Muckis und Millionen: Deutschland bleibt sportlich

Sport kann in Deutschland auf eine im Wortsinn bewegte Geschichte zurückblicken und ist bis heute ein wichtiger Teil unserer Kultur. Wenn, wie heute, Gesundheit fast schon zum hippen Lifestyle avanciert, liegen Fitnessstudios schwer im Trend – bieten Sie jede Menge Abwechslung, Geräte, Kurse und persönliche Betreuung. Doch welche Fitnessstudios machen in Deutschland das Rennen und wie sieht es in ihrem Inneren aus? Erfahren Sie hier mehr!

Status quo: Wie sieht die Fitnessstudio-Landschaft in Deutschland aus?

Die aktuell mitgliederstärksten Anbieter sind in Deutschland McFit mit knapp 1,3 Millionen Mitgliedern, FitX mit 650.000 Mitgliedern und clever fit mit 645.000 Mitgliedern (Stand 2018). Allerdings teilen sich diese drei Riesen den Markt mit anderen starken Mitbewerbern wie Kieser Training (237.000 Mitglieder) und dem Frauenfitnessstudio Mrs.Sporty (130.000 Mitglieder). Das Angebot der ersten drei Unternehmen ist dabei relativ homogen: Hier wird günstig trainiert, die Ausstattung ist solide, das Publikum etwas jünger. Es gibt einen Kraft- und einen Ausdauerbereich, ggf. Kurse und die Möglichkeit, ein Probetraining mit einem persönlichen Trainer zu absolvieren. Dieses ist nicht immer kostenlos, und auch die individuelle Betreuung auf der Trainingsfläche lassen sich die Ketten bezahlen – mit Blick auf die meist sehr niedrigen Monatsbeiträge um 20 Euro sei dies allerdings verkraftbar, so McFit Gründer Rainer Schaller im Interview.

Anders das Konzept von Kieser Training: Statt bunter Logos an den Wänden und Dance-Musik, die aus den Lautsprechern tönt, findet man hier hochmoderne und computergestützte Geräte und eine umfassende Betreuung durch Fachpersonal. Das Publikum ist etwas älter, die Stimmung ruhiger – und die Beträge sind fast doppelt so hoch wie bei FitX und Co.

Mrs.Sporty geht ebenfalls einen eigenen Weg: Wie der Name vermuten lässt, richtet sich dieses Studio an ein rein weibliches Publikum. Die hell und modern gestalteten Studios sind ähnlich wie McFit und FitX eingerichtet, dabei wird jedoch zunehmend auf „Smart Training“ gesetzt, bei dem funktionelles Training mit digitaler Anleitung und Videos kombiniert wird.

Alle Studio-Formate haben dabei eins gemeinsam: Sie profitieren vom aktuellen Fitnesstrend, bei dem sich Gesundheit als Vorzeige-Lifestyle neben veganer Ernährung und Nachhaltigkeit einreiht. Auch die aktuellen Schönheitsideale (schlanke Frauen und muskulöse Männer) tragen dazu bei, dass die Fitnessstudios stets gut besucht sind.

Starke Zahlen zu Deutschlands Fitness

Im Jahr 2018 trainierten ca. 11 Millionen Menschen in einem von ca. 9.300 Fitnessstudios in Deutschland. Dabei erwirtschaftete die Branche einen Umsatz von 5,3 Millionen Euro – Tendenz steigend. Und das trotz der stets sinkenden Mitgliedsbeiträge, die beispielsweise bei McFit zum Jahreswechsel durchaus einmal bei nur 5 Euro liegen können. Doch wie kommt es, dass die Branche immer weiter wächst? Schon seit Jahren lässt sich ein Wandel weg vom Vereinssport hin zum Individualtraining im Fitnessstudio beobachten. Geschuldet ist die Abkehr den oft unflexiblen Trainingszeiten oder der schlechteren Ausstattung, als dies bei einem durchschnittlichen Fitnessstudio der Fall ist.

Tipp

Laut eigener Aussage trainieren 70% aller Mitglieder regelmäßig bei McFit – die restlichen 30% allerdings lassen ihren Vertrag ungenutzt verstreichen. Fragen Sie sich deswegen beim Abo-Abschluss, wie oft Sie tatsächlich trainieren werden!

McFit – Deutschlands Muskelprotz?

Wie kommt es, dass beim Anbieter McFit so viele Menschen trainieren wie bei den beiden Konkurrenten FitX und clever fit zusammen? Einerseits wurde das Unternehmen bereits 1997 gegründet und war lange Zeit konkurrenzlos – konnte sich dementsprechend eine größere Mitgliederbasis zulegen und vom beginnenden Fitness-Hype profitieren. Gleichzeitig bot McFit als eines der ersten Studios ein ganz neues Konzept – bei dem nicht der reine Sport, sondern die Fitnesserfahrung im Fokus steht. Dazu gehören beispielsweise eine ansprechende Corporate Identity und eine konsequente Inneneinrichtung der Studios: Hier setzt McFit auf dunkle, edel wirkende Töne und eine dezente Musikuntermalung des Trainings. Kursbereiche sind abgetrennt, so wird eine intimere Atmosphäre geschaffen, die bei einer großen Trainingsfläche nicht realisierbar wäre. Mit diesen Initiativen möchte McFit nicht nur seine Kunden zufriedenstellen, sondern auch weg vom „Billig-Image“, das dem Unternehmen schon länger anhaftet. Hinter dem neuesten Coup, dem „The Reed“, steht ein weiteres innovatives Konzept des Unternehmens: Neben dem Sportbereich gibt es ein schickes Restaurant – und abends lässt es sich hier gut feiern.

Das größte Gym der Welt

Dabei hat McFit noch weitere große Pläne – wortwörtlich: Bis 2020 soll in Oberhausen das weltweit größte Fitnessstudio eröffnen. Auf insgesamt 55.000 Quadratmetern können die Mitglieder dann wie gewohnt Tag und Nacht trainieren. Der Clou: Gerüchten zufolge soll die Nutzung für Kunden umsonst sein – finanzieren wird sich das Angebot über Sponsoren und Werbeeinnahmen.

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