Ganz schön schaurig – Halloween steht vor der Tür

Kürbisse, Fledermäuse und natürlich ein ordentlich gefüllter Beutel mit Süßigkeiten – das klingt nach Halloween! Wie jedes Jahr streifen am 31. Oktober schaurig verkleidete Kinder um die Häuser. Der Brauch hat seinen Ursprung in keltischen und irischen Traditionen, wurde über die Jahre jedoch stetig weiterentwickelt – bis zu der Tradition, wie wir sie heute kennen. Erfahren Sie hier alles zu Geschichte und Brauchtum des gruseligen Festes!

Woher kommt der Brauch?

Eine eindeutige Herkunft hat Halloween nicht – vielmehr hatten hier verschiedene Traditionen und Umstände ihre Finger im Spiel. Ursprünglich kommt Halloween aus dem keltischen und irischen Raum. Dort endete das Jahr bereits am 31. Oktober. Um das neue Jahr zu begrüßen und böse Geister zu vertreiben, verkleideten sich die Menschen mit Masken und Umhängen und zogen lärmend um die Häuser.

Einen Tag später, zum Jahresbeginn, feierten die Kelten ein großes Totenfest, das Papst Gregor IV. im Jahr 837 als „Allerheiligen“ bezeichnete. So wurde aus dem heidnischen Fest ein christlicher Ritus, bei dem die Christen ihre Heiligen ehren. Von Allerheiligen, auf Englisch „All Hallows‘ Day“, stammt auch der Begriff Halloween: Der Abend davor ist „All Hallows’ Eve“. Daraus wurde Hallows Even und schließlich Hallowe’en.

Warum aber werden an Halloween heutzutage Süßigkeiten gesammelt? Der Ursprung liegt in einem weiteren Christenbrauch am 2. November: An Allerseelen zogen insbesondere die armen Leute durch die Dörfer und erbettelten sogenannten Seelenkuchen – ein Brot mit süßsauren Johannisbeeren. Mit der Zeit waren es immer mehr Kinder, die von Haus zu Haus zogen, um Kuchen oder Süßigkeiten zu erbitten – selbst, wenn sie nicht unbedingt bedürftig waren.

Irische Immigranten brachten Halloween mit in die USA, wo sich der Brauch allmählich vom ursprünglichen Original entfernte. Von dort aus kam Halloween dann nach Deutschland.

Heute stehen bei den kleinen Gespenstern vor allem die schaurige Halloween-Dekoration und natürlich eine tolle Verkleidung im Vordergrund. Hierzulande hat Halloween allerdings nicht den gleichen Stellenwert wie in den USA. Das mag daran liegen, dass in Deutschland im Frühjahr Karneval gefeiert wird – und sich die Deutschen meist hier mit viel Sorgfalt und Leidenschaft kostümieren.

Von der Rübe zum Kürbis – so kommt Gemüse ins Spiel

Kein Halloween ohne geschnitzten Kürbis, dessen Grimasse im Schein von Kerzen hämisch flackert? Dabei war der Kürbis nicht immer Teil des Brauchs. In Irland erfüllte eine geschnitzte Rübe dieselbe Aufgabe. Doch mit der Umsiedlung in die USA gab es einfach viel mehr Kürbisse als Rüben – und so änderte sich der Brauch.

Tipp

Übrigens: Laut Guinnessbuch der Rekorde wog der größte ausgehöhlte Kürbis stolze 821 kg. Da reichte ein Teelicht zur Beleuchtung vermutlich nicht aus!

Das Geschäft mit dem Grusel

Mit dem keltischen Glauben hat es heutzutage wenig zu tun, wenn Kinder als Hexe oder Vampir verkleidet durch die Nachbarschaft ziehen und „Süßes oder Saures“ rufen. Wie auch beim Weihnachtsfest hat sich vor allem die Wirtschaft dieses inoffiziellen Feiertags angenommen: Meist halten die Verkleidungen, Dekorationen und sogar Leckereien im Halloween-Look schon Ende September (nicht selten gemeinsam mit den ersten Lebkuchen) Einzug in die Supermarktregale. Wer Halloween mag, findet hier eine Fülle an Lichterketten mit kleinen Gespenstern, künstlichen Spinnennetzen und natürlich extra große Kürbisse zum Aushöhlen und Schnitzen.

Gute Geister statt Schreckgespenster

Auch wenn das schaurige Verkleiden und Schminken den Kleinen viel Freude bereitet – denken Sie an zartbesaitete oder kranke Menschen, bei denen lautes Geheule vor der Tür oder gar ein „saurer“ Streich auf wenig Gegenliebe stoßen dürfte. Machen Sie kleinen Hexen und Zombies deshalb von Anfang an klar, dass sie auf andere Rücksicht nehmen. Denn schließlich gilt: Wer Süßes will, kommt mit Saurem nicht weit!