Rentenerhöhung 2018: Ab 1. Juli gibt es mehr Rente

Bereits im April hatte das Bundeskabinett der diesjährigen Rentenanpassung zugestimmt, ab Juli 2018 wird sie nun endlich spürbar: Die gesetzlichen Altersbezüge der über 20 Millionen Rentner in Deutschland steigen dann um mehr als drei Prozent. Im Zuge der Erhöhung werden außerdem die Rentenwerte in Ost und West stärker angeglichen. Bereits im Jahr 2025 wird das Rentenniveau in den alten und neuen Bundesländern einheitlich sein.

Einheitliches Rentenrecht bald erreicht

Die Rentenerhöhung 2018 fällt in Ost und West unterschiedlich aus. In Westdeutschland beträgt das Plus 3,22 Prozent, in den neuen Bundesländern klettert die Rente um 3,37 Prozent nach oben. Dem Ziel der Bundesregierung, ein einheitliches Rentenrecht für alle Bundesbürger bis 2025 zu etablieren, ist Deutschland dann wieder ein Stück näher gerückt. Der Anpassungsschritt lag sogar über dem gesetzlich festgeschriebenen Wert. Der Rentenwert Ost beträgt derzeit 95,8 Prozent des aktuellen Rentenwerts West. Im vergangenen Jahr waren es 95,7 Prozent. Auch Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales, blickt optimistisch in die Zukunft. Seiner Meinung sei Deutschland mit der Rentenanpassung 2018 auf einem guten Weg. Bis spätestens zur Rentenanpassung 2024 werde der aktuelle Rentenwert (Ost) auf 100 Prozent des Westwerts ansteigen.

Die deutliche Erhöhung der Rente in diesem Jahr ruft zudem Erinnerungen wach: 2016 konnten sich Rentnerinnen und Rentner über einen Rekordzuwachs freuen. Damals verzeichnete die Bundesrepublik die höchste Rentenerhöhung seit mehr als 20 Jahren. Zum 1. Juli 2016 wurde damals ein Anstieg von 4,25 Prozent in den alten Bundesländern und 5,95 Prozent in den neuen Bundesländern wirksam. 2017 fiel die Rentenerhöhung hingegen bescheiden aus. Die Rente stieg nur um 1,90 Prozent im Westen und 3,59 Prozent im Osten Deutschlands.

Mit wie viel mehr Geld können Rentnerinnen und Rentner rechnen?

Die Rentenerhöhung zum 1. Juli 2018 wird für viele Rentnerinnen und Rentner spürbar höhere Bezüge zur Folge haben. Die gern als Vergleichsgröße herangezogene Standardrente (Eckrente) – Rente einer Person, die 45 Jahre voll gearbeitet, durchschnittlich verdient und in die Rentenkasse einbezahlt hat, – erhöht sich um rund 45 Euro monatlich. Der Rentenwert wird auf 32,03 Euro (Ost) beziehungsweise 30,69 Euro (West) steigen. Mit dem Anheben der gesetzlichen Rente soll ihre Rolle als zentrale Säule der Alterssicherung gestärkt werden. In einer Pressemittelung des Ministeriums für Arbeit und Soziales vom 25. April 2018 heißt es:

„Die gesetzliche Rente ist und bleibt die zentrale Säule der Alterssicherung in Deutschland. Diese Säule werden wir nun weiter stärken: mit einer Grundrente, die jahrzehntelangen Einsatz im Arbeitsleben, bei der Pflege und in der Kindererziehung honoriert; mit der Stabilisierung von Rentenniveau und Beitragssatz; und mit einer weiteren deutlichen Verbesserung der Absicherung bei Erwerbsminderung.“

Warum steigen die Renten 2018?

Hubertus Heil begründet die Rentenanpassung 2018 mit der positiven Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt sowie mit den Lohnsteigerungen der letzten Jahre. Er reagiert mit der Anpassung der Rente in diesem Jahr unter anderem auf die positive Lohnentwicklung im vergangenen Jahr. Nach den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen des Statistischen Bundesamts konnte 2017 in Deutschland sowohl in den alten als auch neuen Bundesländern eine für die Rentenanpassung signifikante Lohnsteigerung verzeichnet werden, nämlich 3,06 Prozent im Osten und 2,93 Prozent im Westen.

Ein weiterer Grund für die Rentenanpassung 2018 offenbart sich im Zahlenverhältnis von Rentenbeziehenden und Beitragszahlenden, das mit dem sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor ausgedrückt wird. In diesem Jahr beeinflusst der Nachhaltigkeitsfaktor die Rente zum Positiven: Sie steigt um +0,29 Prozentpunkte. Hier macht sich der Positivtrend auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Wirtschaft floriert, viele Unternehmen sind auf Wachstumskurs und stellen ein, sodass die Arbeitslosigkeit sinkt. Durch die höhere Zahl an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten steigt auch die Anzahl der Sozialbeiträge, wovon letztendlich Rentnerinnen und Rentner profitieren. Wie genau die Rente berechnet wird, ist im Sechsten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI) festgelegt.

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