Sharing Economy – teilen, tauschen, abwechseln

Haben Sie schon mal von Carsharing oder Couchsurfing gehört? Von Airbnb oder Kleiderkreisel? Dabei handelt es sich um Angebote bzw. Anbieter der sogenannten Sharing Economy, zu Deutsch: Wirtschaft des Teilens. Das Prinzip dahinter ist ganz einfach: Statt etwas nur für sich allein zu erwerben und zu nutzen, teilt man es mit anderen. Das spart nicht nur Geld, es ist oft auch ökologisch sinnvoll. 34 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren haben schon einmal ein entsprechendes Angebot genutzt. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Hightechverbands Bitkom aus dem Januar 2017.

Neuer Sharing-Boom dank Internet

Ganz neu ist das Prinzip der Sharing Economy natürlich nicht. Leihbüchereien, Autovermietungen, Mitfahrzentralen oder Maschinenringe in der Landwirtschaft gab es bereits, bevor diese mit Stempeln wie Share Economy, Shared Economy oder KoKonsum versehen wurden. Den Begriff Sharing Economy für diese Form der Wirtschaft prägte bereits in den 1980er-Jahren der US-Ökonom Martin Weitzman von der berühmten Harvard University. Seine These: Der Wohlstand für alle erhöht sich, je mehr Menschen miteinander teilen. Ungenutzte Ressourcen können auf diese Weise produktiv gemacht werden und man muss insgesamt weniger produzieren, was zur Nachhaltigkeit beiträgt.

Einen wahren Boom erlebte die Sharing Economy aber erst in jüngerer Zeit – durch das Internet. Denn das weltweite Netz macht die Vermittlung von Sharing-Angeboten besonders einfach. Das Carsharing ohne feste Vermietstationen etwa ist erst möglich geworden, da man dank des mobilen Internets mit seinem Smartphone jederzeit ein Fahrzeug in seiner Nähe orten und unabhängig von einer Vermietstation online mieten und bezahlen kann.

Grundsätzlich lässt sich die Sharing Economy in drei Bereiche aufteilen:

  • Nicht kommerzielles Peer-to-Peer-Sharing. Hier werden Güter und Dienstleistungen unter Gleichen (engl. „peer to peer“) geteilt. Ein klassisches Beispiel dafür sind Mitfahrzentralen, über die Privatleute anderen Privatleuten gegen Kostenbeteiligung eine Mitfahrgelegenheit im eigenen Auto oder auch im Rahmen einer Gruppenfahrkarte der Bahn anbieten.
  • Kommerzielles Business-to-Consumer-Sharing. Hier werden die zu teilenden Güter von einem Anbieter zentral zur Verfügung gestellt und klassisch gegen Bezahlung an wechselnde Nutzer vermietet. Beispiele für diese Form der Sharing-Wirtschaft sind die Carsharing-Angebote.
  • Business-to-Business-Sharing. Bei der Firmenvariante der Sharing Economy geht es vor allem darum, Anlagen, Ausrüstung oder Infrastruktur gemeinschaftlich zu nutzen.

Die besten Share-Economy-Angebote im Kurzüberblick

Wohnungen, Bücher, Brautkleider, Gemälde, Fahrräder, Oldtimer, Mähdrescher und sogar Nahrungsmittel – es gibt fast nichts, was es in der Sharing Economy nicht gibt. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige der besten aktuellen Sharing-Angebote vor.

Wohnen und urlauben

Platzhirsch bei der (Ferien-)Wohnungsvermittlung ist Airbnb. Das kalifornische Unternehmen vermittelt alles vom Zimmer einer Privatwohnung bis zum kompletten Ferienhaus. Kommt eine Buchung zustande, zahlt der Gastgeber bzw. Vermieter 3 Prozent des von ihm geforderten Mietpreises als Provision. In Deutschland gegründete Pendants zu Airbnb sind Wimdu, 9flats und Gloveler.

Gut zu wissen: In einigen Städten, etwa in Berlin, ist die Vermietung von Privatwohnungen als Ferienunterkunft mittlerweile verboten. Erkundigen Sie sich danach, bevor Sie selbst ein Angebot online stellen.

Dem sozialen Gedanken der Sharing-Economy-Verfechter folgt Couchsurfing.com Das Portal vermittelt weltweit Mitwohngelegenheiten auf Zeit. Die Vermittlung ist hier für Anbieter und Nutzer kostenlos.

Tipp

Auch ein freier Schreibtisch lässt sich über Sharing-Portale finden: Einzelne Büroarbeitsplätze für Freiberufler etc. vermittelt shareDnC.

Fahren und mitfahren

Car2go und DriveNow bieten klassisches Carsharing an. Sie arbeiten rein kommerziell, also nicht so viel anders als Autovermietungen. Der Unterschied: Die Nutzer müssen sich gegen Gebühr einmalig anmelden, die Abrechnung erfolgt dann nach Fahrzeit im Minutentakt. Pluspunkt: Die Fahrzeuge müssen nicht an einer Vermietstation abgeholt und wieder abgeliefert werden.

Carsharing zwischen Privatleuten vermitteln drivy und tamyca.

Mitfahrgelegenheiten gegen Kostenbeteiligung bieten zum Beispiel BlablaCar, BesserMitfahren.de und fahrgemeinschaft.de

Kleidung & Co.

„Social Shopping statt kommerzieller Handel“ – damit wirbt die Secondhand-Plattform Kleiderkreisel. Ähnlich agiert Mädchenflohmarkt. Beide funktionieren nach demselben Prinzip: Nach Registrierung kann man als User Klamotten zum Verschenken, Tausch oder auch Verkauf anbieten. Wenn etwas verkauft wird, kassiert der Portalbetreiber eine Provision.

Die Vermietung von Kleidungsstücken zum Paketpreis bietet die Kleiderei an.

Das Unternehmen BringWasMit vermittelt private Boten, die Wunschartikel von ihren Reisen mitbringen.

Bücher sind seit jeher beliebte Tausch- und Leihobjekte, auch im privaten Bereich. Darauf spezialisiert hat sich zum Beispiel die Online-Leihbibliothek www.leih-ein-Buch.de.

Nach eigenen Angaben weltweit größter Marktplatz für Mietartikel im Internet ist Erento. Hier gibt es vom Teppichreiniger über den Zauberer für den Kindergeburtstag bis zum Wohnmobil buchstäblich alles zu mieten. Und zwar angeboten von privaten und gewerblichen Vermietern.

Wer überschüssige Lebensmittel lieber verschenken möchte, statt sie wegzuwerfen, kann dies bei foodsharing.de tun.

Tipp

Über die oben genannten Anbieter hinaus gibt es eine Vielzahl von nicht kommerziellen und regionalen Angeboten zum Tauschen, Teilen und Abwechseln. Einfach mal unter dem Stichwort Sharing und Ihrem Wohnort bei Google suchen.