Roaming – die Neuerungen im Fokus

Endlich ist es soweit: Wer im EU-Ausland surft („Daten-Roaming“) oder telefoniert, muss keine hohen Gebühren mehr befürchten. Verbraucher profitieren automatisch von den neuen Regelungen zum Roaming. Auf eine Reihe von Punkten gilt es allerdings weiterhin zu achten. Andernfalls besteht auch beim neuen EU-Roaming noch immer die Gefahr, in die Kostenfalle zu tappen. Wir zeigen Ihnen, was Sie im Zusammenhang mit den neuen Regelungen berücksichtigen müssen! 

In welchen Ländern greift das EU-Roaming?

Die neuen Regelungen gelten für sämtliche 28 EU-Mitgliedsstaaten. Ob das EU-Roaming auch beim Telefonieren in den Ländern Norwegen, Liechtenstein und Island – diese gehören zum Europäischen Wirtschaftsraum – angewandt wird, hängt allerdings vom Mobilfunkanbieter ab. Gleiches gilt für weitere Länder wie die Türkei und die Schweiz. 

Nicht jeder profitiert vom EU-Roaming

Die Abschaffung der Roaming-Gebühren bringt zwar erhebliche Vorteile für Verbraucher mit sich. Es profitiert jedoch nicht jeder von den neuen Roaming-Regelungen. Befinden Sie sich beispielsweise auf einer Fähre oder einem Schiff, erfolgt die Verbindung normalerweise via Satellit. Hierfür fallen nach wie vor hohe Kosten an.
Zudem profitiert nur, wer im EU-Ausland ins Mobilfunknetz oder Festnetz oder wer von einem EU-Land aus nach Deutschland telefoniert. Für den umgekehrten Weg greifen nach wie vor spezielle Auslandstarife. 

Gut zu wissen: Einige Anbieter schließen in ihren (meist sehr günstigen) Verträgen die Tarifnutzung im Ausland sogar strikt aus. Das kann sowohl Telefonie und SMS als auch Internet beinhalten. Ein Blick ins Kleingedruckte vor Reiseantritt lohnt! 

Was steht hinter der Fair-Use-Regel?

Theoretisch ist es Verbrauchern möglich, im Ausland die günstigsten Tarife innerhalb der EU zu erwerben und diese im Heimatland zu nutzen. Um Nachteile für die Mobilfunkanbieter zu verhindern, greift in diesem Fall die sogenannte „Fair-Use“-Regel. Diese besagt, dass Roaming-Dienste im Ausland nicht übermäßig stark genutzt werden dürfen. Hierfür definieren Mobilfunkanbieter eine feste Zeitgrenze, die Kunden nicht überschreiten dürfen. Anderenfalls ist es dem Anbieter erlaubt, Aufschläge zu berechnen. Darüber hinaus räumt die Fair-Use-Regel Mobilfunkanbietern einiges an Spielraum ein, was die Nutzung von Freieinheiten im Ausland angeht. Diese müssen ihre Kunden aber im Vorfeld darüber informieren, inwieweit sie auch im Ausland ihre Telefonie- und Datenflatrate nutzen dürfen. Ist das entsprechende Datenvolumen aufgebraucht, kommt es trotz Daten-Roaming entweder zu einer Drosselung der Übertragungsgeschwindigkeit oder zur Berechnung zusätzlicher Gebühren. Auch eine uneingeschränkte LTE-Flatrate im Ausland ist nicht garantiert! 

Praktisch: Die neue EU-Regelung zum Roaming sieht im Bereich Datenvolumen ein weiteres Sicherheitsnetz für Verbraucher vor. Sind durch Surfen Zusatzkosten von 50 Euro angefallen, gibt es eine Warn-SMS aufs Handy. Bei 60 Euro ist keine Datenübertragung mehr möglich. Wer über diese Grenze hinaus surfen möchte, muss dies manuell beantragen. 

Auslandsoptionen separat buchen

Wer häufig im Ausland unterwegs ist, besitzt in der Regel bereits ein spezielles Auslandspaket. Mit dem Inkrafttreten der neuen Roaming-Regelung wurden diese Pakete automatisch vonseiten der Provider beendet. Reisen Sie des Öfteren in Länder, die außerhalb des Geltungsbereichs des EU-Roamings liegen, müssen Sie daher selbst aktiv werden. Entsprechende Auslandsoptionen können Sie bei Ihrem Mobilfunkanbieter anfragen und separat zu Ihrem Tarif hinzu buchen.