E-Learning – mit der digitalen Fortbildung zum Traumjob

Stillstand ist Rückschritt – das gilt vor allem im Beruf. Technische Entwicklungen, die fortschreitende Digitalisierung und neue Ansprüche an die Arbeitnehmer 2.0 machen lebenslanges Lernen im Job heutzutage unverzichtbar. E-Learning – also die computerunterstützte Vermittlung von Wissen – nimmt dabei eine immer wichtigere Rolle ein. Kein Wunder, denn das digitale Lernen bietet zahlreiche Vorteile. Zudem sind die Möglichkeiten schier unbegrenzt!

Was ist E-Learning und welche Formen gibt es?

Genau genommen beginnt E-Learning schon, wenn Sie durch eine Internetrecherche Ihr Wissen zu einem bestimmten Thema erweitern. Das Lesen eines Wikipedia-Eintrags oder eines Online-Artikels zu einem Fachthema ist quasi die Grundform des E-Learning: Sie mehren dabei Ihre Kenntnisse, indem Sie Angebote aus dem Bereich der digitalen Medien nutzen. Im Laufe der Jahre wurden viele weitere Formen des E-Learning entwickelt, die heute für Schüler, Studenten und Berufstätige für die Wissensvermittlung bereitstehen. Dabei haben sich folgende Formate als besonders erfolgreich herausgestellt.

Lernvideos

Auf YouTube, Vimeo und Co. lernen? Ja, das geht! Im Internet finden Sie Millionen Lern- und Lehrvideos zu ganz unterschiedlichen Themen. Der große Vorteil beim Video ist, dass mehrere Sinnesreize angesprochen werden (audiovisuelles Lernen) und sich die Lerninhalte so besser im Langzeitgedächtnis verankern. Wie bei fast allen E-Learning-Angeboten können Sie mit Videos zeit- und ortsunabhängig lernen – sei es im Büro, auf der heimischen Couch oder sogar im Urlaub!

Microlearning

Auch beim Microlernen ist die freie Zeiteinteilung ein wesentlicher Aspekt. Da Einheiten beim Microlearning nur wenige Minuten dauern, können Sie diese Form des E-Learning perfekt in Ihren Alltag einbauen. So erlernen Sie beispielsweise eine Fremdsprache, während Sie auf den Bus warten oder in der S-Bahn sitzen. Die einzelnen Lektionen sind leicht zu verinnerlichen und bauen zumeist aufeinander auf. Anbieter für sogenannte Learning Nuggets sind beispielsweise Babbel und Duolingo mit ihren Apps zum Sprachenlernen.

Webinare

Das Wort Webinar ist eine Neuschöpfung (Neologismus) aus den Begriffen Web und Seminar. Bei Webinaren handelt es sich also um Seminare, die online über das Internet „besucht“ werden können. Sie sind größtenteils interaktiv ausgelegt, d. h., dass Teilnehmer mit Dozenten über das Netz interagieren. Webinare können als reine Audioübertragung veranstaltet werden. Oftmals findet aber zeitgleich eine Bild- und Tonübertragung statt. So ist es möglich, mit Menschen auf der ganzen Welt über die digitalen Kanäle zu kommunizieren, um in „virtuellen Klassenräumen“ Erfahrungen auszutauschen und das eigene Wissen zu erweitern.

Adaptives Lernen

Das Adaptive Learning als Unterform des E-Learning ermöglicht eine individuelle und personalisierte Wissensvermittlung. Im Verlauf einer digitalen Lerneinheit wird hierbei das Nutzerverhalten vom Computer analysiert. Lerngeschwindigkeit und Lerninhalte werden dabei optimal an die Vorgehensweise des Lernenden angepasst.

Augmented Reality

Der Begriff „Augmented Reality“ beschreibt eine vom Computer erweiterte Realität. Das populärste Beispiel dafür dürfte die Spiele-App „Pokémon Go“ sein, bei der über den Smartphone-Bildschirm virtuelle Fabelwesen in der echten Welt angezeigt werden. Die Technik ermöglicht neben einem modernen Spieleerlebnis auch innovatives E-Learning: Allein die mobile Objekterkennungs-App Google Lens bietet hier bahnbrechende Möglichkeiten, weil sie Objekte wie Denkmäler und Gemälde erkennt und dazu virtuell Lerninhalte und Informationen auf dem Screen einblendet.

Gamification

Gamification bezeichnet spielerische Lernansätze, die bestimmte Inhalte vermitteln. Da hier der Unterhaltungsfaktor ein wesentlicher Aspekt ist, gestaltet sich das Lernen mit Serious Games besonders kurzweilig und anregend. Vor allem Kinder bekommen durch Lernspiele mit Matheaufgaben, Vokabeln oder Sachkundethemen einen zusätzlichen Motivationsschub, wenn sich die Lerninhalte verspielt und oft farbenfroh präsentieren. Der Fachbegriff für einen Mix aus Wissensvermittlung („Education“) und Spaß („Entertainment“) lautet übrigens Edutainment. Viele TV-Formate setzen ebenfalls auf dieses Lernkonzept.

Künstliche Intelligenz

Digitale Sprachassistenten und Chatbots kennen Sie sicherlich von Amazons Echo, Apples Siri und dem Online-Kundenservice von Uber, H&M, Starbucks und anderen Unternehmen. Seit einiger Zeit treten Chatbots ihren Siegeszug auch beim digitalen Lernen an. Conversational Learning – also das Pauken mit einem virtuellen Dozenten – bietet ganz neue Möglichkeiten für persönliche Lernprozesse. Einen Chatbot können Sie bei Bedarf selbst in der Nacht mit Fragen löchern, ohne dass er müde wird. Zudem ersetzen solche Systeme den Dialog mit Experten aus Fleisch und Blut. Diese virtuellen Gespräche sind dank technischer Fortschritte im Bereich Chatbots mittlerweile auf einem sehr hohen Niveau möglich.

Freie Zeiteinteilung & Co. – die Vorteile des E-Learning

Aktuell sind Deutschlands Bürger beim E-Learning noch etwas verhalten. Während in Finnland beispielsweise 41% aller Einwohner zwischen 16 und 24 Jahren schon einmal einen Onlinekurs belegt haben, waren es im Jahr 2017 in der Bundesrepublik nur 7% (Quelle: Statista). Die Akzeptanz fürs E-Learning wächst jedoch beständig: Experten prognostizieren, dass der E-Learning-Umsatz in Westeuropa bis zum Jahr 2021 ca. 7,4 Millionen US-Dollar betragen wird.

Dass E-Learning-Angebote immer beliebter werden, liegt an den wesentlichen Vorteilen des digitalen Lernens. Neben der freien Zeiteinteilung und der räumlichen Unabhängigkeit zählen dazu:

  • die Kostenersparnis durch den Wegfall von Anfahrtswegen
  • die Aktualität der Lerninhalte
  • die hohe Anwenderfreundlichkeit und Individualität
  • die große Auswahl an Angeboten für persönliche Lerntypen

Mit Selbstdisziplin und guter Organisation zum effektiven E-Learning

Wo Licht ist, ist aber auch immer ein wenig Schatten: Wer sich für das E-Lernen entscheidet, sollte über ein hohes Maß an Motivation und Selbstdisziplin verfügen und Grundkenntnisse im Umgang mit dem PC, Smartphone und/oder Tablet mitbringen. Vor allem das Thema Disziplin sollten Sie beim E-Learning sehr ernst nehmen: Planen Sie zum Lernen am besten feste Zeitfenster ein, um Ihr Lernvorhaben regelmäßig in die Tat umzusetzen. Darüber hinaus sollten Sie genau dokumentieren, welche Lernfortschritte Sie bereits gemacht haben. Schlussendlich kann der (digitale) Austausch mit anderen Kursteilnehmern dabei helfen, eventuelle Missverständnisse über einzuhaltende Termine oder Kursinhalte aus dem Weg zu räumen. Wenn Sie diese Punkte beachten, kann E-Learning Ihnen dabei helfen, Wissensvorteile zu erlangen, mit denen Sie Ihr Profil schärfen und sich bei einer Stellensuche bestenfalls von den Mitbewerbern absetzen.

Tipp

Immer alleine am Bildschirm zu lernen, ist nicht Ihr Ding? Dann suchen Sie im Web nach Angeboten zum Blended Learning, bei dem elektronisches und klassisches Lernen mit Präsenzveranstaltungen zu einer Einheit verschmelzen.

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