Renditeplus trotz Börsencrash

Was ist, wenn die Kurse fallen? Das ist eine Frage, die Sie sich vor einer Investition an den Kapitalmärkten immer stellen müssen. Denn Kursschwankungen gehören bei Aktien & Co. dazu. Dabei müssen Kursrücksetzer nicht immer schlecht sein – sie können unter Umständen sogar zum langfristigen Erfolg Ihrer Wertpapieranlage beitragen. Wann das so ist, lesen Sie hier.

Krisen kommen, Krisen gehen

Regelmäßig mit Wertpapieren zu sparen, kann sich richtig lohnen: Anleger, die in den zehn Jahren vom 1. Januar 2008 bis zum 1. Januar 2018 konstante monatliche Beträge in eine Aktienanlage mit der Wertentwicklung des DAX einzahlten, erzielten eine durchschnittliche jährliche Rendite von 10,4 Prozent. Abzulesen ist das im DAX®-Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts. Dabei hieß es gerade 2008 Nerven behalten: Denn auf dem Höhepunkt der Finanzkrise verlor der DAX® binnen eines Jahres fast 40 Prozent seines Werts. Das Beispiel zeigt: Krisen kommen und Krisen gehen – eine Aktienanlage ohne Risiko gibt es nicht. Und wie sich die Kapitalmärkte in Zukunft entwickeln, kann auch niemand voraussehen. Es zeigt aber auch: Heftige Börsencrashs müssen kein Drama für das eigene Vermögen sein, wenn man in Krisenzeiten einen kühlen Kopf behält und kurzfristige Kursverluste aussitzen kann.

Wie Kursrücksetzer beim Sparen helfen

Im besten Fall können Sie als Anleger sogar von Kursrücksetzern profitieren. „Börsencrashs helfen beim Sparen“ heißt es in der Ausgabe 9/2018 der Zeitschrift Finanztest. Die Börsenexperten der Stiftung Warentest haben den Depotwert eines ETF-Sparplans bei historischer Entwicklung inklusive Börsencrashs mit dem bei einem simulierten, konstant steigenden Kapitalmarktverlauf verglichen. Das Ergebnis: Das Vermögen war beim realen Verlauf mit Kursrücksetzern am Ende deutlich höher als beim simulierten „Idealverlauf“ ohne Kurseinbrüche – wie in unserem DAX®-Beispiel am Anfang. Nur wenn der Sparer sein Geld zwischenzeitlich dringend benötigt hätte, wäre er beim simulierten Verlauf meist besser dran gewesen.

Langfristig ausgewogen anlegen mit Investmentfonds- oder ETF-Sparplänen

Dem Rechenbeispiel der Stiftung Warentest liegt ein einfaches Prinzip zugrunde: Wenn die Kurse fallen, werden Aktien billiger. Sie bekommen also beim gleichen Kapitaleinsatz mengenmäßig mehr für Ihr Geld als bei höheren Kursen. Und: Je mehr Aktien Sie erwerben, wenn diese günstig sind, desto mehr profitieren Sie, wenn die Kurse wieder steigen.
Im Idealfall kauft man natürlich alle Aktien, wenn sie gerade am billigsten sind. Allerdings gelingt es oft nicht einmal Börsenprofis, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu finden – also jenen Moment, in dem der Kurs einer Aktie seinen Tiefststand erreicht hat, bevor er wieder steigt. Insbesondere für Einsteiger erscheint deshalb die Verteilung eines Aktieninvestments auf viele Kaufzeitpunkte ratsam. Fonds- und ETF-Sparpläne bieten dafür eine besonders komfortable Möglichkeit. Besparen Sie im Rahmen eines Sparplans einen klassischen Investmentfonds oder ETF (mit regelmäßigen Raten, so erwerben Sie bei fallenden Kursen mehr und bei steigenden Kursen weniger Fondsanteile. Daraus ergibt sich ein Durchschnittspreis pro Anteil, der zwar über dem günstigsten Preis, aber auch unter dem höchsten Preis während der Laufzeit des Sparplans liegt. Börsianer sprechen hier vom „Cost-Average-Effekt“, zu Deutsch Durchschnittskosteneffekt.
Fondsinvestments bieten zudem einen weiteren Vorteil: Gemäß der Börsenweisheit „Lege nicht alle Eier in einen Korb“ streuen sie das Anlagekapital von Haus aus über eine Vielzahl von Wertpapieren und tragen so dazu bei, das Anlagerisiko Ihrer Geldanlage zu reduzieren. Das gilt sowohl für klassische Investmentfonds als auch für ETFs.

Fallende Kurse als Grund zur Freude

Völlig unbedeutend ist der Einstiegszeitpunkt aber natürlich auch für Sparplan-Sparer nicht: Denn auch für sie hat es nach der oben beschriebenen Logik Vorteile, gleich am Anfang zu einem möglichst niedrigen Preis möglichst viele Fondsanteile zu erwerben. „Fallende Börsenkurse sind für Sparplan-Sparer gerade am Anfang ein Grund zur Freude“, heißt es auch bei Finanztest. Eine aktuelle Kursschwäche kann also ein guter Moment für den Abschluss eines Sparplans sein. Während beim Einstieg sinkende Kurse ein Vorteil sein können, sollte beim Ausstieg, also dem Verkauf der Fondsanteile, darauf geachtet werden, dass sich die Kurse nicht gerade in einem Tal befinden. Sie sollten also auch als Sparplan-Sparer genügend Flexibilität mitbringen, um den einen oder anderen Kursrücksetzer auszusitzen und mit der Auflösung des Depots zu warten, bis sich die Kurse wieder etwas erholt haben.

Bitte beachten Sie

Jede Geldanlage ist mit einem gewissen Risiko verbunden. In der Regel steigen mit den Renditechancen einer Anlage auch ihre Risiken. Je nach Wahl der Wertpapieranlageform ist insbesondere mit Kurs- bzw. Volatilitätsrisiken, Risiken der Bonität, der Liquidität, der Zinsänderung, der Währung und der Länder sowie steuerlichen Risiken zu rechnen. Über die speziellen Risiken der jeweiligen Anlageform informieren Sie die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen oder Ihr Wertpapierberater.

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