Wichtige Versicherungen für Schulabgänger

Berufsunfähigkeits-, Unfall-, Haftpflichtversicherung – welcher Schutz kann, welcher muss sein? Der erste Job oder ein Nebenjob bringt in der Regel nicht so viel ein, dass alles auf einmal geht. Folgende Versicherungen sind für Auszubildende und Studenten jedoch gleichermaßen wichtig.

Kranken- und Pflegeversicherung

Seit 2009 ist die Kranken- und Pflegeversicherung Pflicht. Als Auszubildende(r) müssen Sie eine eigene Police abschließen. Sie selbst und Ihr Arbeitgeber zahlen die Versicherungsbeiträge jeweils anteilig. Als Student/in können Sie bis zum Alter von 25 Jahren über Ihre Eltern versichert bleiben.

Haftpflichtversicherung

Auch wenn es keine Absicht war: Wenn Sie anderen Schäden zufügen, haften Sie dafür. Und das kann teuer werden. Im schlimmsten Fall müssen Sie als Verursacher mit Ihrem ganzen Vermögen einstehen. Die private Haftpflichtversicherung sollte pauschal mindestens drei, besser fünf Millionen Euro abdecken – für Schäden an Personen wie für Sachschäden.

Tipp

Als Auszubildende(r) und als Student/in können Sie sich auch über die Haftpflichtversicherung Ihrer Eltern mitversichern lassen.

Sinnvolle Vorsorge für Schulabgänger

Die Angst vor Altersarmut ist unter jungen Leuten heute größer denn je. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS ergab: Fast drei Viertel aller 18- bis 34-Jährigen sind davon überzeugt, im Alter nicht von ihrer gesetzlichen Rente leben zu können. Trotzdem sorgt nur rund ein Drittel der Menschen zwischen 17 und 27 aktiv fürs Alter vor – so eine zweite TNS-Studie.

Vernünftig ist ein zweites Standbein neben der gesetzlichen Rente auf jeden Fall. Wir erklären, welche Produkte für die Altersvorsorge bereits für Azubis und Studierende zu empfehlen sind.

Riester-Rente

Um die Förderung komplett auszuschöpfen, zahlen Sie idealerweise 4 Prozent Ihres Bruttoeinkommens ein. Dann erhalten Sie die volle Grundzulage von jährlich 154 Euro. Selbst wenn Sie zu Beginn nur 40 oder 50 Euro im Monat investieren, kann das über 40 Jahre schon zu einem stattlichen Betrag führen. Denn: Je eher Sie abschließen, desto mehr profitieren Sie im Laufe der Jahre vom sogenannten Zinseszinseffekt. Darüber hinaus können Schulabgänger die Startzulage in Höhe von 200 Euro in Anspruch nehmen. Junge Familien mit geringem Einkommen profitieren zudem von Kinderzulagen.

Betriebliche Altersvorsorge

Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge (bAV) durch die sogenannte Entgeltumwandlung. Das bedeutet: Sie können Teile Ihres Gehalts oder Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld in Beiträge zu einer betrieblichen Altersvorsorge umwandeln. Der Vorteil: Sie sparen Steuern und Sozialabgaben. Bei der bAV gibt es verschiedene Durchführungswege, die staatlich gefördert werden. Eine Möglichkeit ist eine Direktversicherung, die Ihr Arbeitgeber für Sie abschließt. Er muss Sie als Arbeitnehmer über die Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge informieren.

Bausparvertrag

Ein wichtiger Baustein für eine effektive Altersvorsorge ist die eigene Immobilie. Sie können darin später mietfrei wohnen oder diese vermieten. Wenn Sie auf „Betongold“ setzen wollen, schließen Sie am besten jetzt einen Bausparvertrag ab.

Schon 16-Jährige können je nach Einkommen die Wohnungsbauprämie als Spar-Turbo nutzen. Der maximal geförderte Sparbeitrag liegt bei 512 Euro pro Jahr. Darauf zahlt der Staat 8,8 Prozent als Prämie. Viele Auszubildende erhalten vom Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen. Für maximal 480 Euro angespartes Bausparkapital gibt es vom Staat innerhalb der Einkommensgrenzen noch die Arbeitnehmer-Sparzulage obendrauf. Jugendliche profitieren darüber hinaus von einem sogenannten Jugendbonus.