Retoure ans Christkind: Tipps zum Geschenke-Umtausch

Auch der Weihnachtsmann ist nicht unfehlbar und verteilt Jahr für Jahr Geschenke, die eher für lange Gesichter als für Begeisterungsstürme sorgen. Kurz nach dem Fest tummeln sich in den Innenstädten deshalb viele Beschenkte, die ihre Präsente möglichst unkompliziert wieder loswerden möchten. Sie gehören ebenfalls dazu? Dann lesen Sie vor dem Gang zum Einzelhändler unsere wertvollen Tipps zu Umtausch, Rückgabe und Reklamation! 

Alle Jahre wieder: Umtausch von unpassenden Geschenken

Das Paket unter dem Weihnachtsbaum ist kunstvoll verpackt, das silberne Geschenkband funkelt stilvoll im Kerzenlicht. Doch beim Auspacken folgt der Schock: Wieder einmal haben die Lieben nicht den persönlichen Geschmack getroffen und Blümchensocken, Comic-Krawatten oder unschöne Dekoartikel verschenkt. Das ist schade, aber kein Beinbruch! Denn glücklicherweise lassen sich Weihnachtsgeschenke umtauschen. Dabei ist es egal, ob diese im lokalen Einzelhandel oder im Webshop erworben wurden. Beim Umtausch müssen Sie allerdings einige Punkte beachten, denn der Gesetzgeber hat hier bestimmte Fristen und Regeln vorgesehen. Wir verraten Ihnen, wie Sie alle unliebsamen Geschenke ganz einfach wieder loswerden. 

Müssen Händler Geschenke umtauschen?

Zunächst vorweg: Händler sind gesetzlich nicht dazu verpflichtet, einwandfreie Waren ohne Mängel wieder zurückzunehmen. Die meisten Anbieter sind diesbezüglich aber äußerst kulant und bieten die Möglichkeit, innerhalb eines bestimmten zeitlichen Rahmens Kaufverträge zu widerrufen. Wie dieser Zeitrahmen aussieht, ist von Geschäft zu Geschäft unterschiedlich. Wenige ganz große Unternehmen räumen ihren Kunden ein 365-tägiges Rückgaberecht ein – liegen damit aber über dem üblichen Durchschnittswert von 14 Tagen. Wie sich das Rückgaberecht bei einzelnen Händlern gestaltet, können Sie den jeweiligen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) entnehmen, die entweder im Laden aushängen (müssen) oder auf der Homepage des Einzelhändlers zu finden sind. Die AGB regeln meistens auch, wie ein bestimmtes Unternehmen mit dem Rückgaberecht umgeht.

Umtausch, Rückgabe und Co. – das sind die feinen Unterschiede

Bei einer Rückgabe bringen Sie das ungeliebte oder unpassende Weihnachtsgeschenk zurück in den Laden. Eine „Geld zurück“-Garantie gibt es aber nicht – nur rund 30 Prozent der deutschen Einzelhändler geben Kunden bei einer Rückgabe den Kaufpreis als Bargeld heraus.

Wenn Sie Weihnachtsgeschenke umtauschen möchten, sieht die Sachlage anders aus. In den allermeisten Fällen müssen Sie das missglückte Weihnachtspräsent nämlich durch einen anderen Artikel des Händler-Sortiments ersetzen, welches ungefähr den gleichen Wert hat. Alternativ kann es auch sein, dass Ihnen der Händler einen Gutschein zum Warenwert anbietet, mit dem Sie später nach Herzenslaune shoppen können – aber eben nur in diesem Geschäft. Gutscheine haben übrigens eine gesetzliche Verjährungsfrist von drei Jahren – auch, wenn der Händler ein anderes „Verfallsdatum“ daraufschreibt.

Einige Waren sind generell vom Umtausch ausgeschlossen. Aus hygienischen Gründen gilt dies z. B. für Dessous, Zahnbürsten oder auch Bademoden. Auch bei stark reduzierter Ware oder Sonderangeboten könnten Sie mit dem Geschenke-Umtausch eventuell Pech haben. Gleiches gilt für personalisierte Artikel wie etwa T-Shirts, Fototassen oder gravierte Schmuckstücke sowie für verderbliche Waren und geöffnete Software, DVDs und Blu-ray Discs.

Der Mythos, dass Ware nur in Originalverpackung zurückgegeben oder umgetauscht werden kann, ist allerdings nicht haltbar und hat keine rechtliche Grundlage. Vor allem defekte Produkte müssen Verkäufer auch ohne Umverpackung annehmen.

Geschenke umtauschen ohne Kassenbon: So funktioniert‘s

Natürlich ist ein Umtausch mit Kassenzettel relativ einfach zu handhaben. Mit dem Bon beweisen Sie schließlich dem Verkäufer, dass Sie oder ein Familienmitglied ein bestimmtes Produkt bei ihm erworben haben. Was aber, wenn kein Kaufbeleg mehr vorhanden sein sollte? In einem solchen Fall hilft Ihnen der Kreditkartenbeleg oder der Kontoauszug weiter.

Tatsächlich ist es aber auch möglich, beim Geschenke umtauschen ohne Quittung weiterzukommen. Es reicht z. B. auch, wenn ein Zeuge den Kauf bestätigt oder wenn Sie anders nachweisen können, dass Sie das Produkt exakt bei diesem Händler gekauft haben. Bei Waren, die es ohnehin nur in einem bestimmten Geschäft gibt, ist ein Kassenbon ebenfalls nicht zwingend notwendig. Das gilt z. B. für das Warensortiment einer Hausmarke.

Sonderfall Onlinehandel: Widerrufsrecht beim Geschenke umtauschen nutzen

Online-Shopping ist bequem und sicher, unterscheidet sich rechtlich jedoch ein wenig vom Kauf im Einzelhandel vor Ort. Denn wenn Weihnachtsgeschenke im Internet bestellt werden, ist dies nach § 312 BGB ein sogenannter Fernabsatzvertrag, bei welchem dem Käufer ein gesetzliches Rückgaberecht binnen 14 Tagen eingeräumt wird.

Wenn Sie im Internet bestellte Weihnachtsgeschenke umtauschen möchten, müssen Sie diese postalisch an den Verkäufer zurücksenden. Hier hält sich ein weiterer Fallstrick versteckt: Wer zahlt das Porto bei einer Rücksendung? Aus Sicht des Gesetzgebers müssen die Kosten vom Verbraucher übernommen werden. Das Handelsunternehmen ist allerdings verpflichtet, darauf in seinen AGB hinzuweisen. Der Warenwert spielt dabei übrigens keine Rolle: Eine früher geltende 40-Euro-Regelung gibt es im neuen Verbraucherrecht nicht mehr!

Viele namhafte Internethändler zeigen sich aber auch bei den Portokosten kulant und bieten ihren Kunden die Möglichkeit an, Waren portofrei zurückzusenden. Meistens können Sie die dafür notwendigen Paketscheine auf der Webseite des Händlers ausdrucken. So sparen Sie sich die Portokosten und können unliebsame Weihnachtsgeschenke ganz entspannt loswerden. Alle Jahre wieder …

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