Smart Speaker: Komfort vs. Datenschutz

Per Sprachbefehl das Licht dimmen, Musik hören und Einkäufe tätigen? All das funktioniert mit Smart Speakern und anderen digitalen Sprachassistenten schon ziemlich gut. Dabei haben Siri, Alexa und Co. noch ganz andere Begabungen und sind sogar lernfähig. Doch wer hört da eigentlich zu und was passiert mit den Daten? In welche Bereiche unseres Alltags die technischen Wunderwerke noch Einzug halten und welche Bedenken Datenschützer berechtigterweise haben, lesen Sie hier!

Was ist ein Smart Speaker?

Die Geräte heißen Google Home, Sonos One oder auch Amazon Echo: Smart Speaker sind kleine und unscheinbare Produkte, die entfernt an eine Verpackung für Federbälle erinnern. Ihre „Herzen“ bestehen aber aus zeitgemäßer und innovativer Technik: Smart Speaker beinhalten zumeist einen leistungsfähigen Lautsprecher für die Musikwiedergabe sowie mehrere Mikrofone, die eine Sprachsteuerung der Geräte ermöglichen. Diese hat (außer manuell ausgeschaltet) permanent ein Ohr für jedes Ihrer Worte, um immer auf etwaige „Befehle“ reagieren zu können. Damit sind viele technische Spielereien möglich: Eingebunden ins heimische WLAN erlauben die Produkte eine Sprachsteuerung für Beleuchtung, Jalousien oder Heizungsanlagen. Als Oberbegriff für diese Technologie hat sich der Begriff Smart Home etabliert.

In den USA ist Amazons Echo bereits seit Juni 2015 auf dem Markt. Seinen Siegeszug in Deutschland trat der vernetzte Kompaktlautsprecher ab Herbst 2016 an. Analysten gehen davon aus, dass Amazon im Jahr 2017 weltweit ungefähr 10 Millionen Echos ausgeliefert hat. Da das Gerät mit sogenannten Skills lernfähig ist und immer mehr Geräte angebunden werden können, dürfte die Nachfrage in den nächsten Jahren konsequent hoch bleiben.

Skills und Apps: Smart Speaker sind lernfähig

In der Grundversion können digitale Sprachassistenten schon eine ganze Menge. Sie spielen Musik auf Zuruf ab, lesen Wikipedia-Einträge oder Fußball-Ergebnisse vor und glänzen durch Timer- und Kalenderfunktion. Selbst Anrufe können Sie per Smart Speaker tätigen – vorausgesetzt, Ihr Gesprächspartner verfügt ebenfalls über ein solches Gerät.

So richtig interessant werden die Speaker aber erst, wenn sie per Skill-Funktion neue Aufgaben erlernen. Viele Hersteller haben mittlerweile selbst Alexa-Skills programmiert und bieten zusätzliche vernetzte Funktionen für ihre Produkte an. Beispiel gefällig? Mit entsprechenden Apps ausgestattet wissen Smart Speaker, was im Fernsehen läuft, kennen die Termine der Müllabfuhr oder passen Licht und Musik in verschiedenen Wohnräumen einer bestimmten Stimmung an. Gerade smarte Beleuchtungssysteme erleben derzeit einen regelrechten Boom: Anbieter wie Philips oder Osram haben Lichtsysteme im Programm, die mit WLAN-Steuerung glänzen und ganz individuell einstellbar sind. Auch das Automobil wird smart – BMW integriert Amazons digitale Assistentin Alexa ab 2018 in seine Pkw.

Online-Banking: Die Zukunft ist smart!

Selbst vor Bereichen wie dem Online-Banking machen digitale Sprachassistenten nicht halt. Entsprechend geupdatet lesen Smart Speaker Ihnen die aktuellsten Börsenkurse vor oder informieren über den derzeitigen Goldpreis. Auch die Postbank hat die Zeichen der Zeit erkannt und ihrem Finanzassistenten eine Sprachsteuerung spendiert: Besitzer eines iPhones können die virtuelle Assistentin Siri nutzen, um beispielsweise Überweisungen vorzubereiten. Voice Banking hat enormes Potenzial: Es wird in den kommenden Jahren mit Sicherheit noch viele Innovationen in diesem Bereich geben. Denn auch wenn eingefleischte Datenschützer das anders sehen mögen: Die Akzeptanz für digitale Sprachassistenten nimmt deutlich zu. Wichtig ist nur, dass Banken die nötigen Vorkehrungen zur Datensicherheit sowie zusätzliche Verifizierungsmaßnahmen treffen, um so die Konteninformationen ihrer Kunden zu schützen.

Google, Siri, Echo, Spion? Was hören Smart Speaker mit?

Ein großes Bedenken bei der Nutzung der Smart-Home-Technologie ist tatsächlich die Angst, dabei ausspioniert zu werden. Doch wenn Sie Amazon Echo nutzen, haben Sie immer auch die Möglichkeit, die integrierten Mikrofone auszuschalten. Das geht ganz einfach per Knopfdruck. Auch der Google Home Assistent bietet die Funktion an, eingebaute Mikros stillzulegen.

Doch wo und wann lauscht ein Smart Speaker eigentlich mit? Bei eingeschaltetem Mikrofon sind die Geräte in einem permanenten Abhörmodus, was von Datenschützern kritisiert wird. Wenn per Aktivierungswort ein Sprachbefehl an den Lautsprecher gesendet wird, wird das gesprochene Wort auch in der Cloud abgespeichert – laut Amazon, um die Qualität der Spracherkennung permanent zu verbessern. Die gute Nachricht: Die gespeicherten Daten können Sie manuell aus der Cloud verbannen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, im Zweifelsfall den „Mute“-Button des Smart Speakers zu nutzen und den „Lauschangriff“ nur zuzulassen, wenn Sie den Lautsprecher per Sprachsteuerung bedienen möchten.

Smarte Zukunft: Angebot an vernetzten Lautsprechern wächst rasant

Der Onlinehändler Amazon gilt als Vorreiter und Platzhirsch auf dem Markt der Smart Speaker. In den USA kommt der Webgigant auf einen Marktanteil von 70,6 Prozent, wie das Marktforschungsunternehmen eMarketer herausfand. Doch gerade weil die Absatzchancen in dem Smart-Speaker-Segment so unglaublich hoch sind, ziehen andere Branchengrößen nach. Neben den Smart-Home-Lautsprechern Google Home und Sonos One sind nun auch Samsung, Apple und sogar die Deutsche Telekom dabei, eigene Modelle zu entwerfen. Es bleibt also spannend im smarten Zuhause!

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