Strategien fürs Alter – Bank- und Versicherungsvermögen ansparen

Mitte 2015 verfügten deutsche Privathaushalte über ein stattliches Geldvermögen von mehr als 5,224 Billionen Euro, meldete die Deutsche Bundesbank. Vermögen ansparen ist in Deutschland beliebt. Zum Großteil steckt das Geld der Bundesbürger auf Spar- und Festgeldkonten und in Versicherungsverträgen. Nur ein relativ geringer Anteil ist in Aktien und Fonds investiert.

Während Sie Vermögen ansparen, schmälert die Börsenabstinenz zwar die Rendite, mit zunehmendem Alter empfiehlt es sich jedoch, Geldvermögen in flexible, kurzfristig verfügbare und risikoarme Anlagen umzuschichten. Wer beispielsweise eine größere Summe aus einer fälligen Kapitallebensversicherung erwartet, kann einen Teil des Geldes in eine Sofortrente (Variante der privaten Rentenversicherung) investieren. Als Alternative bieten sich Bankentnahmepläne an, bei denen der Kapitalstock wahlweise erhalten bleibt oder im Laufe der Jahre aufgezehrt wird.

Was ist Bankvermögen?

Ganz nüchtern ausgedrückt bezeichnet Bankvermögen Ihre Forderungen als Nichtbank, also als privater Kunde, an die Bank. Diese führt das Geld als sogenanntes Buchgeld, das Sie jederzeit als Bargeld anfordern und nutzen können. Weiteres Vermögen kann als Anlagevermögen ebenfalls bei der Bank oder einer Versicherung geführt werden. Stellen Sie sich die Frage „Was ist Bankvermögen?“, hilft Ihnen die folgende Liste.

Man zählt dazu unter anderem

  • das Guthaben auf dem Girokonto,
  • Tagesgeld,
  • Termingeld und
  • Sparkonten. 

Sofortrente – Sicherheit bis ins hohe Alter

100 Jahre alt werden – eine schöne Vorstellung, wenn das Geld solange reicht: Um nicht im hohen Alter plötzlich mittellos dazustehen, eignet sich eine private Rentenversicherung. Diese Police deckt das sogenannte Langlebigkeitsrisiko. Aus dem eingezahlten Kapital und den Zinsen erhält der Kunde lebenslang eine monatliche Rente – selbst wenn er uralt wird, sodass die Auszahlungen die Einzahlungen eines Tages überschreiten.

Alternativ zum Vermögen ansparen mit monatlichen Einzahlungen kann auch das gesamte Kapital auf einen Schlag eingezahlt werden – beispielsweise eine Erbschaft, die Ablaufleistung einer Kapitallebensversicherung, der Erlös aus einem Immobilienverkauf oder eine Abfindung vom Arbeitgeber. Sollen die monatlichen Rentenzahlungen sofort beginnen, spricht man von einer Sofortrente. Wer bis zur ersten Rentenzahlung noch ein paar Jahre Zeit hat, kann auch eine aufgeschobene Rente gegen Einmalzahlung wählen. Vorteil: Bis zum Rentenbeginn wächst das eingezahlte Kapital noch um Zinsen an, die monatliche Rente fällt entsprechend höher aus.

Lesen Sie hier mehr zum Thema Sofortrente.

Entscheidungshilfe: Wer sehr alt wird, profitiert bei der privaten Rentenversicherung über einen langen Zeitraum von garantierten monatlichen Zahlungen. Wer dagegen früh verstirbt, bekommt aus dem Vertrag weniger heraus, als er eingezahlt hat. Sofern eine Rentengarantiezeit vereinbart wurde, zahlt die Versicherung die Rente zwar für den festgelegten Zeitraum an die Erben weiter. Diese Option schmälert allerdings die eigene Rente.

Tipp

Die Auszahlung des Kapitals auf einen Schlag ist nach Rentenbeginn nicht mehr möglich. Wer sich nicht lebenslang festlegen und im Todesfall Vermögen vererben möchte, wählt alternativ einen Bankentnahmeplan mit kürzerer Laufzeit.

Bankentnahmeplan – Vermögensverzehr nach Plan

Als Gegenstück zum Sparplan bieten fast alle Banken Bankauszahl- oder Bankentnahmepläne an. Das Prinzip: Als Kunde legen Sie einmalig einen größeren Betrag für einen längeren Zeitraum und zu einem fest vereinbarten Zinssatz an. Bankentnahmepläne werden beispielsweise mit fünf, zehn oder auch 20 bis 30 Jahren Laufzeit angeboten. Faustregel: je länger die Laufzeit, desto höher der Zinssatz.

Über die gesamte Vertragsdauer überweist Ihnen die Bank dann monatlich eine feste Rate. Im Todesfall wird das restliche Vermögen an die Erben ausgezahlt.

Die zwei Möglichkeiten des Bankauszahlplans

Als Kunde können Sie zu Vertragsbeginn zwischen Auszahlplänen mit oder ohne Kapitalverzehr wählen. Bei dem Modell mit Kapitalverzehr setzt sich die monatliche Rate aus den Zinsen und einem Teil des eingezahlten Kapitalstocks zusammen. Am Ende der Laufzeit ist das Kapital also aufgebraucht.

Bei der Variante mit Kapitalerhalt zahlt die Bank die monatliche Rate lediglich aus den Zinsen. Ein Vertrag mit Kapitalerhalt erfordert in der Regel also eine entsprechend höhere Einzahlung. Dafür sind Sie bei dieser Variante über das Ende der Laufzeit hinaus finanziell abgesichert, da das Kapital ja voll erhalten bleibt. Auch wer seine Erben versorgt wissen möchte, hinterlässt ihnen so ein ungeschmälertes Vermögen.

Entscheidungshilfe – Bankauszahlplan vs. private Rentenversicherung

Bankauszahlpläne bieten Ihnen hohe Sicherheit, denn die Zinsen werden bei Vertragsschluss fest vereinbart und sind über die gesamte Laufzeit garantiert. Allerdings entgeht Anlegern mit sehr langen Laufzeiten dadurch auch die Chance auf steigende Zinsen. Bei einer privaten Rentenversicherung profitieren Sie dagegen automatisch von höheren Überschüssen, wenn die Zinsen steigen.

Zinsen aus einem Banksparplan müssen zudem versteuert werden, sobald der Sparerfreibetrag ausgeschöpft ist. Bei der privaten Rente ist dagegen nur der Ertragsanteil steuerpflichtig.

Tipp

Monatliche Fixkosten sollten durch regelmäßige, garantierte Rentenzahlungen lebenslang abgedeckt sein. Für ein Zusatzeinkommen eignen sich Auszahlpläne, festverzinsliche Wertpapiere oder in begrenztem Umfang auch wertstabile, dividendenstarke Aktien.

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