Richtig heizen: So schonen Sie Umwelt und Geldbeutel

Rund 70 Prozent der Energiekosten im Haushalt entfallen auf das Heizen. Richtig zu heizen senkt die Energiekosten deutlich. Doch auch die Umwelt profitiert, denn die privaten Haushalte verursachen 15 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland. Bauliche Veränderungen wie neue Heizungsanlagen und Wärmedämmungen sind Mittel, um Verbrauch und Kosten zu reduzieren. Richtig heizen verursacht wenig Mühe und bewirkt viel.

Heizen ist ein teurer Spaß für Verbraucher

Der aktuelle Heizkostenspiegel gibt für das Abrechnungsjahr 2018 für eine Wohnung mit 70 qm im Mehrfamilienhaus folgende Werte an.

Art der Heizenergie Durchschnittliche Heizkosten
Erdgas 700 Euro
Erdöl 845 Euro
Fernwärme 860 Euro
Wärmepumpe 685 Euro

Schon mit einer Verringerung der Heizkosten um zehn Prozent sparen Sie deutlich. Doch wie lassen sich Heizkosten reduzieren, ohne zu frieren oder Schimmelbildung zu riskieren? Richtig zu heizen ist einfach, wenn Sie die folgenden Tipps beherzigen.

Die ideale Raumtemperatur

Verschiedene Räume erfordern unterschiedliche Temperaturen. Folgende Empfehlungen geben Experten:

  • Wohnräume wie Wohn-, Ess- und Kinderzimmer sind mit 20 °C wohltemperiert.
  • Im Badezimmer dürfen es 22 bis 23 °C sein.
  • In der Küche heizen Herd und Kühlschrank mit und es genügen18 °C.
  • Im Schlafzimmer unterstützen Werte zwischen 16 und 18 °C einen tiefen und erholsamen Schlaf.

Anhaltspunkte für die richtige Einstellung geben die Zahlen auf dem Thermostat am Heizkörper:

  • Das Sternchen (*) steht für den reinen Frostschutz, die Raumtemperatur wird automatisch auf 5 °C gehalten.
  • Stufe 1 sorgt für 12 °C im Raum.
  • Stufe 2 heißt 16 °C, ideal für kühle Schlafzimmer.
  • Stufe 3 ist mit 20 °C die perfekte Einstellung für alle Wohnräume.
  • Stufe 4 benötigen Sie nur im Bad, sie hält die Temperatur auf 24 °C.
  • Stufe 5 erzeugt tropische 28 °C.
  • Die Streifen zwischen den Zahlen markieren jeweils ein Grad Celsius und ermöglichen die exakte Wahl der Raumtemperatur.

Das Absenken der Raumtemperatur um ein Grad mindert den Energieverbrauch im Schnitt um ganze sechs Prozent.

Tipp

Gehen Sie auch im Winter jeden Tag nach draußen. Das hilft Ihrem Körper, die Temperatur in der Wohnung richtig einzuordnen und verhindert, dass Sie selbst überheizte Räume als kühl empfinden.

Richtig heizen heißt auch richtig lüften

Gekippte Fenster sind praktisch, aber ermöglichen nicht genügend Luftaustausch. Dafür geht sehr viel wertvolle Wärme verloren. Empfehlenswert ist dagegen, zwei- bis dreimal täglich mit weit geöffneten Fenstern stoßzulüften. Ideal ist es, wenn Sie mit gegenüberliegenden Fenstern und geöffneten Zimmertüren für Durchzug sorgen. Bei geöffneten Fenstern dauert der komplette Luftaustausch fünf bis zehn Minuten. Querlüften mit Zug schafft den Austausch sogar in nur drei bis fünf Minuten. Die Räume werden anschließend schnell wieder warm, da Wände und Einrichtung die gespeicherte Wärme an die Luft abgeben.

Tipp

Regelmäßiges Lüften sorgt nicht nur für ein angenehmes Raumklima. Es senkt die Luftfeuchtigkeit und hilft, Schimmelbildung zu vermeiden.

Schotten dicht am Abend

Fenster sind die Schwachstelle des Hauses. Selbst mit modernster Dreifachverglasung verlieren die Räume über das Glas mehr Wärme als über die Außenwände. Schließen Sie daher bei Einbruch der Dunkelheit die Vorhänge und lassen Sie – sofern vorhanden – die Rollläden herunter, um richtig zu heizen.

Tipp

Ritzen an Türen und Fenstern kosten viel Energie. Tauschen Sie poröse Dichtungen aus und nutzen Sie bei Bedarf selbstklebende Tür- und Fensterdichtungen.

Luft im Heizkörper mindert die Leistung

Kontrollieren Sie regelmäßig alle Heizkörper und prüfen Sie, ob der letzte Abschnitt noch ebenso warm wird wie der erste am Zulauf. Fühlt sich der Heizkörper hinten kühler oder gar kalt an, hat sich Luft gesammelt. Das Entlüften trägt maßgeblich dazu bei, richtig zu heizen. Denn nicht entlüftete Heizungen lassen bis zu 15 Prozent der Heizenergie wirkungslos verpuffen. Mittlerweile können Sie Heizkörper für wenige Euro mit Ventilen zur automatischen Entlüftung nachrüsten. Diese lassen jede kleine Luftblase sofort und ohne Ihr Zutun ab.

Heizkörper frei lassen

Den größten Teil der Wärme bringen Heizkörper über die sogenannte Konvektion in die Luft. Zwischen den Rippen wird die Raumluft erhitzt und strömt nach oben. Dabei entsteht ein Kamineffekt und kühlere Luft fließt von unten nach. Dadurch kommt es zu einer stetigen Luftbewegung im Raum, die für gleichmäßig angenehme Temperaturen sorgt. Das funktioniert nur, wenn die Heizkörper nicht verdeckt sind. Möbelstücke wie Sofas und Sessel sollten zur Heizung einen Abstand von mindestens 50 cm einhalten. Kürzen Sie Gardinen und Vorhänge bis zur Fensterbank. Auch leichter Stoff vor der Wärmequelle steigert den Energieverbrauch deutlich.

Nacht- und Tagabsenkung nutzen

Wenn alle im kuscheligen Bett ruhen oder niemand daheim ist, darf es in der Wohnung ruhig kühler sein. Allerdings sollten Sie die Zimmertemperatur nicht unter 16 °C fallen lassen. Sonst steigt das Risiko für Schimmelbildung und der Aufwand für das Aufheizen übersteigt die Einsparung.

  • Die Nachtabsenkung programmieren Sie am besten direkt an der Heizungsanlage.
  • Für die Tagabsenkung bei längerer Abwesenheit an einem normalen Arbeitstag stellen Sie die Thermostate einfach auf Stufe 2 oder 2,5.

Absenkungen bei Tag oder Nacht sind nur sinnvoll, wenn die Heizungen schnell reagieren. Das ist bei klassischen Heizkörpern der Fall. Eine Fußbodenheizung ist zu träge, diese lassen Sie besser normal arbeiten. Lediglich bei längerer Abwesenheit wie dem Skiurlaub ist eine Reduzierung der Raumtemperatur auf etwa 15 °C empfehlenswert.

Tipp

Elektronische Thermostate lassen sich für jeden Tag programmieren und sogar von unterwegs per App steuern. Die Nachrüstung ist ohne Handwerker möglich.