Für wen lohnt sich Rentensplitting?

Häufig verdienen Eheleute unterschiedlich viel. Insbesondere wenn Kinder die Ehe bereichern, steckt meist ein Partner zurück. Dieser widmet sich oft einige Jahre ganz der Familie und arbeitet anschließend in Teilzeit. Eine spätere Vollzeittätigkeit wird aufgrund der geringeren Berufserfahrung schlechter entlohnt als bei Gleichaltrigen ohne Erziehungspausen. Generell gilt: Der schlechter verdienende Partner erwirbt weniger Rentenansprüche als der besser verdienende. Das Rentensplitting schafft hier einen Ausgleich und ist eine echte Alternative zur Hinterbliebenenrente.

Umfassende Informationen zur Hinterbliebenenrente finden Sie hier.

Rentenansprüche teilen per Splitting

Seit Anfang 2002 können Ehegatten zwischen einer Hinterbliebenenrente und dem sogenannten Rentensplitting wählen. Für letzteres gelten folgende Regelungen:

  • Bereits zu Lebzeiten bestimmen die Ehepartner, dass die während der Ehe erworbenen Rentenansprüche gleichmäßig auf beide Partner verteilt werden.
  • Der Ehepartner mit dem höheren Rentenanspruch tritt dem anderen die Hälfte der Differenz ab. 

Für wen ist Rentensplitting interessant?

Nach dem Splitting haben also beide Partner gleich hohe Rentenansprüche. Der spätere Bezug einer Witwenrente ist nach dem Rentensplitting nicht mehr möglich. Trotzdem kann das Verfahren für den Partner mit dem geringeren Einkommen – und folglich auch den geringeren Rentenansprüchen – vorteilhaft sein. Denn per Splitting werden eigene Rentenansprüche erworben, die nicht mit dem Tod des Partners, durch Scheidung oder eine neue Ehe entfallen. 

Beispiel:

Anna und Max Muster interessieren sich für das Rentensplitting. Anna Muster hat weniger verdient als Ihr Mann und Kinder erzogen. Sie hat 10 Entgeltpunkte auf ihrem Rentenkonto. Mit dem Rentenwert (Stand 2016, West) von 30,45 Euro erhält Sie eine Altersrente von 304,50 Euro monatlich. Max Muster hat in seinem Erwerbsleben 30 Entgeltpunkte gesammelt. Seine Altersrente beträgt 913,50 Euro pro Monat. Durch das Rentensplitting gibt Herr Muster 10 Entgeltpunkte an seine Frau ab, beide haben nun 20 Punkte auf dem Rentenkonto. Das entspricht einer Altersrente von 609 Euro pro Monat und pro Person.

Wann dürfen Paare das Rentensplitting nutzen?

Um vom Rentensplitting profitieren zu können, müssen Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Ehe muss nach dem 31. Dezember 2001 geschlossen worden sein.
  • Besteht die Ehe bereits länger, müssen beide Ehepartner nach dem 01. Januar 1962 geboren worden sein.
  • Es müssen bei beiden Partnern mindestens 25 Jahre rentenrechtlich wirksame Zeiten vorhanden sein, dazu zählen auch Ausbildungszeiten und Kindererziehungszeiten.
  • Mindestens ein Partner muss bereits die Altersrente beziehen, der andere muss die Regelaltersgrenze erreicht oder überschritten haben.
Tipp

Nicht nur bei der gesetzlichen Rente können Sie Ihren Ehepartner absichern. Eine Hinterbliebenenrente ist auch in der privaten Rentenversicherung und bei der staatlich geförderten Altersvorsorge eine Möglichkeit. 

Erfahren Sie hier mehr zum Thema private Rentenversicherung. Auch zur staatlich geförderten Altersvorsorge stehen Ihnen weitergehende Informationen zur Verfügung. Lesen Sie hier mehr.

Verwandtes Thema

Gesetzliche Rente

Die „Rente mit 67“ ist beschlossen. Was das für Sie bedeutet und ab wann Sie Rente erhalten, erfahren Sie hier.

Mehr Informationen zum Thema Rente finden Sie unter