Versicherungen für Kinder: Welcher Schutz ist empfehlenswert?

Erste Schritte, Einschulung oder Berufseinstieg: Das Leben eines Heranwachsenden birgt eine ganze Reihe einschneidender Erlebnisse – mal große, mal kleine. Bei jeder Veränderung wollen Eltern ihr Kind bestens abgesichert wissen. Damit Kinder behütet aufwachsen können, ist ein umfassender Versicherungsschutz in jedem Alter und jeder Lebenssituation notwendig. Wir zeigen Ihnen, welche Versicherungen für Kinder und Jugendliche infrage kommen und welche sinnvoll sind.

Kranken- und Pflegeversicherung

Seit 2009 ist die Kranken- und Pflegeversicherung für alle Menschen in Deutschland verpflichtend. Dabei haben Sie grundsätzlich die Wahl zwischen einer gesetzlichen und einer privaten Krankenversicherung. Kinder von gesetzlich Versicherten sind in der Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkasse beitragsfrei mitversichert, grundsätzlich bis zum 18. Lebensjahr. Studierende können sich darüber hinaus bis zum Alter von 25 Jahren über ihre Eltern mitversichern. Auszubildende hingegen müssen eine eigene Police abschließen. Sie selbst und Ihr Arbeitgeber zahlen die Versicherungsbeiträge jeweils anteilig. Wer es sich leisten kann, sollte den Beitritt in eine private Krankenversicherung in Erwägung ziehen. Erwachsene sowie Kinder erhalten hier deutlich höhere Leistungen als in den gesetzlichen Kassen. Gerade für junge Menschen wie Berufseinsteiger oder Auszubildende sind die Beiträge bei den privaten Kassen erträglich. Wägen Sie jedoch den besseren Schutz gegen die Kosten ab.

Krankenzusatzversicherung

Die gesetzlichen Krankenversicherungen haben in den vergangenen Jahren die Leistungen zunehmend gekürzt und verlangen immer häufiger eine Zuzahlung. Mit einer privaten Zusatzversicherung sind Sie auf der sicheren Seite. Vor allem für Kinder und Teenies kann eine Zahnzusatz- oder Zahnvorsorgeversicherung empfehlenswert sein. Bei vielen jungen Menschen muss im Schulalter eine Gebisskorrektur vorgenommen werden, die ohne entsprechende Versicherung stark ins Geld gehen kann.

Ein Muss für Familien: die Haftpflichtversicherung

Wer anderen einen Schaden zufügt, der haftet für die Folgen. Das gilt auch für Familien mit Kindern. Zwar sind Kinder bis zum Alter von sieben Jahren überhaupt nicht haftbar zu machen, weil ihnen die nötige Einsichtsfähigkeit fehlt – im Straßenverkehr gilt das sogar bis zum Alter von zehn Jahren. Aber als Eltern haften Sie, wenn Sie die Aufsichtspflicht verletzen.
Ab einem Alter von sieben Jahren (im Straßenverkehr ab zehn Jahren) haften Kinder sogar bereits selbst für Schäden, wenn sie über die erforderliche Einsichtsfähigkeit verfügen. Das OLG Köln stellte beispielsweise am 30.11.2010 fest, dass ein neunjähriger Junger, der beim Zündeln an Strohballen eine ganze Scheune abgebrannt hat, die Folgen seiner Handlungen erfassen konnte und haftbar ist (AZ. U 155/09). Diese und vergleichbare Forderungen haben 30 Jahre lang Bestand. Deshalb ist eine Familien-Haftpflichtversicherung für Eltern unerlässlich.

Tipp

Auszubildende und Studierende können sich ebenfalls über die Haftpflichtversicherung ihrer Eltern mitversichern lassen.

Unfallversicherungen für Kinder – Sinn oder Unsinn?

Wenn Kinder dauerhaft erwerbsunfähig werden, dann ist die Versorgung durch die Sozialversicherung sehr lückenhaft. Deshalb bewerben einige Unternehmen Unfallversicherungen als besonders sinnvoll. Tatsächlich kommt es aber nur in einem Prozent der Fälle vor, dass die andauernde Beeinträchtigung eines Kindes durch einen Unfall bedingt ist. Vielmehr entstehen nahezu 60 Prozent der solcher Behinderungen durch eine Erkrankung und hier leistet eine Unfallversicherung nicht.
Eine gute Alternative bietet hier eine Kinderinvaliditätsversicherung. Dabei erhält das versicherte Kind bei einer dauerhaften starken Beeinträchtigung wahlweise eine lebenslange monatliche Rente oder eine Einmalzahlung. Letztere kann als Grundkapital für eine Rentenzahlung aus den Zinsen oder für den behindertengerechten Umbau des Hauses eingesetzt werden.

Risikolebensversicherung – Partner und Kinder schützen

Der Tod ist ein Thema, das gern verdrängt wird. Doch wenn ein Elternteil stirbt, verschlechtert sich die Situation für die Hinterbliebenen in den meisten Fällen deutlich. Insbesondere dann, wenn eine Familie von einem Haupteinkommen lebt oder zwingend auf beide Einkommen angewiesen ist, ist eine Risikolebensversicherung zur Absicherung von Kind und Partner dringend zu empfehlen. Denn die gesetzliche Hinterbliebenenrente fällt meist gering aus und auch die Waisenrente reicht in vielen Fällen nicht. Halbwaisen erhalten 10 % der bisher erarbeiteten Rentenansprüche als monatliche Zuwendung. Vollwaisen stehen 20 % als Rente zu.

Auf eigenen Beinen stehen: Vorsorge und Versicherungen für Berufseinsteiger

Sie haben Ihre Ausbildung oder das Studium vor Kurzem erfolgreich beendet und schon den ersten Arbeitsvertrag in der Tasche? Glückwunsch! Nun ist es an der Zeit, sich Gedanken um die eigene Vorsorge zu machen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Beim Berufsstart denkt wohl kaum jemand bereits ans Aufhören, doch die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Jeder Vierte wird im Laufe seines Lebens berufsunfähig. Im Falle der Berufsunfähigkeit reicht die gesetzliche Rente allein nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten, denn die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung bei Berufs- und Erwerbsunfähigkeit sind äußerst gering. Aus diesem Grund ist das Abschließen einer Berufsunfähigkeitsversicherung auch in jungen Jahren schon sinnvoll.
Es kann sich sogar lohnen, eine solche Versicherung bereits für Kinder zu vereinbaren, denn sie haben beste Chancen auf einen sehr leistungsstarken Tarif. Viele Versicherer bieten eine pauschale Risiko-Kalkulation für Schüler an. Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass es sich um eine echte Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder handelt. Varianten, die nur einen bedingten Schutz bieten und erst mit dem Berufseintritt umgewandelt werden, sind nicht empfehlenswert.

Betriebliche Altersvorsorge

Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer durch die sogenannte Entgeltumwandlung einen gesetzlichen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge (bAV). Das bedeutet, dass Sie Teile Ihres Gehalts oder Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld in Beiträge zu einer betrieblichen Altersvorsorge umwandeln können. Der Vorteil: Sie sparen Steuern und Sozialabgaben. Bei der bAV stehen verschiedene Durchführungswege offen, die staatlich gefördert werden. Eine Möglichkeit ist eine Direktversicherung, die Ihr Arbeitgeber für Sie abschließt. Er muss Sie als Arbeitnehmer über die Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge informieren.

Der Bausparvertrag

Einen wichtigen Baustein für eine effektive Altersvorsorge stellt die eigene Immobilie dar. Wenn Sie auf „Betongold“ setzen wollen, schließen Sie am besten jetzt einen Bausparvertrag ab.
Schon 16-Jährige können je nach Einkommen die Wohnungsbauprämie als Spar-Turbo nutzen. Auf den maximal geförderten Sparbeitrag von 512 Euro jährlich zahlt der Staat eine Prämie von 8,8 Prozent. Viele Auszubildende erhalten vom Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen. Für maximal 480 Euro angespartes Bausparkapital zahlt der Staat innerhalb der Einkommensgrenzen eine zusätzliche Arbeitnehmer-Sparzulage. Jugendliche profitieren darüber hinaus vom sogenannten Jugendbonus.

Riester-Rente

Die Riester-Rente ist eine freiwillige Rentenform. Mit dieser staatlich geförderten Form der Altersvorsorge erwerben Sie ein Anrecht auf eine lebenslange Rente. Der Staat bietet Ihnen dabei bestimmte Anreize, wie Zulagen und Steuerersparnis.
Je eher Sie abschließen, desto mehr profitieren Sie im Laufe der Jahre vom sogenannten Zinseszinseffekt. Darüber hinaus können Schulabgänger die Startzulage in Höhe von 200 Euro in Anspruch nehmen. Junge Familien mit geringem Einkommen können zudem Kinderzulagen wahrnehmen.

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