Unfallversicherung – finanzieller Ausgleich bei plötzlicher Invalidität

Die rund zehn Millionen Unfälle, die jährlich mit leichten, mittleren und schweren Verletzungen einhergehen, verteilen sich laut Statistischem Bundesamt, Statistiken der gesetzlichen Unfallversicherungsträger und Hochrechnungen des Robert Koch-Institutes wie folgt auf die fünf Lebensbereiche eines Menschen:

  • Freizeit: 39 Prozent
  • Haus und Haushalt: 33 Prozent
  • Beruf und Arbeit: 10 Prozent
  • Verkehr: 4 Prozent
  • Schule: 14 Prozent

Wenn man aus den Unfallstatistiken auch noch den Anteil herausrechnet, den Unfälle von Kindern im Umfeld der Schule einnehmen, steigt der Anteil an Unfällen außerhalb des Straßenverkehrs und des Arbeitsplatzes auf rund 83 Prozent. Ein Grund für diese erstaunlichen Werte mag darin liegen, dass im Freizeitbereich eine erhöhte Risikobereitschaft, gepaart mit einem geringeren Bewusstsein für mögliche Gefahren besteht. Am Arbeitsplatz hingegen sorgen engmaschige Maßnahmen rund um Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit für ein Regelwerk, das die Risikovermeidung bestmöglich steuert.

Fazit: Das Risiko, privat in einen Unfall mit Verletzungsfolge verwickelt zu werden, ist acht Mal höher als das rein berufliche Unfallrisiko.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die gesetzliche Unfallversicherung für den Schaden aufkommt, ist also gering. Dazu kommt, dass die meisten Unfälle durch eigenes Verschulden verursacht werden. Ein Dritter kommt in diesen Fällen also nicht für den Schaden auf. Ohne private Unfallversicherung tragen Sie die Unfallfolgen somit in den meisten Fällen allein. Mit Vertrag sind Sie in jedem Fall abgesichert. Denn Ihre private Unfallversicherung greift auch bei Berufsunfällen und bei nicht selbstverschuldeten Unfällen.

Bei Unfällen gibt es nicht immer einen Schuldigen

Selbst im Risikobereich Straßenverkehr ist die Frage nach dem Unfallverursacher oft nicht eindeutig zu klären. Noch viel weniger gibt es im Freizeitbereich zu jedem Unfall auch einen „passenden Schuldigen“, der im Rahmen seiner Haftpflichtversicherung für den verursachten Schaden aufkommt. Die einzige Konsequenz, die Sie daraus ziehen können:

Sorgen Sie privat vor!

Denn wenn ein Unfall Ihr Leben so verändert, dass Sie nicht mehr arbeiten können oder sogar Hilfe bei täglichen Verrichtungen benötigen, brauchen Sie schnelle Hilfe. Was Sie dann vor allem nötig haben, ist ein finanzieller Ausgleich für Ihre Situation. Sie haben dann einen hohen Bedarf an Kapital, um Ihren Lebensunterhalt abzusichern, laufende finanzielle Verpflichtungen zu bedienen und auch entstehende Mehrkosten abzudecken, die Ihnen durch eine eventuelle Behinderung entstehen. Kurzum: Eine private Unfallversicherung ist der optimale Schutz vor vielen Unwägbarkeiten im Falle eines Unfalls.

Das Rundum-Sorglos-Paket dank integriertem Rechtsschutz

Was bei der Unfallversicherung besonders positiv zu Buche schlägt: Wenn die Versicherung zur Zahlung von Leistungen herangezogen wird, prüft sie automatisch erst einmal von sich aus, ob das Verschulden einer anderen Partei vorliegt. Wie viele Risikoversicherungen enthält auch die private Unfallversicherung so etwas wie einen integrierten Rechtsschutz. Das bedeutet, dass Sie selbst als Betroffener eines Unfalls unabhängig davon sind, was letzten Endes festgestellt wird, und somit finanziell abgesichert und versorgt sind. Zumindest um die finanzielle Absicherung in einer ohnehin schon schwierigen Lebenssituation müssen Sie sich dann keine zusätzlichen Gedanken mehr machen.
In welchem Maße Sie dann trotz der Teil- oder Vollinvalidität Ihr Leben weiterhin meistern und Einkommensverluste überbrücken können, hängt von der Höhe der Versicherungssumme ab. Wie berechnen Sie die für Sie angemessene Summe?

Es gibt zwei Grundkriterien zur Ermittlung der Versicherungssumme:

  • Ihr aktuelles Alter: Je jünger Sie sind, desto mehr erwerbstätige Jahre liegen noch vor Ihnen. Das heißt: Je jünger Sie sind, desto höher ist Ihr Kapitalbedarf, um in eventuell erwerbslosen Jahren abgesichert zu sein.
  • Ihr aktuelles jährliches Bruttoeinkommen: Bei den meisten Menschen geht ein höheres Einkommen auch mit höheren finanziellen Verpflichtungen einher – zum Beispiel der Bedienung von Immobilienkrediten. 

Gibt es eine pauschale Berechnungsformel?

Die meisten Experten empfehlen als untere Grenze einer Invaliditätssumme das Dreifache des Jahresbruttoeinkommens. Diese Summe wäre dann mit dem Faktor „Eintrittsalter“ zu kombinieren, und zwar nach folgendem Schema: 20- bis 29-Jährige verdoppeln die Summe, 30- bis 39-Jährige multiplizieren sie mit dem Faktor 1,7 und 40- bis 49-Jährige mit dem Faktor 1,4. Ab dem Eintrittsalter von 50 geht man davon aus, dass das dreifache Jahresbruttoeinkommen ausreicht, um bis zum Rentenalter finanziell abgesichert sein. Nehmen Sie solche Berechnungsformeln jedoch lediglich als Orientierungshilfen. Ihren tatsächlichen finanziellen Bedarf im Falle eines Falles kennen Sie natürlich selbst am besten.
Anders als bei anderen Versicherungen raten Experten bei einer Unfallversicherung, den Kapitalbedarf lieber etwas großzügiger zu bemessen. Vor allem dann, wenn Sie weder eine private Berufsunfähigkeitsversicherung noch Erwerbsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben, ist es ratsam, die vergleichsweise preiswerte Unfallversicherung als Vorsorgebaustein zu nutzen.

Wann zahlt die Versicherung nicht?

Natürlich kennen auch Anbieter von Unfallversicherungen bestimmte Ausschlussklauseln für Fälle, in denen sie nicht verpflichtet sind zu leisten. Diese Klauseln entsprechen allerdings grundsätzlich auch dem gesunden Rechtsempfinden jedes Bürgers: Wer sich selbst durch Trunkenheit oder Drogenmissbrauch, durch von ihm selbst ausgelöste Gewalt oder fahrlässige Mutproben in Gefahr bringt, gefährdet dann natürlich auch den Versicherungsschutz.

Zudem ist immer darauf zu achten, dass die Versicherung vor Vertragsabschluss darüber informiert ist, wenn Sie ggf. besonders riskanten Sport- oder Freizeitaktivitäten nachgehen. Um auch extremere Vorlieben abzusichern, kann die Versicherungsgesellschaft dann selbst entscheiden, inwieweit sie auch solche Risiken mitversichert und den monatlichen Beitrag entsprechend anpasst.

Warum ist die Unfallversicherung im Vergleich zu anderen Risikoversicherungen so günstig?

Die Versicherungsunternehmen gehen davon aus, dass es so gut wie niemanden gibt, der sich wissentlich so hohen Risiken aussetzt, dass er daraus mit ernsthafter körperlicher Versehrtheit hervorgeht. Extremsportler bilden zwar in den Medien oft einen Schwerpunkt der Berichterstattung, sind aber statistisch und versicherungsmathematisch eine absolute Seltenheit.
Was die Versicherer auch zur Kalkulation heranziehen, ist die allgemeine gesetzliche Pflicht zum Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung. Tatsächlich können in vielen Fällen „gegnerische Parteien“ für den Schadensausgleich herangezogen werden.
Gemünzt auf die Kosten für eine Unfallversicherung kostet sie in der Tat wenig und deckt dafür umso effektiver das Restrisiko ab, schicksalshaft in eine existenzbedrohende Lage zu geraten. Wenn man für eine Sekunde unaufmerksam war, passieren schnell Unfälle wie zum Beispiel das Abkommen von der Fahrbahn oder ein Sturz. Im Haushalt gibt es ebenfalls weitaus mehr Gefahren als der vielzitierte Sturz von der Haushaltsleiter. Und wenn Sie Kinder haben, sollten Sie bedenken, dass zwar ab Eintritt ins Kindergartenalter ein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz zum Tragen kommt. Allerdings könnte auch der in vielen Fällen kaum ausreichen, die finanziellen Folgen abzudecken, die durch ein pflegebedürftiges Kind entstehen. Als zusätzliche Absicherung gegen dieses Risiko ist daher eine spezielle Unfallversicherung für Kinder in Erwägung zu ziehen.

5 Tipps zur Unfallversicherung:

  • Betrachten Sie die Unfallversicherung als kleinen Beitrag, mit dem Sie mögliche große Versorgungs- und Finanzierungslücken auch im Ernstfall schließen können.
  • Ziehen Sie den Abschluss einer Unfallversicherung vor allem dann in Betracht, wenn Sie zu den etwas risikofreudigeren Naturen gehören. Im Prinzip gibt es so etwas wie risikolose Sportarten nicht!
  • Kalkulieren Sie Ihre Unfallversicherung als ergänzenden Baustein Ihrer Risikovorsorge, wenn Sie bereits ähnliche Versicherungen abgeschlossen haben, die sich auf mögliche Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit beziehen.
  • Setzen Sie bei diesem vergleichsweise preiswerten Baustein Ihrer Risikovorsorge die Versicherungssumme nicht zu niedrig an.
  • Wählen Sie bevorzugt Anbieter von Unfallversicherungen aus, die auch rund um die erste Akutversorgung schnelle finanzielle Hilfe und einen schnell erreichbaren Beratungsservice bieten.