Unfallversicherung – finanzieller Ausgleich bei plötzlicher Invalidität

Ein Blick auf die statistische Erhebung zu Unfällen und ihren Folgen fördert überraschende Ergebnisse zutage. Die meisten Unfälle mit schwerwiegenden Folgen passieren während der Freizeit. Das Problem: In dieser Zeit besteht kein Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung. Denn diese kommt nur für Unfälle während der Arbeit oder auf dem Weg dorthin bzw. wieder zurück nach Hause auf. So müssen Betroffene oft nicht nur die Schmerzen ertragen, sondern auch finanzielle Einbußen hinnehmen – und diese können je nach Schwere des Unfalls sehr groß sein. Eine Unfallversicherung ist im Vergleich zu anderen Risikoversicherungen verhältnismäßig günstig. Lesen Sie hier, wie Sie mit einer privaten Unfallversicherung für einen umfassenden Schutz sorgen.

Laut letzten Erhebungen des Robert-Koch-Instituts und des Statistischen Bundesamtes kam es alleine im Jahr 2015 zu 3,15 Millionen Unfällen in deutschen Haushalten – 9.815 davon mit Todesfolge. Stürze waren dabei mit rund 80 Prozent der Hauptgrund für Verletzungen. Wenn man bedenkt, dass im Jahr 2016 rund 2,6 Millionen Verkehrsunfälle mit insgesamt 3.206 Toten verzeichnet wurden, lässt sich feststellen: Das Risiko eines Unfalls in den eigenen vier Wänden ist höher als das eines Unfalls im Straßenverkehr. Noch größer ist der Unterschied in Bezug auf Unfälle am Arbeitsplatz: Laut Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gab es im Jahr 2015 lediglich 866.056 meldepflichtige Arbeitsunfälle – 1,3 Prozent weniger als im Jahre 2014.

Ein Grund für diese Werte mag darin liegen, dass im Freizeitbereich eine erhöhte Risikobereitschaft, gepaart mit einem geringeren Bewusstsein für mögliche Gefahren besteht. Am Arbeitsplatz hingegen sorgen engmaschige Maßnahmen rund um Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit für ein Regelwerk, das die Risikovermeidung bestmöglich steuert.

Fazit: Das Risiko, privat in einen Unfall mit Verletzungsfolge verwickelt zu werden, ist signifikant höher als das rein berufliche Unfallrisiko.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die gesetzliche Unfallversicherung für den Schaden aufkommt, ist also gering. Dazu kommt, dass die meisten Unfälle durch eigenes Verschulden verursacht werden. Ein Dritter kommt in diesen Fällen nicht für den Schaden auf. Ohne private Unfallversicherung tragen Sie die Unfallfolgen somit in den meisten Fällen allein. Mit einem Vertrag sind Sie hingegen gut abgesichert. Denn Ihre private Unfallversicherung greift auch bei Unfällen in der Freizeit und bei nicht selbstverschuldeten Unfällen.

Bei Unfällen gibt es nicht immer einen Schuldigen

Selbst im Risikobereich Straßenverkehr ist die Frage nach dem Unfallverursacher oft nicht eindeutig zu klären. Noch viel weniger gibt es im Freizeitbereich zu jedem Unfall auch einen Schuldigen, der im Rahmen seiner Haftpflichtversicherung für den verursachten Schaden aufkommt. Die einzige Konsequenz, die Sie daraus ziehen können:

Sorgen Sie privat vor!

Wenn ein Unfall Ihr Leben so verändert, dass Sie nicht mehr arbeiten können oder sogar Hilfe bei täglichen Verrichtungen benötigen, brauchen Sie schnelle Hilfe. Was Sie in einem solchen Fall vor allem nötig haben, ist ein finanzieller Ausgleich für Ihre Situation. Sie haben dann einen hohen Bedarf an Kapital, um Ihren Lebensunterhalt abzusichern, laufende finanzielle Verpflichtungen zu bedienen und auch entstehende Mehrkosten abzudecken, die Ihnen durch eine eventuelle Behinderung entstehen. Kurzum: Eine private Unfallversicherung ist der optimale Schutz vor vielen Unwägbarkeiten im Falle eines Unfalls.

Das Rundum-Sorglos-Paket dank integriertem Rechtsschutz

Was bei der Unfallversicherung besonders positiv zu Buche schlägt: Wenn die Versicherung zur Zahlung von Leistungen herangezogen wird, prüft sie zunächst von sich aus, ob das Verschulden einer anderen Partei vorliegt. Wie viele Risikoversicherungen enthält auch die private Unfallversicherung einen integrierten Rechtsschutz. Das bedeutet, dass die Versicherung Sie im Zweifelsfall bei der Klärung der Schuldfrage unterstützt: Ein wichtiger Baustein, um die finanzielle Absicherung in einer ohnehin schon schwierigen Lebenssituation abzusichern.
In welchem Maße Sie dann trotz der Teil- oder Vollinvalidität Ihr Leben weiterhin meistern und Einkommensverluste überbrücken können, hängt von der Höhe der Versicherungssumme ab. Wie berechnen Sie die für Sie angemessene Summe?

Es gibt zwei Grundkriterien zur Ermittlung der Versicherungssumme:

  • Ihr aktuelles Alter: Je jünger Sie sind, desto mehr erwerbstätige Jahre liegen noch vor Ihnen. Das heißt: Je jünger Sie sind, desto höher ist Ihr Kapitalbedarf, um in eventuell erwerbslosen Jahren abgesichert zu sein.
  • Ihr aktuelles jährliches Bruttoeinkommen: Bei den meisten Menschen geht ein höheres Einkommen auch mit höheren finanziellen Verpflichtungen einher – zum Beispiel der Bedienung von Immobilienkrediten.

Gibt es eine pauschale Berechnungsformel?

Die meisten Experten empfehlen als untere Grenze einer Invaliditätssumme das Dreifache des Jahresbruttoeinkommens. Diese Summe wäre dann mit dem Faktor „Eintrittsalter“ zu kombinieren, und zwar nach folgendem Schema: 20- bis 29-Jährige verdoppeln die Summe, 30- bis 39-Jährige multiplizieren sie mit dem Faktor 1,7 und 40- bis 49-Jährige mit dem Faktor 1,4. Ab dem Eintrittsalter von 50 geht man davon aus, dass das dreifache Jahresbruttoeinkommen ausreicht, um bis zum Rentenalter finanziell abgesichert sein. Nehmen Sie solche Berechnungsformeln jedoch lediglich als Orientierungshilfen. Ihren tatsächlichen finanziellen Bedarf im Falle eines Falles kennen Sie natürlich selbst am besten.
Anders als bei anderen Versicherungen raten Experten bei einer Unfallversicherung, den Kapitalbedarf lieber etwas großzügiger zu bemessen. Vor allem dann, wenn Sie weder eine private Berufsunfähigkeitsversicherung noch Erwerbsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben, ist es ratsam, die vergleichsweise preiswerte Unfallversicherung als Vorsorgebaustein zu nutzen.

Wann zahlt die Versicherung nicht?

Anbieter von Unfallversicherungen haben in ihren Verträgen bestimmte Ausschlussklauseln für Fälle, bei denen sie nicht verpflichtet sind zu zahlen. Diese Klauseln entsprechen allerdings grundsätzlich dem gesunden Rechtsempfinden eines jedes Bürgers: Wer sich selbst durch Trunkenheit oder Drogenmissbrauch, Gewaltakte oder fahrlässige Mutproben in Gefahr bringt, gefährdet logischerweise seinen Versicherungsschutz.

Zudem ist immer darauf zu achten, dass die Versicherung vor Vertragsabschluss darüber informiert ist, wenn Sie ggf. besonders riskanten Sport- oder Freizeitaktivitäten nachgehen. In solchen Fällen kann die Versicherungsgesellschaft selbst entscheiden, inwieweit sie auch solche Risiken mitversichert. Die monatlichen Beiträge werden bei höherem Wagnis des Versicherungsnehmers entsprechend erhöht.

Warum ist die Unfallversicherung im Vergleich zu anderen Risikoversicherungen so günstig?

Die Versicherungsunternehmen gehen davon aus, dass es so gut wie niemanden gibt, der sich wissentlich so hohen Risiken aussetzt, dass er daraus mit ernsthafter körperlicher Versehrtheit hervorgeht. Extremsportler bilden zwar in den Medien oft einen Schwerpunkt der Berichterstattung, sind aber statistisch und versicherungsmathematisch eine absolute Seltenheit.
Was die Versicherer auch zur Kalkulation heranziehen, ist die allgemeine gesetzliche Pflicht zum Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung. Tatsächlich können in vielen Fällen „gegnerische Parteien“ für den Schadensausgleich herangezogen werden.
Tatsächlich kostet eine Unfallversicherung relativ wenig und deckt dafür umso effektiver das Restrisiko ab, schicksalshaft in eine existenzbedrohende Lage zu geraten. Wenn man für eine Sekunde unaufmerksam war, passieren schnell Unfälle – wie etwa ein Sturz oder das Abkommen von der Fahrbahn. Im Haushalt gibt es ebenfalls weitaus mehr Gefahren als der viel zitierte Sturz von der Leiter. Wenn Sie Kinder haben, sollten Sie bedenken, dass zwar ab Eintritt ins Kindergartenalter ein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz zum Tragen kommt. Allerdings könnte auch der in vielen Fällen kaum ausreichen, die finanziellen Folgen abzudecken, die durch ein pflegebedürftiges Kind entstehen. Als zusätzliche Absicherung gegen dieses Risiko ist daher eine spezielle Unfallversicherung für Kinder in Erwägung zu ziehen.

5 Tipps zur Unfallversicherung:

  • Betrachten Sie die Unfallversicherung als kleinen Beitrag, mit dem Sie mögliche große Versorgungs- und Finanzierungslücken im Ernstfall schließen können.
  • Ziehen Sie den Abschluss einer Unfallversicherung vor allem dann in Betracht, wenn Sie zu den etwas risikofreudigeren Naturen gehören. Im Prinzip gibt es so etwas wie risikolose Sportarten nicht!
  • Kalkulieren Sie Ihre Unfallversicherung als ergänzenden Baustein Ihrer Risikovorsorge, wenn Sie bereits ähnliche Versicherungen abgeschlossen haben, die sich auf mögliche Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit beziehen.
  • Setzen Sie bei diesem vergleichsweise preiswerten Baustein Ihrer Risikovorsorge die Versicherungssumme nicht zu niedrig an.
  • Wählen Sie bevorzugt Anbieter von Unfallversicherungen aus, die auch rund um die erste Akutversorgung schnelle finanzielle Hilfe und einen schnell erreichbaren Beratungsservice bieten.
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