Berufsunfähigkeitsversicherung – finanzielle Unabhängigkeit im Falle eines Falles

Mit Ihrem Einkommen finanzieren Sie Ihren gesamten Alltag. Wer durch eine Krankheit oder einen Unfall seiner gewohnten beruflichen Tätigkeit nicht mehr nachgehen kann, gerät schnell in finanzielle Schieflage. In diesem Fall greift die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie sorgt dafür, dass im Falle eines Falles wenigstens Ihre Einkommensverhältnisse gesichert sind.
Manchmal können schon kleinere körperliche Versehrtheiten dazu beitragen, dass man seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann – und oft nicht einmal einer Tätigkeit, die der Ausbildung oder dem bislang ausgeübten Beruf wenigstens in etwa entspricht.

Welches Risiko deckt die Berufsunfähigkeitsversicherung ab?

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung wird zu den Risikoversicherungen gezählt, weil sie das Risiko der Berufsunfähigkeit abdeckt. Leistungen erhalten Sie dann, wenn Sie ununterbrochen mehr als sechs Monate mindestens 50 Prozent außerstande sind, Ihrem zuletzt ausgeübten Beruf nachzugehen. Damit sorgen Sie für den Fall vor, dass Ihnen durch ernsthafte gesundheitliche Probleme nicht auch noch existenzielle entstehen. Die gesetzliche Erwerbsunfähigkeitsrente, die Ihnen bei Eintritt einer Berufsunfähigkeit zusteht, ist gemessen an Ihrem aktuellen Einkommen nur eine Notversorgung.

Die gesetzliche Absicherung reicht nicht aus

Die Berufsgenossenschaften bieten im Leistungsfall lediglich eine Grundversorgung. Und diese auch nur bei Unfällen am Arbeitsplatz bzw. im direkten Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit. Dazu ist es interessant zu wissen, dass sich lediglich ein knappes Drittel aller Unfälle tatsächlich im beruflichen Umfeld ereignet. Andersherum sind aber 25 Prozent aller Erwerbstätigen im Laufe ihres Lebens von einer längeren oder dauerhaften Berufsunfähigkeit betroffen. Zu diesem erstaunlichen Wert tragen mittlerweile auch immer mehr psychische Erkrankungen bei. Laut dem Analysehaus Morgen&Morgen sind psychische Erkrankungen mittlerweile der häufigste Grund für Erwerbsunfähigkeit. Auch die gesetzliche Rentenversicherung bietet wenig Schutz. Eine Berufsunfähigkeitsrente der Rentenversicherung bekommen nur Versicherte, die vor dem 2. Januar 1961 geboren sind. Versicherte, die nach dem 1. Januar 1962 geboren wurden, haben unter Umständen lediglich Anspruch auf Zahlung einer Erwerbsminderungsrente.

Wann ist man berufsunfähig?

Eine Berufsunfähigkeit tritt ein, wenn Sie Ihren ausgeübten Beruf aus Gründen wie Krankheit, Verletzung oder Kräfteverfall nicht mehr ausüben können. Moderne Tarife verzichten meist auf den Begriff der sogenannten abstrakten Verweisung. In Altverträgen dagegen ist die abstrakte Verweisung Standard. Dann kann der Versicherer fordern, dass Sie in einem ähnlichen Beruf arbeiten. So könnte zum Beispiel ein Chirurg, der einen Daumen verloren hat, noch als medizinischer Berater tätig sein oder Sprechstunden halten. Das Risiko, einen solchen Arbeitsplatz zu finden oder Einkommensverluste zu erleiden, trägt der Versicherte. Denn als berufsunfähig gelten Sie in diesem Fall nicht.

Tipp

Wählen Sie eine Versicherung, die das versicherte Berufsbild ausdrücklich im Vertrag erwähnt. Dann besteht auch eine sichere Rechtslage darüber, welche Bedingungen erfüllt sein müssen.

Risikoberufe und Risiko-Lifestyle

Versicherer sind für eine zuverlässige Kalkulation vor Vertragsabschluss immer auf wahrheitsgemäßen Selbstauskünften ihrer Versicherungsnehmer angewiesen, zum Beispiel auch über die Ausübung einer riskanten Sportart. Denn der monatliche Tarif für die Berufsunfähigkeitsrente (abgekürzt auch „BU-Rente“) setzt sich aus vielen Faktoren zusammen. Wer riskanter lebt, in körperlich besonders strapaziösen Berufen arbeitet oder in solchen, in denen sogar Gift- und Schadstoffe eine Rolle spielen, zahlt etwas mehr für seinen Versicherungsschutz als Menschen, die sich selbst weniger Risiken aussetzen oder beruflich weniger Gefahren ausgesetzt sind.

Höhe der versicherten BU-Rente – welche Vorgehensweise empfiehlt sich?

Je genauer Sie Ihre finanziellen Verpflichtungen auflisten, desto einfacher wird es auch sein, die angemessene Versicherungssumme zu ermitteln. Die Anbieter einer BU-Rente verfügen über eigene Obergrenzen, bis zu denen sie eine solche Police anbieten, wie zum Beispiel 60% des Bruttogehalts.

Es gibt zahlreiche Anbieter, die Ihnen nachträgliche Anpassungsmöglichkeiten des Versicherungsschutzes an Ihre Einkommenssituation erlauben – was auch sehr sinnvoll ist.

Tipp zur Ermittlung der Versicherungssumme

Machen Sie sich nicht nur Gedanken darüber, welche Kosten und finanziellen Verpflichtungen Sie im Falle einer Berufsunfähigkeit trotzdem immer noch haben. Überlegen Sie auch, welche Bedürfnisse und damit verbundene Kosten, die Sie aktuell auch für bestimmte Lifestyle-Gewohnheiten aufwenden, eventuell auch entfallen könnten. Je genauer Sie sich also auch mit den unvorhergesehenen Eventualitäten Ihrer Zukunftsplanung befassen, desto größer ist die Chance, zu einem günstigen Tarif auch die optimal auf Sie zugeschnittene Versicherungssumme zu finden.

6 Tipps für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung:

  • Setzen Sie die Höhe der versicherten BU-Rente so realistisch wie möglich an. Vermeiden Sie Übertreibungen ebenso wie Untertreibungen. In der Regel sind 60% des Bruttoeinkommens angemessen
  • Achten Sie darauf, dass der Vertrag Ihrer tatsächlichen beruflichen Situation und Qualifikation entspricht.
  • Wählen Sie eine Versicherung, die Sie schrittweise Ihren Einkommensverhältnissen anpassen können.
  • Achten Sie darauf, dass sich der Vertrag ausdrücklich auf die Berufsunfähigkeit bezieht, nicht nur auf allgemeine verminderte Erwerbsfähigkeit oder -unfähigkeit. Dann haben Sie Anspruch auf eine BU-Rente und müssen im Fall der Berufsunfähigkeit keiner anderen, gesundheitlich noch zumutbaren Beschäftigung nachgehen.
  • Schließen Sie einen Vertrag, bei dem die Zahlung der BU-Rente ab dem ersten Tag der festgestellten Berufsunfähigkeit erfolgt.
  • Je jünger Sie sind, desto geringer ist der monatliche Beitrag. Sie sollten also besser früher als später „zugreifen“.