Boom beim Baukindergeld

Seit dem 18. September 2018 kann in Deutschland das Baukindergeld von Familien beantragt werden. Wie von vielen Experten vermutet, ist die Resonanz groß. Schon in den ersten drei Monaten haben rund 50.000 Familien die staatlichen Zuschüsse beantragt. Welche Folgen hat der Boom des Baukindergeldes? Könnten die Fördermittel ausgehen? Müssen Familien sich mit dem Kauf beeilen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die aktuelle Entwicklung des Baukindergeldes.

Wird das Geld knapp?

Schon im ersten Monat des Förderbeginns hatten rund 25.000 Familien das Baukindergeld beantragt. Bis zum 18. Dezember wuchs die Zahl der Anträge sogar auf fast 50.000 an. Das geht aus aktuellen Zahlen der KfW-Bankengruppe hervor. Bislang ist dieser Trend ungebrochen. Wöchentlich kommen derzeit rund 3.000 Neuanträge hinzu. Das spricht einerseits für die Beliebtheit der Förderung, könnte auf der anderen Seite aber langfristig zum Problem werden. Nämlich dann, wenn die Zahl der Neuanträge das vorgesehene Fördervolumen von etwa drei Milliarden Euro pro Jahr übersteigt. Bleiben die Förderanträge auf dem hohen Niveau der letzten Wochen, könnten die Mittel tatsächlich noch in diesem Jahr knapp werden. Familien, die ihren Antrag zu spät einreichen, hätten dann das Nachsehen. Der Grund: Sind die vorgesehenen Geldmittel aufgebraucht, schießt der Bund kein Kapital mehr nach. Da die Verteilung der Fördergelder nach dem sogenannten Windhundprinzip erfolgt, entscheidet in dem Fall einzig und allein die zeitliche Reihenfolge der Anträge über deren Bewilligung.

Sollten Familien mit Kindern jetzt kaufen?

Ob die Baukindergeldanträge tatsächlich im derzeitigen Tempo weiter gestellt werden, ist allerdings fraglich. Beim Bund geht man jedenfalls davon aus, dass das Fördervolumen ausreichen wird. Garantien gibt es jedoch keine. Gerade für Familien, die den Bau oder Erwerb eines Eigenheims erst in ein bis zwei Jahren geplant haben, stellt sich jetzt die Frage: Soll die Investition ins Eigenheim vorgezogen werden, um mit Sicherheit in den Genuss des Baukindergeldes zu kommen? Eine pauschale Antwort auf die Frage gibt es nicht. Überstürzt gekauft werden sollte jedenfalls nicht. Das Risiko des Wartens in Kauf zu nehmen, lohnt sich insbesondere für Familien, die

  • noch nicht genug Eigenkapital angespart haben und zu einem späteren Zeitpunkt mit einer deutlich günstigeren Finanzierung rechnen können,
  • im Förderzeitraum (bis Ende 2020) ein weiteres Kind erwarten oder planen, für das sich die Fördersumme entsprechend erhöhen würde oder
  • aufgrund von Arbeitslosigkeit einen kurzfristigen Zeitraum der finanziellen Ungewissheit durchleben.

Auszahlung beginnt im März 2019

Bislang wurden noch keine Fördergelder ausbezahlt. Nach aktuellem Stand ist mit einer Ausschüttung frühestens ab März 2019 zu rechnen. So lange dauert es, bis der technische Aufbau des Programms abgeschlossen ist.

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