat, den Sie früher in Rente gehen, verringert sich der Faktor um 0,003 Punkte. Für jeden Monat, den Sie später in Rente gehen, gibt es einen Aufschlag von 0,005 Punkten.
  • Die Bundesregierung legt den aktuellen Rentenwert anhand einer komplexen Formel alljährlich zum Juli neu fest. Er entspricht der aktuellen monatlichen Rente, die Sie bekämen, wenn Sie ein Jahr lang die Beiträge für den Durchschnittslohn gezahlt hätten.

    Seit dem 1. Juli 2016 gelten folgende Rentenwerte:
    30,45 Euro in den alten Bundesländern und 28,66 Euro in den neuen Bundesländern
    .
  • Der Rentenartfaktor ist von der Art der Rente abhängig. Für die normale Altersrente beträgt er 1,0. Für die Rente wegen zum Beispiel teilweiser Erwerbsminderung beträgt er 0,5, da eine Teilzeitarbeit möglich ist.

Beispiel für die Rentenberechnung

Mit der Kenntnis dieser Faktoren können Sie Ihre Rente berechnen. Folgendes Beispiel stellt die Rentenberechnung anschaulich dar: Für einen Arbeitnehmer, der 45 Jahre lang in Westdeutschland das Durchschnittseinkommen erzielt und entsprechende Rentenbeiträge gezahlt hat, ergibt sich 2016 folgende gesetzliche Rente:

 

Entgeltpunkte = 45 (45 Jahre lang Durchschnittslohn)
Zugangsfaktor = 1,0 (pünktlicher Renteneintritt)
Aktueller Rentenwert = 30,45 (Wert für Westdeutschland)
Rentenartfaktor = 1,0 (Altersrente)

Rentenformel: 45 x 1,0 x 30,45 x 1,0 = 1.370,25 Euro monatlich.

 

Bei diesem Beispiel handelt es sich allerdings um eine vereinfachte Rentenberechnung. Der Standardrentner (auch „Eckrentner“ genannt), der 45 Jahre lang genau durchschnittlich verdient und in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, kommt in der Realität kaum vor. So verdienen viele Arbeitnehmer zu Beginn ihres Berufslebens häufig unterdurchschnittlich und später überdurchschnittlich.

Rente berechnen – Rentenlücke aufspüren

Wichtig: Das Ergebnis der Rentenberechnung allein sagt noch nichts darüber aus, ob Sie damit Ihren Lebensstandard halten können. Dafür müssen Sie auch Faktoren wie die Inflationsrate (Preisentwicklung) und Ihren eigenen Finanzbedarf im Alter berücksichtigen. Das gilt umso mehr, je weiter Sie noch vom Renteneintritt entfernt sind.

Ob bei Ihnen eine Rentenlücke droht, also nach derzeitigem Stand Ihre gesetzliche Altersvorsorge zum Erhalt Ihres Lebensstandards nicht ausreicht, können Sie mit dem Ruhestandsplaner der Postbank herausfinden. Hier lässt sich mit wenigen Mausklicks Ihre Rente berechnen. Sie müssen lediglich Ihre individuellen Angaben für die Rentenberechnung angeben.
Das nützliche Rechentool finden Sie hier.

Der Zeitpunkt des Renteneintritts als entscheidender Faktor

Wie die Betrachtung der Rentenberechnung gezeigt hat, ist ein ausschlaggebender Faktor für die Rentenhöhe, ob Sie mit Erreichen der regulären Altersgrenze oder schon früher in Rente gehen. Die Regelaltersrente ohne Abstriche erhalten Sie – von einigen Ausnahmen abgesehen – nur bei regulärem Renteneintritt. Die Altersgrenze dafür wird seit 2012 von 65 auf 67 Jahre schrittweise angehoben.

Tipp

Entscheiden Sie sich dafür, weiterzuarbeiten und Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen anstatt Rente zu beziehen, können Sie damit Ihre später gezahlte Rente erhöhen.