So kommt Ihr Kind sicher zur Schule – ein Ratgeber

Die Sommerferien sind vorbei - Millionen Kinder sind wieder täglich auf dem Weg zur Schule. Vor allem für die neuen Grundschüler ist ein sicherer Schulweg besonders wichtig. Denn dieser kann für Kinder im Grundschulalter eine große Herausforderung sein. Auch ältere Kinder benötigen eine umfassende Verkehrserziehung, um den Weg zur Schule sicher zu meistern. Insgesamt rund 11 Millionen Schüler sind jeden Tag bundesweit auf den Straßen unterwegs und sollen sicher in der Schule und später auch wieder zu Hause ankommen.

Sicherer Schulweg – rechtzeitig planen

Ein sicherer Schulweg ist insbesondere für Grundschulkinder sehr wichtig. Kinder nehmen die Umwelt ganz anders war als Erwachsene. Erst im Alter von 8 bis 10 Jahren können Kinder die Entfernung und die Geschwindigkeit eines Autos ansatzweise realistisch einschätzen. Das Bewusstsein für Gefahren im Verkehr fehlt noch weitgehend. Kindern ist nicht klar, dass ein Auto bei Glätte einen längeren Bremsweg hat oder dass sie ein Autofahrer hinter einem geparkten Auto nicht erkennen kann. Erst mit 12 Jahren sind Konzentrationsfähigkeit, motorische Fähigkeiten und die psychosoziale Entwicklung so weit abgeschlossen, dass Kinder sich sicher im Straßenverkehr bewegen können. Zur Sicherheit des Nachwuchses sollte daher die Verkehrserziehung einen hohen Stellenwert erhalten. Folgende Tipps erleichtern ABC-Schützen den Weg zur Schule:

  • Ein sicherer Schulweg ist nicht immer der kürzeste Weg. Planen Sie die Wegstrecke so, dass Ihr Kind immer auf dem Bürgersteig gehen kann und die Straße nur an Zebrastreifen und Ampeln überqueren muss.
  • Legen Sie klare Regeln für das Verhalten an Ampeln und Zebrastreifen fest. Kinder sollten lernen, an der Ampel auch bei Grün erst zu schauen, ob die Straße frei ist. Häufig haben gleichzeitig mit den Fußgängern Rechtsabbieger ebenfalls freie Fahrt. Auch an Zebrastreifen sollte das Kind zur eigenen Sicherheit erst gehen, wenn die Autofahrer angehalten haben.
  • Üben Sie den Weg gemeinsam mit Ihrem Kind bereits in den Ferien.
  • Denken Sie daran, dass Verkehrserziehung immer stattfindet. Sie sind das Vorbild für Ihre Kinder. Leben Sie die Regeln aktiv vor, auch wenn Sie gerade im Stress sind.
  • Achten sie darauf, dass Ihr Kind genügend Zeit für den Schulweg hat. Wer zu spät das Haus verlässt, ist gehetzt und neigt zum Übertreten von Regeln. 
Tipp

Betrachen Sie die Welt mit den Augen eines Kindes. Gehen Sie an möglichen Gefahrenpunkten in die Hocke, um die Perspektive der Kleinen zu erkennen. 

Smartphone & Co. – Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: Eine Erhebung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zeigt, dass pro Jahr rund 100.000 Schüler auf dem Weg zwischen Wohnung und Schule verunglücken. Besonders gefährdet sind Kinder im Alter zwischen 10 und 15 Jahren, die den Schulweg mit dem Fahrrad bewältigen. Das zeigt die Studie „Schülerunfallgeschehen“ der DGUV aus dem Jahr 2016. Nachdem die Unfallzahlen auf dem Schulweg über Jahre rückläufig waren, steigen sie seit einiger Zeit wieder an. Ein Grund dafür dürfte in der exzessiven Nutzung von Smartphones und Musik über Kopfhöhrer liegen. Eine Studie der DEKRA zeigt, dass jeder fünfte Europäer sein Smartphone auch im Straßenverkehr nutzt. Dabei ist der Anteil der tippenden, textenden und surfenden Smartphonennutzer gerade bei den jüngeren Verkehrsteilnehmern hoch. Eine Umfrage des Verkerssicherheitsrates aus dem jahr 2015 zeigt, dass jeder zweite Verkehrsteilnehmer ab 14 Jahre regelmäßig oder zumindest gelegentlich Kopfhörer im Straßenverkehr nutzt. Ein Drittel der Befragten ist deshalb bereits in eine gefährliche Situation geraten. Der richtige Umgang mit Smartphone & Co. ist ein wichtiger Teil der modernen Verkehrserziehung. 

„Dabei sind Musik und Telefonate in einer Lautstärke, die das Gehör beeinträchtigt, laut Straßenverkehrsordnung (StVO) verboten", darauf weist Daniel Sander, Versicherungsexperte der Postbank, hin. 

Sicherer Schulweg – 7 Tipps für Eltern

Unabhängig davon, ob Ihr Kind zu Fuß, mit dem Bus, mit dem Fahrrad oder mit dem „Mama-Taxi“ zur Schule kommt, können Sie viel für die Sicherheit tun. Die folgenden Tipps machen den Schulweg sicherer:

  • Das Smartphone bleibt unterwegs in der Tasche, Kopfhörer und iPod bzw. MP3-Player sind ebenfalls nicht angebracht.
  • Besorgen Sie sich einen Schulwegeplan. Dort sind alle Gefahrenstellen auf dem Schulweg vermerkt und besonders kinderfeundliche Routen gut erkennbar. Das gilt nicht nur für den Eintritt in die Grundschule, auch für den Weg zur weiterführenden Schule ist der Plan hilfreich. Viele Schulen halten einen entsprechenden Plan für Sie bereit.
  • Üben Sie mit Ihrem Kind den Schulweg ein und nutzen Sie jede Ampel, jeden Zebrastreifen und jede Überquerung einer Straße zur Verkehrserziehung.
  • Üben und überprüfen Sie die Regeln aus der Fahrradprüfung am Ende der Grundschulzeit regelmäßig.
  • Prüfen Sie in regelmäßigen Abständen die Verkehrssicherheit des Fahrrades. Funktionieren Licht und Bremsen? Sind alle Schrauben fest?
  • Transportieren Sie Ihr Kind sicher im Auto. Bis zum Alter von 12 oder einer Größe von 150 cm schreibt die Straßenverkehrsordnung einen Kindersitz vor. Danach sorgt eine Sitzerhöhung für Sicherheit, wenn der Gurt an Bauch oder Hals einschneidet. 

Private Unfallversicherung nicht vergessen

Generell sind Kinder auf dem Schulweg in der gesetzlichen Unfallversicherung abgesichert. Aber der Schutz ist nicht ausreichend und zusätzlich lückenhaft. PBV-Experte Sander erklärt: „Wird der Schulweg für mehr als zwei Stunden unterbrochen, weil das Kind zum Beispiel mit einem Schulfreund lernt oder spielt, erlischt der staatliche Schutz komplett. Deshalb rät Sander zu einer privaten Unfallversicherung wie der PB Unfall plus: „Wenn ein Kind durch einen Unfall dauerhaft beeinträchtigt bleibt, kann eine private Unfallversicherung die finanziellen Folgen auffangen und den Lebensstandard sichern.“ 

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