Bausparen – ein Finanzierungsklassiker mit Zukunft

Rund 28,4 Millionen Bundesbürger besitzen derzeit mindestens einen Bausparvertrag – allein 2016 wurden 1,4 Millionen Neuverträge über eine Bausparsumme von insgesamt 57,4 Milliarden Euro abgeschlossen. Aus gutem Grund, denn gerade in Zeiten niedriger Zinsen kann der Sparklassiker beim Bauen, Kaufen und Modernisieren der eigenen vier Wände besonders auftrumpfen.

So funktioniert das Prinzip Bausparen

Die erste Bausparkasse wurde bereits 1775 in Großbritannien gegründet. 1885 brachte der evangelische Geistliche Friedrich von Bodelschwingh das Bausparen mit seiner „Bausparkasse für jedermann“ nach Deutschland. Das geniale Grundprinzip des Bausparens gilt auch heute noch: Viele Menschen sparen in einen gemeinsamen Topf, aus dem dann zinsgünstige Darlehen, vor allem zur Baufinanzierung, vergeben werden können. Für jeden Bausparer besteht das Bausparen entsprechend aus einer Anspar- und einer Darlehensphase. Wie das im Detail funktioniert, lesen Sie hier.

Heute gibt es in Deutschland 21 Bausparkassen. Sie unterteilen sich in 12 private Institute, die zum Beispiel zu Banken gehören, und 9 Landesbausparkassen, die überwiegend in Trägerschaft eines oder mehrerer Bundesländer stehen.

Bauspartarife für jeden Zweck

Jede Bausparkasse bietet ihren Kunden verschiedene Bauspartarife an. Welcher Tarif für Sie am besten geeignet ist, hängt insbesondere von Ihrem Vorhaben ab, etwa ob Sie ein Eigenheim sofort oder erst später kaufen wollen oder ob Sie schon Eigentümer sind und zum Beispiel eine Modernisierung planen. Aber auch andere Faktoren können bei der Auswahl des passenden Tarifs eine Rolle spielen, etwa Ihr Alter. 

Tipp

Ein Bauspardarlehen lässt sich im Rahmen der „wohnwirtschaftlichen Verwendung“ vielfältig einsetzen. Neben dem Erwerb von Wohneigentum ist unter anderem auch der Bau einer Garage oder eines Wintergartens, der Einbau einer modernen Heizung oder der Kauf einer Solaranlage möglich. Das macht Bausparen nicht nur für Bauherren und Käufer, sondern auch für Eigentümer attraktiv. 

Das sind die Vorteile beim Bausparen

Bausparen ist aus guten Gründen ein millionenfach bewährter Weg in die eigenen vier Wände. Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:

  • Die Zinsen Ihres Bauspardarlehens stehen von Vertragsbeginn an fest. Das bedeutet, dass Sie Ihre monatliche Belastung von Anfang an bis zur letzten Rate kennen. So sind Sie von den Schwankungen der Marktzinsen unabhängig. Dies gilt auch dann, wenn Sie das Darlehen erst etliche Jahre nach Abschluss des Vertrags aufnehmen. Besonders interessant ist das in der momentanen Niedrigzinsphase. Denn es ist eher wahrscheinlich, dass die Zinsen in Zukunft wieder steigen, statt dass sie noch weiter sinken.
  • Das Bausparguthaben zählt als Eigenkapital. Das ist wichtig, wenn Sie ein Baufinanzierungsdarlehen zum Haus- oder Wohnungskauf aufnehmen, denn dabei ist Eigenkapital Pflicht. Und: Je mehr Eigenkapital Sie zur Verfügung haben, desto weniger müssen Sie sich beim Bau oder Kauf Ihrer Wunschimmobilie verschulden.
  • Sie können mit einem Bausparvertrag auch den sofortigen Kauf einer Immobilie finanzieren. Bei den sogenannten Kombikrediten erhalten Sie ein tilgungfreies Sofortdarlehen, das später mit dem angesparten Guthaben aus dem Bausparvertrag abgelöst wird.
  • Der Staat unterstützt Bausparer mit Prämien und Zulagen. Innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen stehen Ihnen die Wohnungsbauprämie und gegebenenfalls die Arbeitnehmer-Sparzulage zu. Und ohne Einkommensgrenzen können Sie von der sogenannten Wohn-Riester-Förderung profitieren: Für eine Familie mit zwei Kindern, die ab 2008 geboren wurden, kommen da in 20 Jahren knapp 16.000 Euro zusammen.
  • Bausparverträge sind flexibel. Sie können die Darlehensrückzahlung mit Sonderzahlungen jederzeit verkürzen. Sollten Sie hingegen einmal knapp bei Kasse sein, können Sie die monatlichen Sparraten auch eine Zeitlang komplett aussetzen.

Der Staat sorgt für Sicherheit

Als Bausparer brauchen Sie sich um Ihre Einlagen übrigens keine Sorgen zu machen. Alle Bausparkassen unterliegen der Kontrolle durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Bei allen Geschäften der Bausparkassen ist Sicherheit oberstes Gebot. Das heißt konkret: keine Spekulationen auf globalen Märkten, keine Währungsrisiken usw. Jeder Bauspartarif wird vor der Zulassung durch die staatliche Aufsicht geprüft. Und: Jede Bausparkasse muss in regelmäßigen Simulationstests ihre „langfristige Tragfähigkeit“ nachweisen.

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