Kontovollmacht – das sollten Sie wissen

Konto-Angelegenheiten möchten viele Menschen am liebsten persönlich regeln. Doch in manchen Situationen kann eine Konto- oder Bankvollmacht sinnvoll sein. Denn damit kann ein von Ihnen gewählter Vertreter über das Konto verfügen, wenn Sie einmal nicht dazu in der Lage sind. Somit stellen Sie sicher, dass der Bevollmächtigte – beispielsweise der Ehe- oder Lebenspartner – verschiedene Transaktionen durchführen kann. Wozu eine Kontovollmacht im Detail berechtigt und wozu nicht, erfahren Sie hier.

Die Kontrolle über das eigene Konto ist den meisten Kontoinhabern heilig. Sogar Ehepaare haben immer seltener ein gemeinsames Konto. Das eigene Girokonto, auf das niemand Zugriff hat, kann aber auch Nachteile haben. Stellen Sie sich z. B. vor, Sie sind im Urlaub und es gibt Probleme mit Ihrem Girokonto. Möchten Sie Ihren lange herbeigesehnten Urlaub deswegen abbrechen? Sicherlich nicht. Doch Ihre verdiente Erholung genießen Sie erst, wenn alles geregelt ist. Hier und in ähnlichen Situationen kann eine Kontovollmacht für eine oder mehrere Personen sehr hilfreich sein. 

Was ist eine Kontovollmacht?

Mit der Kontovollmacht – auch Bankvollmacht genannt – gewährt der Kontoinhaber anderen Personen den Zugriff auf ein bestimmtes Konto: zum Beispiel dem Ehepartner, der Lebensgefährtin, den volljährigen Kindern oder der Haushaltshilfe.

Auch in Vereinen oder Firmen ist es üblich und zweckmäßig, dass mehrere Personen eine Bankvollmacht besitzen (z. B. Vorsitzender und Kassenwart). Grundsätzlich ist bei Vollmachten zwar die Schriftform nicht zwingend erforderlich. Zum Schutz vor Missbrauch ist es allerdings sinnvoll, eine Kontovollmacht stets schriftlich zu erteilen. Um Nachweisproblemen vorzubeugen, wird Ihre Bank ebenfalls Wert darauf legen.

Der Bevollmächtigte muss sich zuvor persönlich in der Bankfiliale oder am Postschalter per Ausweis und Unterschrift legitimieren, damit die Bank eine Kontovollmacht akzeptiert. 

Tipp

Es empfiehlt sich, die Vordrucke der kontoführenden Bank zu nutzen. Damit ist sichergestellt, dass der Bank alle notwendigen Angaben vorliegen und die Vollmacht zweifelsfrei akzeptiert wird. 

Wozu berechtigt eine Kontovollmacht?

Grundsätzlich berechtigt die Bankvollmacht den Bevollmächtigten, alles zu erledigen, was mit der Führung des Kontos unmittelbar in Zusammenhang steht. Dazu gehört insbesondere:

  • Verfügungen über das Guthaben auf dem betreffenden Konto, z. B. Abheben von Bargeld, Veranlassen von Überweisungen oder die Einrichtung von Daueraufträgen
  • die Nutzung eines bereits bestehenden Dispo-Kredits
  • die Anerkennung oder Reklamation von Kontoauszügen und Rechnungsabschlüssen 

Wozu berechtigt eine Kontovollmacht nicht?

Mit der Vollmacht über das Konto geben Sie keine Befugnisse an den Inhaber der Vollmacht ab, die über das Führen täglicher Bankgeschäfte hinausgehen. Daher hat der Inhaber der Bankvollmacht zum Beispiel keine Erlaubnis für folgende Tätigkeiten:

  • Er darf keine Untervollmachten an weitere Personen vergeben.
  • Er darf das Konto nicht kündigen, außer der Kontoinhaber ist verstorben.
  • Er darf keine weiteren Konto- oder Kreditkarten für das Konto beantragen.
  • Er darf keine neuen Kredite aufnehmen oder den Rahmen des Dispo-Kredits erweitern lassen.

Sollen dem Inhaber der Bankvollmacht auch diese Möglichkeiten eingeräumt werden, müssen Sie ihm eine sogenannte Generalvollmacht erteilen.

Wie lange gilt eine Kontovollmacht?

Die Vollmacht über das Konto gilt, sobald sie bei der Bank eingereicht wird, und zwar so lange, bis sie der Kontoinhaber widerruft. Bei der Postbank bleibt eine erteilte Bankvollmacht stets über den Tod des Kontoinhabers hinaus bestehen. Bei anderen Kreditinstituten ist dies allerdings nicht immer der Fall. 

Broschüre Vollmachten Vorsorgevollmacht Vollmacht und Unterschriftsprobe