Ostern: Feiertag für den Einzelhandel

Das Osterfest ist für den deutschen Online- und Einzelhandel mittlerweile fast so relevant wie das Weihnachtsgeschäft. Vor allem für Süßwarenhersteller wird Ostern jedes Jahr zum finanziellen (F)eiertag: Laut Marktforschungsinstitut Nielsen kauften Verbraucher im Jahr 2018 Schokoeier & Co. im Wert von 394 Millionen Euro ein. Doch nicht nur Naschwerk hat zu Ostern Hochkonjunktur, auch andere Branchen profitieren vom Rummel um den Rammler!

Einzelhandel profitiert vom Ostergeschäft

Es sind schier unglaubliche Zahlen: Rund 92 Millionen Packungen Schokoeier gingen zum Ostergeschäft 2018 über die Ladentheken. Hinzu kamen 75 Millionen Schoko-Osterhasen. Rechnet man beide Positionen zusammen, wurden zu Ostern 2018 etwa 29,3 Millionen Kilogramm Schokolade verkauft. Hinzu kamen noch weitere Leckereien in Form von Pralinen, Weingummi, Schaumzucker und Toffee. Der Osterhase mag es anscheinend sehr süß!

Zumeist wandern die Naschereien in das Osternest für den Nachwuchs. Doch immer öfter werden Partner, Eltern, Onkeln und Tanten ebenfalls zu Ostern mit Süßigkeiten bedacht. Im Durchschnitt gibt jeder Verbraucher in Deutschland dafür 5,50 Euro aus.

Bei den Süßigkeiten ist aber noch längst nicht Schluss, denn die Osternester unserer Kleinen sind in den letzten Jahren immer voluminöser geworden – und damit entsprechend teurer. Das wiederum freut die Spielzeugindustrie, die am Osterfest kräftig mitverdient. Ihr Mehrumsatz beläuft sich auf ungefähr 30 Millionen Euro pro Jahr. Da mit den Osterfeiertagen zudem die Freiluft-Saison startet, liegen Sportartikel wie Laufräder, Inliner, Fahrräder und Skateboards nicht minder hoch im Kurs. Bücher, CDs und Filme sind weitere beliebte Gaben für den Osterkorb: Insgesamt gibt jeder Deutsche zwischen 40 und 50 Euro für Ostergeschenke aus. 33% davon wurden im Jahr 2018 online gekauft.

Der Umsatz mit – teils gefärbten und/oder gekochten – Hühnereiern erreicht zu Ostern ebenfalls ungeahnte Höhen: Wie die Unternehmensberatung Engel & Zimmermann vorrechnet, werden über die Osterfeiertage ca. 500 Millionen gekochte Eier verkauft. Diese haben sich übrigens in ihre bunte Schale geworfen, weil sie so viel länger haltbar sind. Durch die Versiegelung mit Wachs oder Schellack werden die Poren in der Eierschale verschlossen. Dadurch können hart gekochte und gefärbte Eier bedenkenlos 30 Tage aufbewahrt werden. Gleiches gilt auch für Hühnereier, die Sie mit Ihrer Familie selbst färben.

3 wichtige Fakten zum Osterfest

Und warum gibt es zu Ostern eigentlich bunte Eier? Diese Tradition stammt aus dem christlichen Mittelalter. Das Ei galt schon damals als Symbol des erwachenden Lebens und der Fruchtbarkeit. Zu Ostern wurden Hühnereier damals blutrot gefärbt, um das Leiden Christi zu symbolisieren. Später – als sich die kirchlichen Osterbräuche zunehmend mit heidnischen Riten mischten – wurden die Eier dann zusätzlich mit fröhlichen und bunten Farben versehen, die den nahenden Frühling symbolisierten. Da auch der Hase in unserer Kultur als Sinnbild für den Frühling gilt, wurde er ab dem 17. Jahrhundert das Wahrzeichen unserer Osterfeierlichkeiten.

Apropos Hase: Dass Schoko-Osterhasen aus eingeschmolzenen Nikoläusen bestehen, ist ein hartnäckiges Gerücht, das definitiv nicht der Wahrheit entspricht. In einer Schokoladenfabrik wird die Produktionsmenge nämlich so kalkuliert, dass im Regelfall keine Saisonartikel übrig bleiben. Der Handel bietet schokoladige Ladenhüter nach Ostern und Weihnachten zu Sonderpreisen an und verkauft sie zügig ab. Eventuelle Restposten spenden die Händler oftmals an wohltätige Organisationen.

Nun bleibt noch die Frage offen, warum am Ostersonntag eigentlich bunte Eier, Schokohasen und Geschenke versteckt werden. Auch diese Sitte geht auf heidnische Bräuche zurück. Zu Ehren der germanischen Frühlingsgöttin Ostera wurden im Mittelalter die Eier eigentlich an Freunde und Handelspartner verschenkt. Das aber war der Kirche ein Dorn im Auge – und so kamen Konfessionslose auf die Idee, die Eier einfach zu verstecken.

Mehr zum Thema

Lidl & Aldi – vom Discounter zum Trendmarkt