So einfach funktioniert die Rentenberechnung

Mit wie viel Rente kann ich im Ruhestand rechnen? Haben Sie sich diese Frage auch schon einmal gestellt? Die finanzielle Unsicherheit im Alter beschäftigt viele Menschen. Die Rentenberechnung schafft Klarheit, denn die Berechnung der eigenen Rente ist nicht kompliziert. Grundsätzlich gilt: Wie hoch die Leistungen sind, die Sie aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten, hängt entscheidend davon ab, wie viel Sie während Ihres Erwerbslebens bis zum Beginn der Rente verdient und welche Beiträge Sie dementsprechend in die Rentenversicherung eingezahlt haben.
Dabei zählen nicht nur die Zeiten, in denen Sie als Angestellter oder als Selbstständiger in Deutschland gearbeitet und Beiträge gezahlt haben. Auch andere Lebensphasen werden für die Rente berücksichtigt, zum Beispiel Zeiten der Kindererziehung sowie Phasen der krankheitsbedingten Berufsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit.

Die Formel der Rentenberechnung

Damit Sie Ihre Rente berechnen können, gibt es eine allgemeingültige Rentenformel:

Monatliche Rentenhöhe = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x aktueller Rentenwert x Rentenartfaktor

Beispiel für die Rentenberechnung

Mit der Kenntnis dieser Faktoren können Sie Ihre Rente berechnen. Folgendes Beispiel stellt anschaulich dar, wie die Rente berechnet wird: Für einen Arbeitnehmer, der 45 Jahre lang in Westdeutschland das Durchschnittseinkommen erzielt und die entsprechenden Rentenbeiträge gezahlt hat, ergibt sich 2016 diese gesetzliche Rente:

Entgeltpunkte = 45 (45 Jahre lang Durchschnittslohn)
Zugangsfaktor = 1,0 (pünktlicher Renteneintritt)
Aktueller Rentenwert = 30,45 (Wert für Westdeutschland)
Rentenartfaktor = 1,0 (Altersrente)

Rentenformel: 45 x 1,0 x 30,45 x 1,0 = 1.370,25 Euro monatlich.

Bei diesem Beispiel handelt es sich allerdings um eine vereinfachte Berechnung der Rente. Der Standardrentner (auch „Eckrentner“ genannt), der 45 Jahre lang genau durchschnittlich verdient und in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, kommt in der Realität kaum vor. Viele Arbeitnehmer verdienen zu Beginn ihres Berufslebens unterdurchschnittlich und später überdurchschnittlich.

Was ist die Beitragsbemessungsgrenze?

Das Arbeitseinkommen wird nicht unbegrenzt bei den Rentenbeiträgen und damit auch nicht bei der späteren Rentenberechnung berücksichtigt. Die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze sorgt dafür, dass ab einer bestimmten Einkommenshöhe das über der Grenze liegende Einkommen nicht mehr berücksichtigt wird. Das bedeutet einerseits, dass Sie und Ihr Arbeitgeber für diese Gehaltsanteile keine Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung abführen müssen. Auf der anderen Seite erwirtschaften Sie für diesen Anteil auch keine Entgeltpunkte. Da sich das Einkommen jedes Jahr verändert, legt die Bundesregierung die Beitragsbemessungsgrenze jährlich neu fest. Dabei entstehen unterschiedliche Werte für die alten und die neuen Bundesländer. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick:

Geltungsbereich 2017 Beitragsbemessungsgrenze alte Bundesländer und Berlin-West Beitragsbemessungsgrenze neue Bundesländer und Berlin-Ost
Monat 6.350 Euro 5.700 Euro
Jahr 76.200 Euro 68.400 Euro
     

Was wird bei der Rentenberechnung berücksichtigt?

In die Berechnung der Rente fließen verschiedene rentenrechtliche Zeiten ein. Die folgende Übersicht gibt Ihnen einen ersten Überblick. Lücken in Ihrem Rentenkonto können Sie gemeinsam mit der Rentenversicherung im Rahmen der kostenlosen Kontenklärung schließen. Die Deutsche Rentenversicherung teilt Ihnen mit, für welche Zeiten Nachweise fehlen und welche Unterlagen Sie nachreichen sollten. Die verschiedenen Zeiten sind wichtig, denn auch die Versicherungsdauer hat einen großen Einfluss auf Ihren Rentenanspruch. 

Beitragszeiten – die stärksten Zeiten bei der Rentenberechnung

Zeiten, in denen Sie als Arbeitnehmer oder Selbstständiger in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert waren, füllen das Konto Ihrer Beitragszeiten. Eine Ausnahme gilt hier für Minijobber (450-Euro-Job), die nicht freiwillig die Rentenbeiträge aufstocken: Sie sammlen keine Beitragszeiten an. Zusätzlich fallen folgende Zeitabschnitte in der Regel in die Beitragszeiten:

  • die berufliche Ausbildung
  • Wehr- und Zivildienst sowie der Bundesfreiwilligendienst
  • Kindererziehungszeiten und Zeiten, in denen Angehörige mindestens 14 Stunden pro Woche gepflegt wurden (Achtung! Diese Phasen erfasst die Rentenversicherung nicht automatisch. Sie müssen diese dem Leistungsträger nachweisen.)
  • Bezugszeiten von Arbeitslosengeld 1 sowie Krankengeld
  • Zeiten, in denen Sie Beiträge nachgezahlt haben sowie freiwillige Beiträge

Auch beitragsfreie Zeiten zählen

Nicht nur die Zeiten, in denen Sie Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet haben, fließen in die Berechnung der Rente mit ein. Auch beitragsfreie Zeiten sind wertvoll und wichtig für Ihre Zeit als Rentner. Grob gliedern sich diese Zeiten in drei Gruppen:

  • Anrechnungszeiten
  • Berücksichtigungszeiten
  • Ersatzzeiten

Anrechnungszeiten beziehen sich insbesondere auf den Lebensabschnitt zwischen dem 17. und 25. Lebensjahr. Hier können Schul- und Studienzeiten, Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Schwangerschaft wertvolle Jahre sein, mit der Sie Ihre Versicherungszeit auffüllen können. Die Regeln zur Anrechnung ändern sich regelmäßig. Die Servicestellen der Rentenversicherung informieren Sie gern darüber, welche Zeitspannen bei Ihnen anerkannt werden können.
Die sogenannten Berücksichtigungszeiten helfen, Rentenlücken zu schließen und beitragsfreie Phasen anders zu bewerten. Hier finden insbesondere Erziehungszeiten bis zum 10. Lebensjahr des Kindes Beachtung.
Die Ersatzzeiten können nur für Ereignisse, die vor dem 31. Dezember 1991 stattgefunden haben, berücksichtigt werden. Die Ersatzzeiten sollen die Lücken in der Erwerbsbiografie schließen, die durch Kriegsfolgen wie Internierung, Verfolgung oder militärische Dienste entstanden sind.
Einen Sonderfall stellen die Zurechnungszeiten dar. Sie dienen dazu, dass Versicherte mit einer Erwerbsminderung oder Hinterbliebene mit Anspruch auf Witwen-, Witwer- oder (Halb-)Waisenrente einen ausreichend hohen Rentenanspruch Erlangen.

Rente berechnen – Rentenlücke aufspüren

Wichtig: Das Ergebnis der Berechnung der Rente allein sagt noch nichts darüber aus, ob Sie damit Ihren Lebensstandard als Rentner halten können. Dafür müssen auch Faktoren wie die Inflationsrate (Preisentwicklung) und Ihr eigener Finanzbedarf im Alter mit berechnet werden. Das gilt umso mehr, je weiter Sie noch vom Eintritt in die Rente entfernt sind.
Ob bei Ihnen als Rentner eine finanzielle Lücke droht, also nach derzeitigem Stand Ihre gesetzliche Altersvorsorge zum Erhalt Ihres Lebensstandards nicht ausreicht, können Sie mit dem Ruhestandsplaner der Postbank herausfinden. Hier berechnet sich mit wenigen Mausklicks Ihre Rente. Sie müssen lediglich Ihre individuellen Angaben für die Rentenberechnung angeben.

Der Zeitpunkt des Renteneintritts als entscheidender Faktor

Wie die Betrachtung der Rentenberechnung gezeigt hat, ist ein ausschlaggebender Faktor für die Rentenhöhe, ob Sie mit Erreichen der regulären Altersgrenze oder schon früher in Rente gehen. Die Regelaltersrente ohne Abstriche erhalten Sie – von einigen Ausnahmen abgesehen – nur bei regulärem Renteneintritt. Die Altersgrenze dafür wird seit 2012 von 65 auf 67 Jahre schrittweise angehoben.

Tipp

Entscheiden Sie sich dafür, weiterzuarbeiten und Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen anstatt Rente zu beziehen, können Sie damit Ihre später gezahlte Rente erhöhen.