Studienkredit – Rückzahlung ohne Probleme

864 Euro im Monat – so viel steht Studierenden laut Deutschem Studentenwerk durchschnittlich zur Verfügung. Die wichtigste Finanzierungsquelle sind nach wie vor die Eltern, die 87 Prozent der Studierenden unterstützen. 63 Prozent gehen neben ihrem Studium jobben und jeder Dritte erhält finanzielle Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG. Doch für fünf Prozent der Betroffenen gibt es nur einen Ausweg: Sie müssen einen Studienkredit aufnehmen. Gehören auch Sie dazu?

Rückzahlung von 54.000 Euro möglich

Wenn ja, starten Sie später mit einer finanziellen Last in Ihr Berufsleben. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ rechnete einmal nach, wie hoch diese ausfallen kann: Haben Sie zum Beispiel den KfW-Studienkredit für die maximale Dauer von sieben Jahren in Anspruch genommen und monatlich den Höchstsatz von 650 Euro erhalten, summiert sich der Rückzahlungsbetrag auf mehr als 54.000 Euro. Eine enorme finanzielle Belastung, die Sie umso leichter stemmen, je mehr die Rückzahlungsbedingungen des Studienkredits an Ihre aktuelle persönliche Situation angepasst werden können.

Sehen Sie sich vor Vertragsunterzeichnung die Rückzahlungsmodalitäten genau an

Aus diesem Grund sollten Sie bei einem Vergleich der Studienkredit-Angebote nicht nur den Zinssatz im Blick haben, sondern auch andere wichtige Konditionen. Zum Beispiel den Beginn der Rückzahlung und die Möglichkeit, diesen hinauszuzögern, wenn Sie nicht sofort eine Arbeitsstelle finden.

Das CHE Centrum für Hochschulentwicklung hat vier Tipps zusammengestellt, mit denen Ihnen Ihre Entscheidung für ein passendes Studienkredit-Angebot leichter fällt:

1. Tipp: Kalkulieren Sie Ihren tatsächlichen Bedarf

Rechnen Sie aus, wie hoch Ihre monatlichen Einnahmen sind, die Sie zum Beispiel mit Studentenjobs oder elterlicher Unterstützung erzielen können. Diesem Betrag sollten Sie Ihre voraussichtlichen Ausgaben gegenüberstellen. Dazu gehören nicht nur die Kosten für den Lebensunterhalt, die Miete und das Studium, sondern auch Beiträge für notwendige Versicherungen und die GEZ.

Überlegen Sie zudem, wie lange Sie auf die Zahlungen aus dem Studienkredit tatsächlich angewiesen sind. Müssen Sie damit Ihre gesamte Ausbildungszeit finanzieren? Oder genügt es, wenn die Unterstützung beispielsweise nur in stressigen Prüfungsphasen fließt, damit Sie sich ganz auf Ihr Studium konzentrieren können?

Generell empfiehlt das CHE: So wenig Studienkredit aufnehmen wie möglich, aber immer so viel, wie für ein reibungsloses Studium erforderlich ist.

2. Tipp: Sehen Sie sich die Kreditbedingungen genau an

Wenn Sie zum Beispiel im Laufe des Studiums Auslandssemester oder einen Wechsel der Hochschule planen, sollten Sie sicher sein, dass der Studienkredit auch dann ausgezahlt wird. Manche Studienkredit-Anbieter setzen zudem eine Altersgrenze für potenzielle Kreditnehmer oder finanzieren nur ein Erststudium.

3. Tipp: Vergleichen Sie Angebote

Als Erstes sollten Sie sich die Zinsmodalitäten genauer anschauen: Wann genau wird die Verzinsung des Studienkredits festgeschrieben? Schon bei Vertragsunterschrift oder erst zu Beginn der Rückzahlungsphase? Gibt es eine Zinsobergrenze, die auf jeden Fall nicht überschritten wird?

Prüfen Sie auch genau, wann Sie mit der Rückzahlung des Kredits beginnen müssen. Bei einigen Angeboten beginnt die tilgungsfreie Zeit bei Auszahlung der letzten Rate; bei anderen Offerten aber bereits mit der ersten Überweisung an Sie.

Ideal ist es, wenn sich die Rückzahlung Ihres Studienkredits an Ihre dann aktuelle persönliche Situation anpassen lässt: Ein Aufschub etwa hilft, wenn Sie nach dem Studium nicht nahtlos in den Job wechseln können. Eine Aussetzung der Zahlungen ist praktisch, wenn Sie eine Familie gründen oder krank werden. Und variable Raten, wenn Ihr Einkommen schwankt. Zudem sollten die Raten an Ihr Einkommen gekoppelt werden können und kostenlose Sonderzahlungen möglich sein.
Denken Sie auch an den Ernstfall: Was passiert, wenn Sie den Studienkredit nicht mehr zurückzahlen können? Können Sie den restlichen offenen Betrag in ein mittel- bis langfristiges Darlehen Ihrer Wahl umschulden? Oder müssen Sie zum Beispiel einen sogenannten Absolventenkredit desselben Instituts nutzen, der aber zumeist viel ungünstigere Konditionen bietet? Und: Wie reagiert der Studienkredit-Anbieter, wenn Sie das Studium abbrechen?

Tipp

In vielen Fällen können Sie die Konditionen zu Ihren Gunsten beeinflussen. So helfen zum Beispiel Elternbürgschaften, die Zinsbelastung zu senken.

4. Tipp: Holen Sie mehrere Angebote ein

Lassen Sie sich von den Studienkredit-Anbietern, die Ihre Bedingungen am besten erfüllen, ein verbindliches Angebot mit aktuellen Konditionen zukommen. Details und Fragen klären Sie in einem persönlichen Beratungsgespräch. Teure Extras wie zum Beispiel zusätzliche Versicherungen, die Sie gar nicht benötigen, lehnen Sie am besten rigoros ab. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Offerte für Sie am günstigsten ist, können Sie sich zum Beispiel beim örtlichen Studentenwerk beraten lassen oder fragen Sie einfach bei Kommilitonen nach, die schon Erfahrungen mit einem Studienkredit haben.