Die SCHUFA: Alles zur Bonitätsauskunft und Kreditsicherung

Ob Privatkredit, Autokredit oder Baufinanzierung – die SCHUFA-Auskunft gehört zu jeder Kreditanfrage dazu. Das im Jahr 1927 gegründete Unternehmen ist sehr bekannt. Immerhin 95 Prozent aller Einwohner unseres Landes kennen die SCHUFA. Kein Wunder, denn immerhin ist die SCHUFA Deutschlands größte Wirtschaftsauskunftei. Welche Daten die „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ mit Sitz in Wiesbaden sammelt und wie sie sie verwendet, wissen allerdings nur wenige Menschen. Ebenfalls ist häufig nicht bekannt, wie Verbraucher eine Selbstauskunft erhalten können. Lesen Sie hier alles rund um die Themen SCHUFA und Bonitätsauskunft.

Die Hintergründe der Bonitätsprüfung

Wenn Banken einen Kredit vergeben, möchten Sie natürlich die größtmögliche Sicherheit, dass Kreditnehmer ihre Schulden zuverlässig bedienen. Ein nicht getilgter Kredit stellt für die Bank schließlich einen Verlust dar. Um diesen auszugleichen, müssten beispielsweise die Zinssätze für Kredite erhöht werden. Es ist also nicht nur im Interesse der Bank, dass der Kreditnehmer zuverlässig ist. Auch Sie selbst profitieren über günstige Zinsen von der Bonitätsprüfung. Das Unternehmen ermittelt anhand der gesammelten Daten, wie wahrscheinlich der Kunde zahlt oder eben nicht.

Mithilfe der SCHUFA zum Kredit

Eine Bank hat nur wenige Möglichkeiten, Ihre Zuverlässigkeit in finanziellen Fragen zu beurteilen. Haben Sie bereits ein Konto bei dem Anbieter, kann er über die Kontohistorie eine Einschätzung treffen. Haben Sie noch kein Konto bei der Bank, bei der Sie einen Kreditantrag stellen, dann sind Sie für den Berater ein unbeschriebenes Blatt. Unterlagen wie Gehaltsabrechnungen erleichtern die Einschätzung. Doch insgesamt benötigt eine Bank in der Regel weitere Informationen, um einen Kredit zu gewähren. Hier tritt die SCHUFA auf den Plan.

Welche Daten werden bei der SCHUFA erfasst?

Die SCHUFA arbeitet mit zahlreichen Unternehmen zusammen. Dazu gehören Banken, Versicherungen, Telekommunikationsfirmen, Online-Versandhändler, Energieversorger und viele andere mehr. Diese Unternehmen fragen mit dem Einverständnis des Kunden vor einem Vertragsabschluss bei der Wirtschaftsauskunftei an, um mehr über das Zahlungsverhalten eines künftigen Kunden zu erfahren. Gleichzeitig melden Sie Informationen über die Kundenbeziehung zurück.

Diese Daten werden bei der SCHUFA gesammelt:

  • Ihre persönlichen Daten (Name, Vorname, Geburtsname, Geburtsdatum, aktuelle und frühere Anschriften)
  • Kredit- und Leasingverträge inklusive Laufzeit und Betrag
  • Konten (Girokonten, Pfändungsschutzkonto)
  • Kreditkarten
  • Verträge mit Telekommunikationsanbietern
  • Kundenkonten im (Versand-)Handel
  • Unbeglichene Forderungen, die fällig, korrekt angemahnt und von Ihnen nicht bestritten worden sind
  • Forderungen aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung sowie deren Erledigung
  • Eine eventuelle Abgabe der „Eidesstattlichen Versicherung“
  • Haftbefehle, die zur Abgabe der Versicherung zwingen sollen
  • Privatinsolvenz
  • Ablehnung einer Insolvenz mangels Masse
  • Anfragen nach Branche und Konditionsanfragen

Die SCHUFA ist zum Datenschutz verpflichtet. Angaben über Ihren Kontostand, die Höhe Ihres Einkommens, den Familienstand und Ihre Nationalität erfasst die Auskunftei nicht. Negative Einträge über ausstehende Zahlungen werden zudem drei Jahre nach dem Ausgleich wieder aus der Datei gelöscht. Mithilfe dieser Daten erfahren potenzielle Kreditgeber sehr viel über Ihr individuelles Zahlungsverhalten. Ein pünktlich zurückgezahlter Kredit wirkt sich somit positiv auf die Einschätzung Ihrer Bonität aus, ein nicht beglichene Online-Rechnung hingegen negativ. So liefert die SCHUFA Kreditgebern Auskunft über Ihre Kreditwürdigkeit.

Das SCHUFA-Scoring

Das Unternehmen verfügt über Millionen von Datensätzen, die sich anonym vergleichen lassen. Unter Berücksichtigung von Tausenden anderen Datensätzen errechnet die Auskunftei, wie hoch das Risiko für einen Kreditausfall ist. Damit liefert die SCHUFA die Basis für eine Einschätzung durch die Bank. Ohne vertrauliche Daten zu erfahren, kann Ihr Kundenberater über den SCHUFA-Score Auskünfte über ihre Zahlungsmoral erlangen. Der Wert liegt hierbei zwischen 1 und 100 Punkten – je höher die Zahl ausfällt, desto kreditwürdiger sind Sie. Eine positive Rückmeldung des Instituts sichert Ihnen also einen günstigen Zinssatz für Ihren gewünschten Kredit. Übrigens sind Kredite ohne SCHUFA-Abfrage selten seriös. Betrüger verlangen hohe Gebühren, ohne am Ende ein Darlehen zu gewähren. Erhalten Sie tatsächlich einen Kredit, sind die Zinsen viel zu hoch.

Wann erfolgt ein negativer SCHUFA-Eintrag?

Negative SCHUFA-Einträge sind gefürchtet, senken diese doch die eigene Kreditwürdigkeit. Doch wie kommt es zu einem negativen SCHUFA-Eintrag? Prinzipiell kann ein solcher erfolgen, wenn einer Zahlungsaufforderung nicht nachgegangen wird. Allerdings ist hier eine Reihe von Bedingungen zu erfüllen. Zu einem negativen SCHUFA-Eintrag darf es nur dann kommen, wenn die folgenden vier Voraussetzungen erfüllt sind:

  1. Die ausstehende Zahlung wurde bereits mindestens zweimal auf schriftlichem Wege gemahnt.
  2. In einer der Mahnungen wurde Ihnen ein negativer SCHUFA-Eintrag angedroht.
  3. Zwischen den Mahnungen lag eine Frist von mindestens vier Wochen.
  4. Sie haben die geforderte Zahlung nicht geleistet.

SCHUFA-Selbstauskunft einfordern

Was viele Verbraucher, die einen Kredit aufnehmen möchten, nicht wissen: Jeder Bürger hat einmal jährlich das Recht, eine kostenlose Selbstauskunft bei der SCHUFA einzufordern. Für jede weitere Auskunft zu Ihrer Kreditwürdigkeit werden 29,95 Euro fällig. Auf diese Weise ist es möglich, die bei der SCHUFA gespeicherten Informationen zur Kreditwürdigkeit bzw. Bonität zu überprüfen. Unter Umständen ist eine entsprechende SCHUFA-Auskunft zu Ihrer wirtschaftlichen Lage auch notwendig. Viele Vermieter beispielsweise fordern vor Einzug einen entsprechenden Nachweis. So können Immobilienbesitzer sichergehen, dass sie es mit vertrauenswürdigen und zahlungsfähigen Mietern zu tun haben. Um eine persönliche SCHUFA-Selbstauskunft zu erhalten, müssen Sie der SCHUFA nur eine Kopie Ihres Personalausweises oder Ihres Reisepasses zuschicken oder sich online legitimieren.

SCHUFA – was tun bei fehlerhaften Daten?

Zwar sind die bei der SCHUFA gespeicherten Daten in der Regel korrekt. Fehlerhafte Angaben sind allerdings nicht vollkommen auszuschließen. Durch Verwechslungen – aber auch durch betrügerische Datenfälschungen – kann es zu fehlerhaften Angaben kommen. In diesem Fall haben Sie die Möglichkeit, bei der SCHUFA schriftlich eine Korrektur anzufordern.

Tipp

Sie möchten Ihre Bonität schnell und unkompliziert belegen können? Kein Problem - in 130 Postbank-Filialen können Sie sich Ihre SCHUFA-Auskunft direkt selbst ausdrucken und mitnehmen. Deutsche Bürger brauchen dafür lediglich einen gültigen Personalausweis. Ihren persönlichen SCHUFA-BonitätsCheck können Sie auch ganz einfach für 29,95 Euro online abrufen. 

SCHUFA-Eigenauskunft vs. BonitätsCheck - was ist der Unterschied?

Die kostenlose Eigenauskunft, welche Sie einmal im Jahr bei der SCHUFA beantragen können, dient in erster Linie zur Kontrolle Ihrer Daten. Diese Eigenauskunft sollten Sie niemals an Kreditgeber oder Vermieter weitergeben, denn sie enthält sensible Daten wie Ihre Kontonummer(n), Ihre Kreditkartennummer(n) und Infos über Ihre Raten-, Telefon- und Leasingverträge sowie über nicht bezahlte Internetbestellungen auf Rechnung.

Zur Weitergabe z. B. an Vermieter eignet sich hingegen der BonitätsCheck, den Sie für 29,95 Euro in Ihrer Postbankfiliale oder online bei Postbank oder SCHUFA erhalten können. Das Zertifikat bescheinigt Ihnen bei entsprechender Bonität, dass über Sie bei der SCHUFA „ausschließlich positive Vertragsinformationen“ vorliegen. Es eignet sich somit bestens, um Gläubiger von Ihrer Liquidität und tadellosen Zahlungsmoral zu überzeugen. Ein Muster des SCHUFA BonitätsChecks können Sie hier einsehen.

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