Hier finden Sie noch Immobilienschätze

Die Immobilienpreise in Deutschland verzeichneten auch im Jahr 2018 einen starken Aufwärtstrend. Doch obwohl vielerorts die Kaufpreise für Wohneigentum rasant stiegen, gibt es in einigen Regionen immer noch bezahlbare Immobilien. Für den „Wohnatlas 2019 – Wo die Deutschen noch Immobilienschätze finden“ haben Experten die Bedingungen für den Erwerb von Häusern und Eigentumswohnungen eingehend analysiert. Erfahren Sie, wo sich Kaufinteressenten nach Immobilienschätzen umschauen sollten.

Wohnatlas 2019: Keine Trendwende am Immobilienmarkt in Sicht

Für die Studie ging die Postbank zusammen mit dem Hamburger Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) der Frage nach, wo sich in Deutschland noch gute Kaufangebote finden lassen. Dafür nahmen die Analysten alle 401 deutschen Kreise und Städte genau unter die Lupe. Das Ergebnis liest sich zunächst ernüchternd: In 365 von 401 Kreisen und Städten zogen die Preise erneut an – teilweise sogar drastisch. Doch es gibt tatsächlich auch Regionen, in denen das Preisniveau für Immobilien im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist.

Dank niedriger Bauzinsen und attraktiver Neubau- und Bestandsobjekte bleibt die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt konstant hoch. Inflationsbereinigt legten die Immobilienpreise im Jahr 2018 im Mittel um 7,2 Prozent zu. Bei den Big Seven – also den sieben größten deutschen Städten – bleibt München unangefochtener Spitzenreiter: Hier müssen Käufer pro Quadratmeter Wohneigentum mit Ausgaben in Höhe von 7.509 Euro kalkulieren. Der Unterschied zur zweitplatzierten Stadt ist enorm – in Frankfurt am Main sind „nur“ 5.058 Euro pro Quadratmeter fällig. Die weiteren fünf Großstädte im Ranking sind:

  • Hamburg (4.587 Euro/qm)
  • Stuttgart (4.225 Euro/qm)
  • Berlin (4.166 Euro/qm)
  • Düsseldorf (3.772 Euro/qm)
  • Köln (3.596 Euro/qm)

Sie sehen: Die deutschen Metropolen sind nicht gerade ein Paradies für Schnäppchenjäger, die preiswertes Wohneigentum suchen. Immobilienfachleute der Postbank raten deshalb dazu, nicht unmittelbar in Großstadtobjekte zu investieren, sondern bevorzugt Immobilien zu kaufen, die im direkten Umland der Metropolen liegen. Hier lässt sich unter Umständen noch Wohneigentum zu moderaten Preisen erwerben. Es gibt sogar Regionen, in denen das Preisniveau im Vorjahresvergleich gesunken ist: Besonders in den Kreisen Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt (-37,3 Prozent), Elbe-Elster in Brandenburg (-34,5 Prozent) und in Deutschlands kleinster kreisfreier Stadt Zweibrücken in Rheinland-Pfalz (-26 Prozent) finden Sie derzeit Immobilien zu echten Schleuderpreisen. Doch Vorsicht: Niemand weiß, wie sich die Immobilienkurse dort in den nächsten Jahren entwickeln werden. Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft Postbank, rät Verkäufern in diesen Regionen dazu, „eine zügige Abwicklung ins Auge zu fassen“. Risikofreudigen Anlegern bietet sich derweil in den genannten Gebieten möglicherweise eine einmalige Renditechance, sollten die Kaufpreise dort wieder anziehen.

Dass die Entwicklung des Marktwerts für Häuser und Wohnungen in einigen deutschen Gegenden tatsächlich sehr sprunghaft ist, beweist folgende Aufstellung:

Rang 

Stadt/Kreis

Bundesland  Quadratmeterpreis 2018 in Euro Kaufpreisanstieg in Prozent
2018 (inflationsbereinigt)
1 Suhl, Stadt Thüringen 1.654,98 48,24
2 Kronach Bayern 1.729,03 41,65
3 Kyffhäuserkreis Thüringen 893,35 41,37
4 Schmalkalden-Meiningen Thüringen 1.347,26 38,66
5 Straubing-Bogen Bayern 1.394,79 31,82
6 Wittmund Niedersachsen 3.240,01 24,04
7 Bad Kissingen Bayern 1.751,80 24,00
8 Lindau (Bodensee) Bayern 3.049,30 23,86
9 Dessau-Roßlau, Stadt Sachsen-Anhalt 950,93 22,58
10 Northeim Niedersachsen 1.163,37 22,43

Höhere Immobilienpreise – sogar in ländlichen Gebieten

Die rasante Preisentwicklung zeigt, dass Käufer mittlerweile auch stärker an Objekten in ländlichen Gegenden interessiert sind. „Die Menschen suchen im Wohneigentum eine sichere Geldanlage, in und um die Metropolen wird es zunehmend eng und teuer, deshalb weichen Kaufinteressierte verstärkt in den ländlichen Raum aus“, erklärt Eva Grunwald das Phänomen.

In beliebten Feriengebieten sind ebenfalls kräftige Preisanstiege zu verzeichnen, da das Ferienhaus als Geldanlage immer begehrter zu sein scheint. So stieg der Kaufpreis für Immobilien im Landkreis Friesland um 19,66 Prozent, im Oberallgäu um 13,26 Prozent und im Schwarzwald-Baar-Kreis um 13,15 Prozent. Doch wer den Immobilienmarkt genau beobachtet, kann auch in attraktiven Gegenden noch echte Immobilienschätze ausmachen. So können Sie im mitteldeutschen Burgenlandkreis Objekte zu einem Preis von 710,50 Euro/qm erwerben. Ein Haus in dieser idyllischen Region Sachsens kostet also nur ein Zehntel eines Objektes in München. Weitere deutsche Landkreise und Städte mit „Schnäppchenpotenzial“:

Landkreis/kreisfreie Stadt  Bundesland Kaufpreis Euro/qm 
Mansfeld-Südharz ST 611,69
Vogtlandkreis SN 621,15
Salzlandkreis ST 730,71
Altenburger Land TH 747,33
Elbe-Elster BB 747,94
Wittenberg ST 765,82
Görlitz SN 792,71
Zwickau SN 797,84
Jerichower Land ST 803,62
Anhalt-Bitterfeld ST 810,63
Unstrut-Hainich-Kreis TH 812,15
Oberspreewald-Lausitz BB 813,99
Gera, Stadt TH 825,32
Pirmasens, Stadt RP 825,52
Saale-Orla-Kreis TH 828,45
Erzgebirgskreis SN 847,30
Goslar NI 847,45
Nordhausen TH 851,78
Wunsiedel i. Fichtelgebirge BY 855,68
Wartburgkreis TH 863,86
Holzminden NI 884,58
Mittelsachsen SN 892,66
Sonneberg TH 893,34
Kyffhäuserkreis TH 893,35
Hof BY 894,09
Saalekreis ST 907,62
Birkenfeld RP 930,55
Spree-Neiße BB 934,19
Harz ST 943,73
Höxter NRW 946,90
Dessau-Roßlau, Stadt ST 950,93
Eichsfeld TH 954,76
Saalfeld-Rudolstadt TH 955,50
Greiz TH 958,55
Prignitz BB 970,80
Sömmerda TH 992,92
Bautzen SN 997,51

Legende:

BW = Baden-Württemberg;
BY = Bayern;
BE = Berlin;
BB = Brandenburg;
HB = Bremen;
HH = Hamburg;
HE = Hessen;
MV = Mecklenburg-Vorpommern;
NI = Niedersachsen;
NW = Nordrhein-Westfalen;
RP = Rheinland-Pfalz;
SL = Saarland;
SN = Sachsen;
ST = Sachsen-Anhalt;
SH = Schleswig-Holstein;
TH = Thüringen.

Tipp

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Immobilienpreise hängen Mieten teilweise ab

Die Frage, ob Eigentum rentabel ist, kann in vielen deutschen Gegenden also mit „Ja“ beantwortet werden – nämlich dann, wenn sich eine Immobilie günstig erwerben lässt und im Laufe der Jahre einen stabilen Wertzuwachs verzeichnet. In einigen Regionen ist es aber tatsächlich vorteilhafter, eine Wohnung zu mieten, statt sie überteuert zu kaufen. „In begrenzten Märkten, wie den In-Vierteln der Großstädte, drohen die Preise zu überhitzen“, warnt Eva Grunwald.

Auf hierfür bietet der Wohnatlas 2019 ganz konkrete Beispiele: In der Ferienregion Nordfriesland inkl. Sylt sind z. B. rund 64,5 ortsübliche Jahresnettokaltmieten für einen Hauskauf fällig: Das bedeutet, dass sich das Investment dort erst nach über 60 Jahren amortisiert. Weitere Regionen mit einem hohen Vervielfältiger (Kaufpreis als Vielfaches der Jahresnettokaltmieten) sind u. a.

  1. Aurich 50,3
  2. Wittmund 46,6
  3. Landkreis Rostock 43,0
  4. Leer 42,0
  5. Miesbach 41,3
  6. Vorpommern-Rügen 39,0
  7. Starnberg 36,4
  8. München, Stadt 36,0
  9. Garmisch-Partenkirchen 35,9

Unter Umständen kann ein Haus- oder Wohnungskauf aber auch in diesen Kreisen und Städten Sinn machen. Schließlich spielen Aspekte wie persönliche Vorlieben, Lebensqualität oder das familiäre Umfeld beim Kaufentscheid eine Rolle. Und ein wichtiger Grund pro „Betongold“ ist immer noch, im Alter mietfrei wohnen zu können. Und das ist auf jeden Fall der schönste Anreiz für den Erwerb eines eigenen Hauses!

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