Zinsen und Zinsberechnung

Wo liegt der Unterschied zwischen dem Nominal- und dem Realzins? Was ist mit dem effektiven Jahreszins gemeint? Und wie berechnet sich der berühmte Zinseszins? Erfahren Sie hier alles zum Thema Zinsen und Zinsberechnung! 

Zinsen und Zinsberechnung – so behalten Sie den Überblick

Auf einen Satz heruntergebrochen sind Zinsen so etwas wie die „Miete für geliehenes Kapital“. Wer – etwa einem Kreditinstitut – Kapital zur Verfügung stellt, erhält Zinsen als Gewinn. Im Umkehrschluss müssen private Kreditnehmer Zinsen zahlen, um Kapital zu erhalten. Während die grobe Bedeutung von Zinsen den meisten Menschen klar sein dürfte, herrscht bei den Details oftmals Unsicherheit. Wo liegt der Unterschied zwischen Nominal- und Realzins? Was ist der effektive Jahreszins und wie berechnet sich eigentlich der berühmte Zinseszins? Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema Zinsen und Zinsberechnung. 

Zinssatz, Zinsbindung und Rendite

Der Zinssatz – meist kurz als Zins bezeichnet – wird über ein bestimmtes Intervall (in der Regel jährlich) angegeben. Es handelt sich um einen festgelegten Prozentsatz des ver- bzw. geliehenen Kapitals. Der Ertrag, der durch eine Verzinsung von Kapitalanlagen oder Wertpapieren entsteht, wird als Rendite bezeichnet. Eine Finanzierungsform kann mit einer Zinsbindung verbunden sein. Dabei ist die Höhe des Zinssatzes über einen bestimmten Zeitraum festgelegt. 

Zinsarten im Überblick

Für Laien gleicht die Terminologie der Finanzwelt mitunter einem wahren Dschungel. Wir bringen Licht ins Dunkel und erläutern die wichtigsten Begriffe.

Nominalzins: Der Nominalzins beschreibt die tatsächliche Verzinsung eines Geschäfts.

Realzins: Im Gegensatz zum Nominalzins berücksichtigt der Realzins die Inflations- bzw. Deflationsrate. Wird die aktuelle Inflationsrate vom Nominalzins abgezogen, ergibt dies den Realzins. Übersteigt die Inflationsrate den Nominalzins, wird der Realzins folglich negativ. Die Konsequenz: Der Kreditgeber verliert an Kapital.

Leitzins: Die Zentralbank gibt einen Leitzins vor, um den Geldmarkt innerhalb eines Währungsraums zu regulieren. An diesem Leitzins orientieren sich Finanzinstitute bei ihren Geschäften. Senkt beispielsweise die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins, werden Kredite billiger. Im Idealfall wird auf diese Weise der Konsum der Verbraucher gefördert.

Sollzins: Als Sollzinsen werden gemeinhin die Zinsen bezeichnet, die Kreditnehmer an das entsprechende Kreditinstitut zahlen müssen.

Habenzins: Habenzinsen sind die Zinsen, die ein Finanzinstitut seinen Sparern vergütet.

Effektiver Jahreszins: Wer einen Kredit aufnimmt, wird zwangsläufig mit dem Begriff „effektiver Jahreszins“ konfrontiert. Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet, diesen anzugeben. Der effektive Jahreszins gibt die Gesamtkosten eines Kredits pro Jahr an. Im Unterschied zum Sollzins beinhaltet der effektive Jahreszins sämtliche Bearbeitungsgebühren. Mithilfe des effektiven Jahreszinses lassen sich verschiedene Kreditangebote sinnvoll miteinander vergleichen.

Negativzins: Der Begriff Negativzins (oft auch als Strafzins bezeichnet) wird in Niedrigzinsphasen verwendet. Sparer, die Geld auf der Bank deponieren, müssen im Rahmen eines Negativzinses für ihre Einlagen zahlen.

Zinseszins: Der berühmte Zinseszins beschreibt die Verzinsung der Zinsen aus vorangegangenen Intervallen. Infolge des Zinseszinseffekts können kleine Sparbeträge im Laufe der Zeit kräftig anwachsen.

Zinsen berechnen – so geht’s

Für die Zinsberechnung ohne Zinseszins gibt es eine einfache Formel. Sie lautet:

Z = K x p/100

Dabei steht Z für den Zins, K für das Kapital und p für den (prozentual angegebenen) Zinssatz.

Ein Beispiel: Es sei ein Ausgangskapital von 1.000 Euro und ein Zinssatz von 2 Prozent angenommen. Daraus ergibt sich:

Z = 1.000 x 2/100 = 20 -> Der jährliche Zins beträgt im Rechenbeispiel 20 Euro.

Diese Rechnung eignet sich, um einen groben Überblick über den zu erwartenden Zins zu erhalten. Für eine genauere Rechnung ist allerdings der Zinseszins miteinzubeziehen. Insbesondere bei Kapital, das über mehrere Jahre verzinst werden soll, hat dieser einen maßgeblichen Effekt. Die allgemeine Formel für den Zinseszins lautet wie folgt:

Kn = K0 x (1 + p/100)n

Während Kn das verzinste Endkapital bezeichnet, steht K0 für das Ausgangskapital. p gibt wieder den Zinssatz an. n Steht für die Laufzeit in Jahren.

Auch hierzu ein kurzes Rechenbeispiel: Angenommen seien ein Ausgangskapital von 1.000 Euro, ein Zinssatz von 2 Prozent und eine Laufzeit von 10 Jahren. Daraus ergibt sich folgende Rechnung:

Kn = 1.000 x (1 + 2/100)10 = 1.000 x 1,219 = 1.219 -> Nach 10 Jahren beträgt das Endkapital 1.219 Euro.

Komplexere Zinsrechnungen (etwa bei Anlagen mit variierenden Zinsen) sollten mit einem speziellen Zinsrechner oder gemeinsam mit der Postbank gelöst werden.