Rentenerhöhung 2019: Ab 1. Juli gibt es mehr Rente

Bereits im April stimmte das Bundeskabinett der diesjährigen Rentenanpassung zu, der Bundesrat folgte im Juni. Ab Juli 2019 wird sie nun endlich spürbar: Die gesetzlichen Altersbezüge der über 20 Millionen Rentner in Deutschland steigen um mehr als 3%. Im Zuge der Erhöhung werden außerdem die Rentenwerte in Ost und West stärker angeglichen. Im Jahr 2025 wird das Rentenniveau in den alten und neuen Bundesländern einheitlich sein.

Einheitliches Rentenrecht bald erreicht

Die Rentenerhöhung 2019 fällt in Ost und West unterschiedlich aus. In Westdeutschland beträgt das Plus 3,18%, in den neuen Bundesländern klettert die Rente um 3,91% nach oben. Dem Ziel der Bundesregierung, ein einheitliches Rentenrecht für alle Bundesbürger bis 2025 zu etablieren, ist Deutschland dann wieder ein Stück näher gerückt. Der Anpassungsschritt liegt sogar über dem gesetzlich festgeschriebenen Wert. Der Rentenwert Ost beträgt derzeit 96,5% des aktuellen Rentenwerts West. Im vergangenen Jahr waren es 95,8%. Auch Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales, blickt optimistisch in die Zukunft. Seiner Meinung nach sei Deutschland mit der Rentenanpassung 2019 auf einem guten Weg.
Die deutliche Erhöhung der Rente ruft zudem Erinnerungen wach: 2016 konnten sich Rentnerinnen und Rentner über einen Rekordzuwachs freuen. Damals verzeichnete die Bundesrepublik die höchste Rentenerhöhung seit mehr als 20 Jahren. Zum 1. Juli 2016 wurde damals ein Anstieg von 4,25% in den alten Bundesländern und 5,95% in den neuen Bundesländern wirksam. 2017 fiel die Rentenerhöhung hingegen bescheiden aus. Die Rente stieg nur um 1,90% im Westen und 3,59% im Osten Deutschlands. Anders sah es im Jahr 2018 aus. Mit einem Plus von 3,22% im Westen und 3,37% im Osten konnten sich Rentner bereits im Vorjahr über eine ordentliche Rentenerhöhung freuen.

Mit wie viel mehr Geld können Rentnerinnen und Rentner rechnen?

Die Rentenerhöhung zum 1. Juli 2019 hat für viele Rentnerinnen und Rentner spürbar höhere Bezüge zur Folge. Die gern als Vergleichsgröße herangezogene Standardrente (Eckrente) – Rente einer Person, die 45 Jahre voll gearbeitet, durchschnittlich verdient und in die Rentenkasse einbezahlt hat, – erhöht sich im Westen um rund 45 Euro monatlich, in den östlichen Bundesländern steigt die Eckrente um 54 Euro monatlich. Der Rentenwert steigt von 32,03 Euro auf 33,05 Euro (West) beziehungsweise von 30,69 Euro auf 31,89 Euro (Ost). Mit dem Anheben der gesetzlichen Rente soll deren Rolle als zentrale Säule der Alterssicherung gestärkt werden. In einer Pressemitteilung des Ministeriums für Arbeit und Soziales vom 06. Mai 2019 heißt es:
„Insgesamt zeigt sich: Die gesetzliche Rente bleibt die zentrale Säule der Alterssicherung in Deutschland. Um sie weiter zu stärken werden wir eine Grundrente einführen, die ihren Namen auch verdient. Die Grundrente soll Lebensarbeitszeit anerkennen und einen wirksamen Beitrag gegen Altersarmut leisten. Es geht um mehr Respekt vor der Leistung von Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben und aufgrund zu niedriger Löhne keine angemessene Rente bekommen. Diese Menschen sollen im Alter ordentlich abgesichert sein.“
(Quelle: Pressemitteilung BMAS Rentenanpassung 2019)

Warum steigen die Renten 2019?

Hubertus Heil begründet die Rentenanpassung 2019 mit der positiven Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt sowie mit den Lohnsteigerungen der letzten Jahre. Er reagiert mit der Anpassung der Rente in diesem Jahr unter anderem auf die positive Lohnentwicklung im vergangenen Jahr. Nach den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen des Statistischen Bundesamts konnte 2018 in Deutschland sowohl in den alten als auch den neuen Bundesländern ein für die Rentenanpassung signifikanter Lohnzuwachs verzeichnet werden, nämlich 3,60% im Osten und 3,00% im Westen.
Ein weiterer Grund für die Rentenanpassung 2019 offenbart sich im Zahlenverhältnis von Rentenbeziehenden und Beitragszahlenden, das mit dem sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor ausgedrückt wird. 2019 beeinflusst der Nachhaltigkeitsfaktor die Rente zum Positiven: Er steigt auf +0,64% und führt zu höheren Renten. Hier macht sich der Positivtrend auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Wirtschaft floriert, viele Unternehmen sind auf Wachstumskurs und stellen ein, sodass die Arbeitslosigkeit sinkt. Durch die höhere Zahl an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten steigt die Anzahl der Sozialbeiträge, wovon letztendlich Rentnerinnen und Rentner profitieren. Wie genau die Rente berechnet wird, ist im Sechsten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI) festgelegt.

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