Orientierung für Anleger: Research im Banking

Die zukünftige Entwicklung einzelner Anlageklassen einzuschätzen, ist für Privatanleger eine große Herausforderung. Unterstützung erhalten sie unter anderem von den Research-Abteilungen der Banken. Diese analysieren die Geschehnisse in den großen Volkswirtschaften und an den wichtigen Kapitalmärkten und stellen ihre Erkenntnisse Anlegern zur Verfügung.

Die Aufgaben einer Research-Abteilung

Politische Entwicklungen, veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen und geldpolitische Entscheidungen: Zahlreiche Faktoren beeinflussen die internationalen Kapitalmärkte. Die Aufgabe der Research-Abteilung einer Bank ist es, alle wichtigen Fakten zusammenzutragen, sie zu bewerten und Einschätzungen zur weiteren Marktentwicklung zu treffen. Diese Analysen und Prognosen sollen sowohl Bankmitarbeiter bei der Kundenberatung unterstützen als auch Privatanlegern Orientierung bei ihren Anlageentscheidungen geben.

Konjunktur und Aktien im Fokus

„Bei unserer Arbeit steht insbesondere die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland und Europa im Fokus, daneben natürlich die der USA. Außerdem haben wir China als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ständig im Blick“, sagt Dr. Marco Bargel, Leiter von Postbank Research. Mit Blick auf die Anlageklassen gilt ein besonderes Augenmerk der Postbank Experten den Aktien- und Anleihemärkten, die in den Portfolios vieler Privatanleger zu finden sind: Deutschland, Europa und der US-amerikanische sowie der japanische Kapitalmarkt.

Politische Entwicklungen spielen eine wichtige Rolle

Neben Konjunktur und Kapitalmärkten verfolgen Dr. Bargel und seine Kollegen die Geldpolitik der bedeutenden Notenbanken weltweit. Entscheidende Fragen sind beispielsweise, wann die Europäische Zentralbank oder die US-amerikanische Federal Reserve die Leitzinsen erhöhen und wie sich die Kapitalmarktzinsen in wichtigen Anlageregionen entwickeln werden. Außerdem haben die Experten wichtige Währungen wie den Euro, den US-Dollar, das Britische Pfund sowie den Schweizer Franken immer im Blick. Ebenso wie die fundamentalen Wirtschafts- und Kapitalmarktdaten müssen die Research-Abteilungen der Banken die politische Ebene berücksichtigen. Denn auch von dieser Seite kann die Entwicklung an den Finanzmärkten entscheidend geprägt werden. „Man muss sich schnell eine fundierte Meinung bilden, wie politische Ereignisse die Märkte beeinflussen können“, betont Dr. Bargel. Dabei kommen oft sogenannte Szenarioanalysen zum Einsatz. Das heißt: Es wird analysiert, welcher Ausgang eines bestimmten Ereignisses sich in welcher Form auf die Märkte auswirken könnte. Das betrifft zum Beispiel den Brexit: Zwar ist für niemanden vorauszusehen, welchen Ausgang die Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union nehmen werden. „Als Bank und als Privatanleger ist es jedoch notwendig, auf alle Möglichkeiten vorbereitet zu sein, um bei Bedarf schnell und adäquat handeln zu können“, sagt Dr. Bargel.

Datenanalyse als Grundlage der Einschätzungen

Als Grundlage für ihre Einschätzungen und Prognosen greifen die Research-Abteilungen von Banken auf spezialisierte Online-Datendienste zurück. „Hier haben wir Zugriff auf Millionen von aktuellen Wirtschafts- und Finanzmarktdaten, die wir analysieren und grafisch aufbereiten können“, erklärt Postbank Chefvolkswirt Dr. Bargel. Darüber hinaus nutzen die Experten öffentliche Quellen wie Statistikämter oder Pressemitteilungen und tauschen sich mit Kollegen anderer Geldinstitute aus.

Ergebnisse fließen in Publikationen

Die Analysen und Prognosen der Research-Experten münden in verschiedene Publikationen, die Bankberatern und Kunden sowie zum Teil auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Bei Postbank Research sind es beispielsweise mehr als 300 Veröffentlichungen pro Jahr, die Kunden bei ihren Anlageentscheidungen unterstützen. Neben einer täglichen Markteinschätzung sind das ein wöchentlicher Konjunkturausblick sowie die monatlichen Perspektiven, in denen die konjunkturelle Entwicklung und wichtige Anlageklassen detailliert behandelt werden. Dazu kommen jeden Monat eine Sonderpublikation zu einem speziellen Thema, beispielsweise dem Fachkräftemangel oder der Vermögensentwicklung in Deutschland, sowie „Zinsen und Währungen“, das sich insbesondere an Unternehmenskunden richtet. „Nicht zuletzt gehört es natürlich auch zu den Aufgaben des Research-Teams, bei den Kunden vor Ort präsent zu sein, etwa Vorträge zu halten und mit ihnen ins Gespräch zu kommen“, erläutert Dr. Bargel. „Schließlich geht es beim Research nicht darum, im Elfenbeinturm zu forschen, sondern den Kunden konkreten und direkt nutzbaren Mehrwert zu bieten.“

Tipp

Aktuelle Analysen und Einschätzungen aus dem Postbank Research finden Sie hier.

Unsere Empfehlung

Postbank Depot: Jetzt wechseln

Mehr zum Thema

Geldanlage in Wertpapieren