Wie funktioniert Bausparen – der Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag gliedert sich in drei Phasen. Als Erstes wird in der sogenannten Sparphase Kapital angespart. In der Zuteilungsphase wird der Bausparvertrag zuteilungsreif. Und zu guter Letzt folgt die Darlehensphase, in der Sie das Darlehen zurückzahlen. Um besser zu verstehen, wie Bausparen funktioniert, haben wir diese drei Phasen für Sie unter die Lupe genommen. 

1. Die Sparphase für den Eigenkapitalaufbau

Vor dem Abschluss eines Bausparvertrages müssen Sie die Bausparsumme, den Darlehenszins und den Tilgungsbetrag festlegen, die Sie sich für die Darlehensphase wünschen. Überlegen Sie sich genau, wie viel Geld Sie benötigen. Berücksichtigen Sie dabei neben den Kosten für die Immobilie auch Ihr vorhandenes Eigenkapital. Sie können sich natürlich auch schon in jungen Jahren für einen Bausparvertrag entscheiden, ohne überhaupt ein konkretes Bauvorhaben geplant zu haben. 

Wie ein Bausparvertrag funktioniert – die Gebühr beim Abschluss

Für den Vertragsabschluss fällt eine Gebühr an. Diese liegt in der Regel zwischen einem und 1,6 Prozent der Bausparsumme. Schließen Sie beispielsweise einen Bausparvertrag über die Summe von 30.000 Euro ab, starten Sie sozusagen bei 300 Euro im Minus (bei einer Gebühr von einem Prozent). Nach dem Abschluss des Bausparvertrags beginnt automatisch die Sparphase.

Während dieser ersten Etappe zahlen Sie regelmäßig eine von Ihnen gewählte Summe ein. Ob Sie monatlich, viertel- oder halbjährlich zahlen möchten, entscheiden Sie ganz nach Ihren persönlichen Vorstellungen. Zusätzlich können Sie den einzuzahlenden Betrag durch vermögenswirksame Leistungen oder staatliche Förderungen aufstocken.

Die Guthabenzinsen richten sich nach dem Leitzins – dieser ist aktuell sehr niedrig. In der Sparphase erhalten Sie als Bausparer daher momentan etwa 0,1 bis 2,36 Prozent Zinsen auf Ihr Guthaben. Der Guthabenzins unterscheidet sich von Bausparkasse zu Bausparkasse und ist abhängig vom gewählten Tarif. Für Sie fallen darüber hinaus noch Kontoführungsgebühren an. Während der Sparphase können Sie Ihre Sparrate jederzeit anpassen, sollten sich beispielsweise Änderungen in Ihrem Einkommen ergeben. 

2. Die Zuteilungsphase

Wenn Sie etwa 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme angespart haben und Ihr Vertrag eine bestimmte Bewertungszahl erreicht hat, wird Ihnen Ihr Bausparvertrag in der Regel zugeteilt. Die Bewertungszahl regelt die gerechte Verteilung und die Reihenfolge der Zuteilung, denn alle Bausparer einer Kasse zahlen in denselben Topf ein, aus dem parallel die Bauspardarlehen finanziert werden. Um Ein- und Auszahlungen im Gleichgewicht zu halten, kann monatlich nur ein bestimmter Darlehensbetrag ausgezahlt werden. Die Höhe der Mindestbewertungszahl für die Zuteilungsreife ist im Bausparvertrag geregelt.

Die Zuteilungsphase erreichen Sie zudem erst dann, wenn seit Abschluss des Bausparvertrags mindestens 18 Monate vergangen sind.

Sie können sich dann entscheiden, ob Sie Ihr Guthaben und die staatlichen Prämien ausbezahlt haben möchten oder ob Sie das Bauspardarlehen für Ihr Wohneigentum nutzen wollen. In diesem Fall wird Ihnen von Ihrer Bausparkasse die Bausparsumme (Sparguthaben + Darlehen) ausgezahlt.

Sie können die Zuteilungsphase durch Sonderzahlungen verkürzen. 

3. Die Darlehensphase

Mit dem Übergang in die Darlehensphase zahlt Ihnen die Bausparkasse das Darlehen zusammen mit Ihrem bereits angesparten Guthaben aus – Sie erhalten somit Ihre Bausparsumme. Nach Inanspruchnahme des Darlehens zahlen Sie diese in monatlichen Zins- und Tilgungsraten zurück, wobei die Höhe der Tilgungsrate von Ihnen gewählt werden kann. Die Höhe des monatlichen Tilgungsbeitrages, der gewählte Darlehenszins und die Darlehenshöhe bestimmen dann die Tilgungslaufzeit. Die Dauer der Darlehensphase ist wiederum abhängig vom jeweiligen Bauspartarif.