Die Generalvollmacht – immer handlungsfähig bleiben

Wenn Sie sich mit den Themen Konto- oder Vorsorgevollmacht beschäftigen, stolpern Sie unweigerlich über den Begriff Generalvollmacht. Doch was ist eine Generalvollmacht genau und welche Rechte räumen Sie damit dem Bevollmächtigten ein? 

Spätestens bei der Eheschließung oder im mittleren Lebensalter beschäftigen sich die meisten Menschen bewusst mit der Vorsorge für die Zukunft. Dazu gehört die Erteilung gewisser Vollmachten an den Partner oder eine andere sehr vertraute Person. Wer sich mit Themen wie der Kontovollmacht oder der Vorsorgevollmacht beschäftigt, lernt auch den Begriff Generalvollmacht kennen. 

Was ist eine Generalvollmacht?

Per Generalvollmacht ermächtigen Sie eine Person (ggf. auch mehrere Personen), Sie in allen denkbaren Angelegenheiten zu vertreten. Sofern Sie keine Einschränkungen treffen, gilt die Vollmacht praktisch für alle rechtlich zulässigen Vertretungshandlungen. Ihr Vertreter darf dann zum Beispiel auch Erbschaften annehmen und ausschlagen oder stellvertretend für Sie Prozesse führen.

Bezogen auf Bankgeschäfte bedeutet das: Im Gegensatz zur Kontovollmacht, die stets nur für ein bestimmtes Konto gilt, erstreckt sich die Generalvollmacht also üblicherweise auf sämtliche Konten. Sie reicht dabei weit über das Recht zur unmittelbaren Kontoführung hinaus. Der Generalbevollmächtigte darf beispielsweise auf Ihren Namen auch Kredite aufnehmen, Konten eröffnen oder löschen. Sie interessieren sich für alles Wissenswerte rund um die Kontovollmacht?

Hier finden Sie umfassende Informationen. 

Nicht alles ist erlaubt – die Grenzen der Generalvollmacht

Mit einer Generalvollmacht räumen Sie dem Inhaber der Vollmacht, also dem oder der Generalbevollmächtigten, sehr weitreichende Rechte ein. Lediglich die höchstpersönlichen Geschäfte des Familien- und Erbrechts darf der Generalbevollmächtigte nicht übernehmen. Dazu gehören unter anderem folgende Handlungen oder Entscheidungen:

  • Die Schließung oder Scheidung einer Ehe kann nicht veranlasst warden.
  • Der Generalbevollmächtigte darf nicht in Ihrem Namen das Wahlrecht ausüben.
  • Das Verfassen Ihres Letzten Willens bleibt ebenso Ihre Aufgabe.

Weitere Informationen zum Thema Testament finden Sie hier

Die Frage der Zeit – wann gilt die Generalvollmacht?

Die Vollmacht gilt, sobald der oder die von Ihnen Bevollmächtigte das Dokument empfangen hat. Sie können eine Generalvollmacht aber auch vorsorglich für den Fall ausstellen, dass Sie durch eine Krankheit oder einen Unfall in Zukunft handlungsunfähig werden und nicht mehr selbst in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen. Die einmal erteilte Vollmacht gilt bis über den Tod hinaus, Sie können Sie aber jederzeit widerrufen. Soll die Vollmacht ausdrücklich erst in diesem Fall gelten, spricht man von einer Vorsorgevollmacht.

Lesen Sie hier, was eine Vorsorgevollmacht leisten kann. 

Tipp

Mit einer Generalvollmacht können Sie eine gerichtlich angeordnete Betreuung weitgehend umgehen, falls Sie selbst aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht mehr entscheidungsfähig sind. Eine weniger weitreichende Art der Vorsorge ist eine Betreuungsverfügung.

Die Frage der Form – wie schreibe ich eine Generalvollmacht?

Viele Menschen sind unsicher und fragen sich: Wie schreibe ich eine Generalvollmacht? Der Gesetzgeber stellt nur wenige Anforderungen an die Form:

  • Sie müssen volljährig sein.
  • Sie müssen voll geschäftsfähig sein.
  • Die Vollmacht muss mit einem Datum versehen und eigenhändig unterschrieben sein.
  • Wenn die Vollmacht auch den Verkauf oder die Belastung von Grundstücken ermöglichen soll, ist eine notarielle Beurkundung Pflicht. Sonst erkennt das Grundbuchamt die Vollmacht nicht an. 
Tipp

Lassen Sie eine Generalvollmacht immer notariell beurkunden. Der Notar bestätigt gleichzeitig Ihre volle Geschäftsfähigkeit zum Zeitpunkt der Unterschrift. Damit vermeiden Sie, dass Krankenhäuser, Banken oder Behörden die Echtheit der Vollmacht anzweifeln und wertvolle Zeit verloren geht.