Video-Telefonie: Mit den Liebsten in (Sicht-)Kontakt bleiben

„Schön, dich zu sehen“ – dieser Satz trifft auch zu, wenn Sie Ihrem Gesprächspartner nicht vis-à-vis gegenüberstehen. Gerade in der jetzigen Zeit der Ausgangsbeschränkungen bieten Apps und Programme für Video-Telefonie großartige Optionen. Das Enkelkind, dass die Oma wegen der aktuellen Corona-Krise nicht mehr sehen kann? Oder auch das Treffen mit den Liebsten, das momentan ausfällt? Legen Sie trotzdem jederzeit eine virtuelle Plauderstunde ein. Wir sagen Ihnen, welche Software das möglich macht!

Skype, MS Teams und Hangouts: Wie funktioniert eigentlich Videotelefonie?

Sie sind aus beruflichen oder privaten Gründen von Ihren Liebsten getrennt? Dann möchten Sie mit Sicherheit ab und zu Ihre Familie sehen. Das ist dank MS Teams, Skype & Co. jederzeit möglich. Wer sich in häuslicher Quarantäne befindet, kann mittels Chat-Apps risikolos mit seinen Mitmenschen in Kontakt treten. Alles, was Sie zum virtuellen Chatten (englisch für „plaudern“) mit Freunden und Verwandten benötigen, sind ein Computer, eine stabile Internetverbindung und eine Software für die Videotelefonie. Das genutzte Endgerät sollte über ein Mikrofon und eine Webcam, also eine eingebaute Kamera, verfügen. Mit dieser Ausstattung lässt sich eine Videounterhaltung binnen weniger Minuten einrichten. Ob Sie dabei einen klassischen PC, ein Tablet oder ein Smartphone nutzen, ist egal.

Viele gute Programme und Apps zum virtuellen Klönen sind im Internet kostenlos abrufbar. Nach Installation der Software müssen Sie sich nur noch einen Account einrichten. Das ist notwendig, damit Ihr Gesprächspartner Sie zielgerichtet kontaktieren kann. Ein Account (englisch für „Benutzerkonto“) ist also nichts anderes als eine digitale Telefonnummer. Wenn Sie und Ihr Kontakt dasselbe Programm auf dem Endgerät installiert haben und die Konfiguration abgeschlossen ist, kann es schon losgehen mit der Video-Telefonie.

Welche Videotelefonie-Anbieter gibt es?

Weil der Trend zu Homeoffice und der digitalen Kommunikation immer weiter voranschreitet, gibt es mittlerweile eine Fülle von Tools, mit denen Sie über das Internet kommunizieren können. Grundsätzlich sollten Sie diese Programme nur aus seriösen Quellen beziehen, beispielsweise aus dem Microsoft Store, dem Apple Store, dem Google Play Store sowie von den offiziellen Webseiten der Software-Anbieter. Zu den am weitesten verbreiteten Videochat-Apps zählen:

1. Skype
Skype ist quasi der Urvater aller Video-Kommunikationstools. Erstmals 2003 herausgebracht, ist die Anwendung seit 2011 im Besitz von Microsoft. Skype gibt es sowohl in der Desktop-Version für PCs und Laptops als auch in der Variante für das smarte Mobiltelefon, und es lässt sich als sogenannte Web-App direkt über einen Internet-Browser aufrufen. In der kostenfreien Ausführung können Sie verschlüsselte Videoanrufe über eine (W)LAN- oder Mobilfunk-Verbindung sowie Gruppenchats mit bis zu zehn Teilnehmern tätigen. Mit Microsoft Teams hat der Software-Riese aus Redmond des Weiteren ein Tool für Unternehmen im Portfolio, das einen größeren Funktionsumfang als Skype bietet.

2. Google Duo & Hangouts
Google Duo lässt sich als kostenloses Programm für die Videotelefonie entweder direkt im Internet-Browser oder per App nutzen. Das Besondere an der Software ist, dass Duo außerdem über Googles Smart-Home-Geräte zur Verfügung steht. Das Tool eignet sich für Sprachanrufe, Video-Calls und Konferenzen mit bis zu acht Teilnehmern. Damit verbinden sich auch größere Familien virtuell über das Internet.
Google Hangouts stellt eine erweiterte Version zur Nutzung in Betrieben dar.

3. Viber
Mit Viber, einem weiteren kostenfreien Tool für Telefon- und Videoanrufe, lassen sich sogar kurze Instant-Video-Messages erstellen, die Sie an Ihre Familienmitglieder und Freunde versenden können. In puncto Datenschutz sehen Experten bei Viber allerdings noch Verbesserungspotenzial. Trotzdem ist das Programm mit weltweit 800 Millionen Nutzern sehr beliebt.

Tipp

Auf den Webseiten des Bundesamtes für Sicherheit und Informationstechnik finden Sie ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Installation von Skype, Google Duo, Facetime, Facebook & WhatsApp.

4. Facebook
Facebook, das bekannte Social-Media-Imperium von Mark Zuckerberg, integriert ebenfalls eine kostenlose Möglichkeit zur Video-Telefonie. Diese finden Sie – etwas versteckt – entweder in der Web-Version von Facebook oder im gleichnamigen Messenger. Das Tool erlaubt Gruppenchats mit bis zu 50 Teilnehmern. Ein Pluspunkt ist hier unzweifelhaft die starke Verbreitung von Facebook. Rein theoretisch erreichen Sie alle Ihre Facebook-Freunde per Video-Call. Wer ein Facebook-Konto hat, kann die integrierte Video-Telefonie sofort und ohne weitere Installationsprozesse nutzen. Allerdings warnen Datenschützer davor, dass die übertragenen Inhalte (noch) nicht automatisch verschlüsselt werden.

5. WhatsApp
WhatsApp gehört seit dem Jahr 2014 zu Facebook. Der Instant-Messaging-Dienst startete 2009 zunächst als Tool für den Versand von Texten und lief so der zeichenlimitierten SMS den Rang ab. Später wurde WhatsApp um zusätzliche Optionen erweitert: Seit November 2016 beinhaltet die Software Videotelefonie. Auf diese sollten Sie allerdings tunlichst nur zugreifen, wenn Sie im heimischen WLAN eingeloggt sind. Der Grund: Die Übertragung von Videos ist sehr datenintensiv und könnte Ihre Mobilfunkrechnung über Gebühr belasten. In der Vergangenheit gab es auch bei WhatsApp mehrere Datenskandale – seit 2016 werden aber immerhin alle Nachrichten mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung übertragen.

6. Facetime
Die Videotelefonie-Software Facetime des US-Herstellers Apple lässt sich ausschließlich auf Geräten mit dem Betriebssystem iOS verwenden. Zu diesen zählen unter anderem das iPhone, das MacBook und das iPad. Um Facetime zu nutzen, benötigen Sie eine Apple ID zur Identifikation. Besteht Ihre Familie überwiegend aus Apple-Usern, dann stellt Facetime definitiv eine gute Alternative zu Skype, WhatsApp und Co. dar. Das Tool punktet mit dem Vorteil, dass es bereits vollständig in iOS-Systeme integriert ist. Eine zusätzliche Installation erübrigt sich.

Videotelefonie: Netikette und bestimmte Regeln einhalten

Wie bei jeder Kommunikation gilt es, beim virtuellen Chat auf ein paar grundsätzliche Regeln zu achten. Bedenken Sie, dass Ihr Gegenüber Sie auf dem Bildschirm ganz anders wahrnimmt als bei einem direkten Gespräch. Gerade bei Gruppenchats ist beispielsweise ein wenig Disziplin und Rücksicht gefragt. Lassen Sie Ihren digitalen Gesprächspartner ausreden und fallen Sie ihm nicht ins Wort. Bei größeren Konferenzen können Sie dafür auch einen „Moderator“ einsetzen, der den Redefluss steuert.

Zudem sollten Sie akustische Störquellen möglichst eliminieren und Radio und TV während des Gesprächs ausgeschaltet lassen. Wenn Sie selbst nicht reden, dann empfiehlt es sich, das eigene Mikrofon auf „stumm“ zu schalten. So vermeiden Sie, dass die Qualität der Übertragung für alle Hörer abnimmt. Ein vernehmlich klingelndes Handy zählt ebenfalls zu den Störfaktoren beim virtuellen Familientreffen. Stellen Sie Ihr Smartphone deshalb vor dem Gespräch auf „lautlos“. Mit diesen Tipps wird Ihr Video-Chat mit den Liebsten ein voller Erfolg und die tatsächliche räumliche Distanz zur absoluten Nebensache!

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