Be my Valentine – oder liebe(r) nicht?

Der Valentinstag: Tag der Liebenden, der Romantik und der Zweisamkeit – und der Geschenke! Doch nicht immer wird aus freien Stücken gefeiert und geschenkt, viele Menschen fühlen sich durch gesellschaftlichen Druck dazu verpflichtet. Wer möchte sich am Ende gar nachsagen lassen, dass ihm der eigene Partner nichts bedeute? Welche Geschenke zum Valentinstag in Deutschland beliebt sind und wer beim Fest der Liebe auf der Strecke bleibt, zeigen wir Ihnen hier!

Was ist der Sinn des Valentinstags?

Grundsätzlich geht es beim Valentinstag darum, die Liebe zu zelebrieren, die die Menschen eint. Ob in einer Partnerschaft, der Familie oder auch unter Freunden: Es muss nicht zwingend die romantische Liebe sein, die uns miteinander verbindet. Auch Freundschaften sind beispielsweise hochemotionale Beziehungen, in denen wir Nähe und Halt erfahren. Doch im Alltag gehen all die großen Gefühle, gerade in längeren Beziehungen, schnell einmal unter. Dann ist der Valentinstag ein willkommener Anlass, sich auf die Liebe zu besinnen. Wie wir das machen, ist dabei uns überlassen: Ob mit Geschenken, einem gemeinsamen Dinner oder einem Kurztrip nach Paris, wichtig ist, dass es sich für uns richtig anfühlt. Schließlich interpretiert jedes Paar seine Beziehung anders und hat eigene Wünsche.

Nun aber Schluss mit der Utopie – schließlich wissen wir alle, wie es am Valentinstag in den Supermarktregalen – und noch wichtiger: in uns selbst – wirklich aussieht. Berge von Schokolade, in rosa Papier verpackt, Wellness-Angebote mit gratis Champagner oder vom Schlüsselanhänger bis zur Schneekugel alles in Herzform – der Valentinstag hat sich längst als kommerzieller Höhepunkt in der Jahresbilanz etabliert. Allein für Blumen geben 50 % aller Männer bis zu 20 Euro aus. Die sind zum Valentinstag übrigens im Durchschnitt 7,7 % teurer als im restlichen Jahr. Auch sonst scheinen Männer etwas spendierfreudiger zu sein: Jeder vierte Mann gibt über 50 Euro für den Valentinstag aus – bei den Frauen ist es nur jede zehnte.
Klassische Geschenke zum Valentinstag sind beispielsweise

  • Parfüm und Kosmetik (30 %),
  • Schokolade und Pralinen (23,7 %),
  • Schmuck und Uhren (23,2 %).

Genau hier liegt auch das Problem: Inzwischen ist der Konsum zum Valentinstag quasi vorprogrammiert, und entsprechend unpersönlich ist dadurch das Gros der Geschenke. Nichts zu schenken, ist für mehr als 50 % aller Paare keine Option – ob hier allerdings das Herz oder doch das Gewissen entscheidet, ist nicht immer klar. Fakt ist jedenfalls, dass sich viele Menschen durch Werbung unter Druck gesetzt fühlen, aus dem 14. Februar den romantischsten Tag des Jahres zu zaubern.

Nicht jeder ist zum Valentinstag eingeladen

Was sehen Sie, wenn Sie sich eine klassische Valentinstags-Szenerie vorstellen? Ein lächelndes Pärchen, Champagner und Rosenblätter? Schauen Sie einmal genauer hin – wie sieht das Pärchen aus? Ganz genau: Auch 2019 noch wird der Valentinstag als ein hauptsächlich heterosexueller Feiertag wahrgenommen und vermarktet. Schwule oder lesbische Paare können den Tag gern mitfeiern – angesprochen werden sie von der Werbung allerdings so gut wie gar nicht. Von Menschen mit Behinderung ganz zu schweigen. Und wer kein Geld hat, um teure Geschenke oder ein aufwendiges Abendessen zu kredenzen, der hat ebenfalls verloren. Kurz: Die Darstellung des Valentinstags, wie wir sie aus Film und Fernsehen kennen, entspricht selten der Lebensrealität des Publikums – und gerade so schafft es Werbung, Menschen, die diesem Valentinsideal nicht entsprechen, ein schlechtes Gewissen zu machen. Klingt das nach Liebe und Romantik? Nicht unbedingt.

Für Freundinnen: Happy Galentine’s Day!

Einen Kontrast zum Pärchen-Programm am 14. Februar bietet der sogenannte Galentine’s Day – erfunden vor knapp zehn Jahren in der US-amerikanischen Serie „Parks and Recreation“mit dem simplen Motto „Ladies celebrating ladies“. Was damals noch wie ein Scherz schien, hat sich gerade unter Frauen verbreitet – und zwar nicht nur unter Single-Ladys! Im Fokus stehen hier weniger teure Geschenke als vielmehr Freundschaft und Zusammenhalt. Der Name setzt sich aus dem umgangssprachlichen Ausdruck „gal“ für „girl“ und „Valentine“ zusammen. Übrigens: Auch Männer sind eingeladen, Galentine’s Day zu feiern!

Sie haben sich von der Valentinsstimmung anstecken lassen und möchten einem wichtigen Menschen eine kleine oder große Freude bereiten? Dann tun Sie das gern! Dafür müssen Sie meist gar nicht so viel Geld ausgeben – gemeinsame Zeit ist schließlich kostbar. Und wenn es dieses Jahr nicht pünktlich zum 14. Februar mit der Überraschung klappt, keine Sorge: Auch die restlichen 364 Tage im Jahr freuen sich Partner, Familie oder Freunde über eine liebe Aufmerksamkeit!

Tipp

Pralinenfreunde und Naschkatzen können sich schon im Vorfeld auf den 15. Februar freuen – da wird nämlich ein Großteil der Valentins-Schokolade zum halben Preis angeboten.
Mehr zum Thema

Hafen der Ehe – voll auf Kurs mit den Postbank-Finanztipps