So verändert die Digitalisierung das Leben

Die Digitalisierung ist in immer mehr Lebensbereichen auf dem Vormarsch und betrifft hierzulande fast jeden. So surfen die Deutschen mittlerweile mehr im Internet, als sie arbeiten. Aber es gibt eine Gegenbewegung. Denn die Digitalisierung betrachten die Deutschen auch skeptisch. In einigen Bereichen ist ein Trend zum analogen Leben erkennbar. Diese und weitere Ergebnisse liefert die Postbank Studie „Der digitale Deutsche und das Geld“. Lesen Sie, wie Deutsche in puncto Digitalisierung ticken.

Die Studie befasst sich nun schon zum dritten Mal mit dem Thema Digitalisierung und untersucht, wie sich das Verhalten und die Bedürfnisse der Deutschen dadurch verändern. Eine der Kernerkenntnisse der Digitalstudie lautet: Die Bundesbürger verbringen extrem viel Zeit im World Wide Web. Durchschnittlich surfen die Deutschen rund 43 Stunden pro Woche im Internet. Damit sind sie also mehr online als auf der Arbeit, sofern man eine durchschnittliche Arbeitswoche von 35 Stunden zugrunde legt.

Digital Natives sind fast acht Stunden täglich im Internet

Auffällig dabei ist, dass es eine riesige Kluft zwischen den Generationen gibt: So bewegen sich die sogenannten Digital Natives, also Personen von 18 bis 34 Jahren, ganze 55 Stunden pro Woche im Netz. Das entspricht einer täglichen Internetnutzung von fast acht Stunden. Personen ab 35 Jahren („Digital Immigrants“) kommen hingegen „nur“ auf eine Verweildauer von circa 39 Stunden.

Imposante Zahlen – findet auch Philip Laucks, Chief Digital Officer der Postbank: „Ein beachtlicher Teil unseres Lebens findet inzwischen online statt. Die Jüngeren übernehmen dabei eine Vorreiterrolle: Kommunikation, Einkäufe, Erledigungen – das alles läuft nicht nur online, sondern auch von unterwegs.“ Wenn Unternehmen in der digitalen Welt eine Zukunft haben möchten, „müssten sie sich auf dieses Kundenverhalten einstellen“, so Laucks weiter.

Telefonieren mit dem Smartphone? Nicht mit der jungen Generation!

Maßgeblichen Anteil an der wachsenden Internetnutzung hat der Siegeszug des Smartphones. Sieben von zehn Bundesbürgern nutzen ihr Mobiltelefon, um damit online zu gehen. Bei den unter 35-Jährigen ist die Quote noch höher: 91 Prozent der Digital Natives sind mit ihrem Smartphone online. Die ursprüngliche Grundfunktion des Mobiltelefons, das Telefonieren, ist für diese Altersgruppe mittlerweile längst zur Nebensache geworden. Das Surfen im Internet, das Chatten mittels Messenger-Diensten wie etwa WhatsApp und das Versenden bzw. Abrufen von E-Mails hat hier höhere Priorität. Nicht einmal jeder Dritte (30 Prozent) verwendet seinen mobilen Alleskönner für Telefonate.

Die Digital Immigrants nutzen ihr Smartphone hingegen überwiegend (59 Prozent) fürs Telefonieren. Dieses vermeintliche „Old-School-Verhalten“ der älteren Generation spiegelt sich auch bei der Internetnutzung via Desktop-PC wider: Während hier sechs von zehn den stationären Computer fürs Surfen im Internet verwenden, tut dies die junge Generation nur noch in vier von zehn Fällen.

Online-Shopping – was wird im Internet hauptsächlich eingekauft?

Aber nicht nur für den Austausch von Informationen surfen die Deutschen im Internet. Online wird auch fleißig geshoppt. Bedingt durch die zunehmende Digitalisierung zeigt sich hierzulande ein deutlicher Wandel im Konsumverhalten. Mittlerweile tätigt rund ein Viertel der Bundesbürger seine Einkäufe online. Bei der jüngeren Altersgruppe findet gar jeder dritte Einkauf im Web statt. Auf dem digitalen Einkaufszettel der Deutschen stehen dabei folgende Waren ganz oben:

  • 68 % Medienprodukte (z. B. Bücher, DVDs, CDs, Video-/PC-Spiele)
  • 54 % Unterhaltungselektronik (z. B. TV, Spielekonsolen, Audioanlagen, Notebooks & PCs)
  • 43 % Elektro- oder Haushaltsgeräte
  • 40 % Bekleidung, Schuhe
  • 36 % Haushaltswaren (z. B. Staubsaugerbeutel, Ersatzteilservice, Porzellan, Bestecke etc.)
  • 29 % Modische Accessoires (z. B. Uhren, Sonnenbrillen, Taschen)
  • 29 % Möbel oder Wohnaccessoires (z. B. Lampen, Teppiche)

Für den Kauf von Drogerieartikeln (10 Prozent) oder Lebensmitteln (2 Prozent) im Word Wide Web sind die Deutschen bislang kaum zu begeistern. Hier findet das Einkaufserlebnis noch klassisch vor Ort in einer Filiale bzw. einem Markt statt.

Sättigung bei privater Online-Kommunikation

Doch bei allem Hype um die Digitalisierung gibt es in manchen Lebensbereichen auch eine Gegenbewegung. Wie die Postbank Studie „Der digitale Deutsche und das Geld“ belegt, hat der Trend zu privater Online-Kommunikation offensichtlich seinen Zenit überschritten. Im Vergleich zur Studie aus dem Vorjahr tauschen sich die Deutschen nämlich nicht mehr so häufig online mit Familie, Freunden und Partnern aus. Private Kommunikation läuft nur noch bei 45 Prozent der Befragten über digitale Kanäle. Im Jahr 2016 waren es noch 51 Prozent. Hier ist also eine – wenn auch nur leicht – rückläufige Tendenz erkennbar.

Welche Begleiterscheinungen der Digitalisierung werden kritisch gesehen?

Auch auf digitale Neuerungen jeglicher Art lassen sich weniger Bundesbürger ein als zuletzt. Stattdessen werden die Angebote gezielter ausgesucht. Fast 60 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass sie sich bereits einmal bewusst gegen die Nutzung digitaler Angebote, Prozesse und Produkte entschieden hätten. Dazu zählen unter anderem:

  • Bargeldloses Bezahlen im Geschäft (43 %)
  • Online verabreden / flirten (42 %)
  • Lesen (E-Books) (40 %)
  • Social-Media-Aktivitäten (Facebook, Twitter etc.) (40 %)
  • Musik- und Film-Streaming (34 %)
  • Online-Banking (25 %)

Auch wenn der Großteil (83 Prozent) sagt, dass die Digitalisierung den Alltag erleichtere, machen sich 72 Prozent Sorgen um ihre persönlichen Daten. Die Möglichkeiten der Digitalisierung führen darüber hinaus zu einem weiteren Kritikpunkt: Durch die ständige Erreichbarkeit fühlt sich jeder Zweite gestresst.

Fazit – Digitalisierung ja, aber nicht um jeden Preis

Die Digitalisierung gehört für die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger zum Alltag. Digitale Technologien haben großen Einfluss auf das tägliche Leben und Verhaltensweisen der Menschen. Die Nutzung des Internets – insbesondere durch die Verwendung des Smartphones – spielt dabei eine immer größer werdende Rolle. Auch wenn das Bedürfnis nach permanentem Informationszugriff steigt, sind in einigen Bereichen leichte Tendenzen zur Rückkehr in ein analoges Leben zu erkennen.
So ist beispielsweise die Pflege persönlicher Beziehungen durch digitale Kanäle im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Die Menschen sprechen also wieder vermehrt von Angesicht zu Angesicht miteinander. Zudem erfolgt die Auswahl digitaler Angebote mittlerweile gezielter als früher. Nicht alle Möglichkeiten der Digitalisierung werden auch als sinnvoll bzw. notwendig erachtet. Dennoch können sich fast sieben von zehn Deutschen ein Leben ohne Internet und Smartphone überhaupt nicht mehr vorstellen.

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