Bewerben 2.0 – zum Traumjob mit Google & Co.

Wer träumt nicht von dem einen Traumjob? Soziale Netzwerke, Matching-Apps, One-Click-Bewerbungen, Passive und Active Sourcing – sicher ist: Das digitale Zeitalter birgt heute vielseitige Chancen für Sie als Bewerber. Es geht nur darum, diese zu erkennen und optimal zu nutzen. Ginge es übrigens nach Google-Manager Nick Zakrasek, findet ab sofort der neue Dienst Google for Jobs genau „den einen Job, der wirklich passt“.

Google for Jobs – was tatsächlich dahinter steckt

In den USA wurde Google for Jobs bereits im Jahr 2017 ausgerollt. Nach Schätzungen soll der Dienst dort heute schon für 80 Prozent der Jobsuchenden die erste Anlaufstelle sein. Seit dem 22. Mai 2019 ist Google for Jobs auch in Deutschland verfügbar. Geben Sie bei Google in das Suchfeld Begriffe wie beispielsweise „Jobs Finanzberater Hamburg“ oder „Bäckerei Berlin Jobs“ ein, so erscheint eine blaue Box – im Fachjargon „Link Tipp Container“ – mit einer ersten Übersicht. Klicken Sie nun auf den Button „mindestens x weitere Stellenangebote“, öffnet sich eine weiterführende Seite. Von hier aus haben Sie die Möglichkeit, die Ergebnisse zu filtern – zum Beispiel nach Standort, Arbeitszeit oder Arbeitgeber.

Tipp

Wenn Sie mit Ihrem Google-Konto angemeldet sind und Ihre Adresse dort hinterlegt haben, zeigt Ihnen die Verknüpfung mit Google Maps direkt den potenziellen Arbeitsweg an.

Google for Jobs ist sicherlich keine Weltneuheit in Sachen Stellenbörsen, ja, tatsächlich noch nicht einmal ein richtiger Stellenmarkt. Die Funktion ist eine Erweiterung der Google-Suche. Ähnlich wie etwa der japanische Weltmarktführer Indeed zieht sich die Suchmaschine die Stellenangebote von Jobportalen, Karriereseiten und Unternehmenswebsites.

Für Bewerber ist das praktisch. Die Jobsuchen helfen dabei, in der Flut der Stellenbörsen den Überblick zu wahren. Schließlich ist es für den beruflichen Neuanfang nie zu spät.

Einzig mit Google for Jobs zur erfolgreichen Bewerbung?

Mehr als 1.100 Stellenbörsen zeigen allein in Deutschland offene Stellen auf dem Arbeitsmarkt an, so das unabhängige Informationsportal Crosswater Job Guide. Google arbeitet für seine Jobsuche allerdings nicht mit allen zusammen.

Zum Beispiel hat sich Indeed ebenso wie der deutsche Marktführer StepStone gegen die Zusammenarbeit mit Google entschieden. Auch der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e. V. lehnt eine Kooperation aktuell ab – und mehr noch: Der Interessenverband hat gemeinsam mit StepStone 2018 bei der EU-Kommission eine Beschwerde gegen Google wegen Markt-Missbrauchs eingereicht. Ob sich diese durchsetzen wird, bleibt derzeit noch abzuwarten (Stand: 7/2019).

Bislang arbeitet Google nach eigenen Angaben mit vielen deutschen und internationalen Jobportalen zusammen, die ihre Daten für Google aufbereiten und dem Suchmaschinenriesen zur Verfügung stellen. Denn um in der Google-Job-Box zu erscheinen, müssen Unternehmen strukturierte Informationen im HTML-Code auf der Karriereseite hinterlegen. Das stellt insbesondere für viele kleine und mittlere Unternehmen (kurz KMU) eine Herausforderung dar.

Daher profitieren Sie mit Sicherheit von einem Wettbewerbsvorteil, wenn Sie weitere Stellenbörsen bei der Jobsuche hinzuziehen.

Unter den größten Unternehmen in Deutschland schrieben im Jahr 2018 laut Statista rund 95 Prozent der befragten Personaler offene Stellen über ihre eigene Website aus. Online-Stellenbörsen nutzten knapp 78 Prozent der Befragten.

Top-Jobportale und Jobbörsen mit der höchsten Weiterempfehlungsrate

Doch wo sollten Sie denn nun am besten nach dem Traumjob suchen? Eine gute Orientierung bietet die Nutzerumfrage des Vergleichsportals Jobbörsen-Kompass. Über 30.000 Jobbörsenbewertungen erreichten das Portal 2018, in denen Bewerber und Arbeitgeber Stellenportale und andere Recruiting-Kanäle hinsichtlich ihrer Zufriedenheit bewerten.

Jobbörsen mit den besten Bewertungen – Top 5

  1. StepStone (3.940 Bewertungen)
  2. Staufenbiel Institut (3.253)
  3. XING (2.402)
  4. Monster (2.102)
  5. Indeed.de (1.739)

Stellenbörsen mit der höchsten Weiterempfehlungsrate – Top 3

  1. foodjobs.de
  2. mobileJob.com
  3. jobvector.de

Soziale Netzwerke für aktive und passive Jobsuche nutzen

Doch nicht nur Sie als Bewerber sind aktiv bei der Stellensuche. Auch Arbeitgeber ergreifen zunehmend die Initiative, um Talente aufzuspüren – zum Beispiel über soziale Netzwerke. Knapp 21 Prozent von 160 der Top-1.000-Unternehmen in Deutschland gaben in einer Umfrage laut Statista an, XING für die Suche nach passenden Kandidaten zu nutzen, gefolgt von LinkedIn mit 9 Prozent.

Tipp

Damit Arbeitgeber auf Ihr Profil aufmerksam werden, halten Sie es stets aktuell. Achten Sie auf ein aussagekräftiges Foto, das Kompetenz und Sympathie ausstrahlt. Indem Sie sich mit anderen Nutzern vernetzen und passenden Gruppen beitreten, steigern Sie Ihre Reichweite.

Bewerbung to go – die One-Click-Bewerbung

Mit dem Smartphone bewerben? Das mag für die meisten noch seltsam klingen. Tatsächlich ist diese Form der Bewerbung aber längst möglich. Mit nur einem Klick übertragen Sie Ihr Profil aus einem Business-Netzwerk oder einer Datenbank in ein Bewerbungsformular.

Ein aktuelles Profil, vollständiger Werdegang und korrekte Rechtschreibung sind auch hier die Türöffner. Vergessen Sie keinesfalls vorhandene Zusatzqualifikationen, Zertifikate und Fortbildungen. Denn lebenslanges Lernen – zum Beispiel via E-Learning – steht laut „HR Report 2019“ des Personaldienstleisters Hays für Unternehmen an erster Stelle bei den Soft Skills.

Digitale Lebensläufe – wie Personaler die Spreu vom Weizen trennen

Großunternehmen erhalten Zehntausende Bewerbungen im Jahr. Um eine erste Vorauswahl zu treffen, nutzen die Personalverantwortlichen spezielle Analysesoftwares. Diese auf Daten und Regeln basierenden Tools filtern bereits zahlreiche Anschreiben heraus. Die Systeme nutzen spezielle Matching-Technologien und sogenannte CV-Parser (Software zur automatischen Erfassung von Lebensläufen), um Informationen wie Ausbildung, Hard Skills und Soft Skills nach Schlüsselwörtern zu scannen und zu bewerten.

Wer hier also nicht die korrekten Keywords und technische Vorgaben in seinem Lebenslauf verwendet, scheidet schon im ersten Schritt aus.

Auch das Thema künstliche Intelligenz schreitet in der Rekrutierung voran, zumindest, wenn es um die Vorauswahl geht. Mit selbstlernenden Algorithmen sollen KI-Technologien schneller passende Kandidaten finden.

Lebenslauf optimieren – fünf Regeln für den CV

Damit Ihr eingesendeter Lebenslauf die erste digitale Hürde überwindet, beachten Sie die folgenden Regeln:

  1. Verzichten Sie auf aufwendige Vorlagen. Ein mit einem Grafikprogramm erstelltes, professionelles Design ist von den meisten CV-Parsing-Softwares nicht lesbar.
  2. Verwenden Sie ein Word-Dokument für die Lesbarkeit – und eine PDF-Datei nur, wenn der Arbeitgeber danach verlangt.
  3. Platzieren Sie Kontaktinformationen nicht im Header oder Footer.
  4. Verwenden Sie passende Keywords bei den Soft Skills und Hard Skills. Schauen Sie sich dazu die Anforderungen und Aufgaben der Jobbeschreibungen genau an und filtern Sie immer wieder auftauchende Schlüsselbegriffe heraus.
  5. Geben Sie Zeiträume an, in denen Sie die Aufgaben erfüllt haben. Manche Software-Lösungen bewerten diese Angaben.

Bewerben mit Apps – per Swipe zum Traumjob?

Ähnlich wie das CV-Parsing funktionieren Bewerbungs-Apps zahlreicher Start-ups. Anhand der angegebenen Daten in Stellenausschreibungen und Kandidatenprofilen erstellen die Apps einen Matching-Faktor.

truffls bedient sich des Prinzips der beliebten Dating-App Tinder. Das Wischen (Swipen) über den Bildschirm entscheidet, ob das Jobangebot gefällt oder nicht. Wer nach rechts wischt, bewirbt sich zunächst anonym. Die Gründer wollen auf diese Weise Diskriminierung vermeiden und Chancengleichheit gewährleisten.

Weitere Bewerbungs-Apps:

  • MoBerries
  • Yooture
  • Talentfly

Übrigens kann es nicht schaden, wenn Sie vor dem aktiven Bewerbungsprozess Ihren eigenen Namen googlen. Das Internet vergisst nicht. Veraltete Informationen – wie etwa Forenbeiträge – lassen sich oft noch löschen.

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