Geldanlage in Wertpapieren

Denken Sie beim Thema Sparen auch zuerst an Ihr Giro- oder Tagesgeldkonto oder das Sparbuch bzw. die SparCard? Damit sind Sie nicht allein. Für viele Deutsche sind dies immer noch die bevorzugten Geldanlagen. Lange Zeit lagen Sparer mit diesen Formen der Geldanlage auch für den langfristigen Vermögensaufbau grundsätzlich richtig: Im Jahr 2008 etwa betrug selbst der durchschnittliche Effektivzins für Spareinlagen mit einer Laufzeit von nur bis zu zwei Jahren noch mehr als 4 Prozent. Und das bei einer Inflationsrate von 2,6 Prozent. Doch diese Zeiten sind erst mal vorbei – zuletzt erreichten die Zinsen für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist im Schnitt nicht mehr als 0,12 Prozent (Quelle für alle Daten: Deutsche Bundesbank, Stand: 11/2019).

Wer sein Geld zu diesen Bedingungen anlegt, könnte es theoretisch auch einfach ins Sparschwein oder unter die Matratze stecken – für den langfristigen Vermögensaufbau reicht eine Rendite nahe null nicht aus. Tatsächlich nutzen aber nicht einmal 20 Prozent der Deutschen Wertpapieranlagen wie Aktien zum Vermögensaufbau.

Wertpapiere – eine sinnvolle Ergänzung

Eine sinnvolle Ergänzung zu traditionellen Sparprodukten kann eine Wertpapieranlage sein. Vielleicht investieren Sie ja sogar bereits in Wertpapiere, ohne wirklich darüber nachzudenken: zum Beispiel indem Sie die vermögenswirksamen Leistungen (VL) und die Arbeitnehmersparzulage Ihres Arbeitgebers in einen VL-fähigen Fondssparplan fließen lassen.

Wesentlicher Unterschied zwischen klassischen Sparprodukten und einer Wertpapieranlage: Wertpapiere werden in der Regel an der Börse gehandelt. Ihre Renditechancen basieren auf verschiedenen Faktoren. Dazu gehören beispielsweise konjunkturelle und politische Entwicklungen, die Gewinnaussichten von Unternehmen oder gegebenenfalls auch Währungsentwicklungen. All diese Faktoren beeinflussen die Nachfrage nach bestimmten Wertpapieren und damit deren Wertentwicklung.

Die Wertpapieranlage eröffnet mögliche Renditechancen und kann daher langfristig betrachtet interessanter sein als eine Zinsanlage. Sie ist aber auch riskanter, weshalb die Streuung des Anlagekapitals auf verschiedene Anlageklassen oder deren Werte bei der Wertpapieranlage besonders wichtig ist.

Diese Wertpapieranlagen stehen zur Wahl

  • Investmentfonds
  • ETFs
  • Aktien
  • Anleihen
  • Zertifikate

Investmentfonds

Eine relativ einfache Form, in Wertpapiere zu investieren, ist der Erwerb von Investmentfondsanteilen. Investmentfonds streuen das Anlagekapital entweder über mehrere Werte einer Anlageklasse, z. B. verschiedene Aktien, oder auch mehrere Anlageklassen, z. B. Aktien und Anleihen. Mit dem Kauf von Investmentfondsanteilen werden Sie Miteigentümer am Fondsvermögen.

ETFs

Eine besonders einfache Möglichkeit, breit gestreut in unterschiedliche Wertpapiere zu investieren, sind ETFs. Das steht für „Exchange Traded Funds“ – zu Deutsch börsengehandelte Indexfonds. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Investmentfonds bilden ETFs einen Wertpapierindex möglichst genau ab. ETFs gibt es beispielsweise auf Aktienindizes wie den deutschen Leitindex DAX oder den weltweiten Industrieländerindex MSCI Word, aber auch auf zahlreiche Anleihe- oder Rohstoffindizes.

Aktien

Mit dem Kauf einer Aktie werden Sie quasi Mitinhaber des Unternehmens. Mögliche Renditechancen bieten sich Aktionären zum einen durch steigende Kurse, zum anderen durch die mögliche mögliche Dividende, die von dem Unternehmen an ihre Anteilseigner ausgeschüttet werden kann. Wie sich zum Beispiel eine reine Aktienanlage im Deutschen Aktienindex DAX in der Vergangenheit bei unterschiedlichen An- und Verkaufszeitpunkten entwickelte, zeigt das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts. Der Kurs einer Aktie kann schwanken und auch der Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist nicht ausgeschlossen. Die Höhe der Dividende ist nicht garantiert. Sie kann sogar ganz ausgesetzt werden.

Anleihen

Anleihen, auch Rentenpapiere genannt, haben im Gegensatz zu Aktien in der Regel eine feste oder variable Verzinsung (Kupon) sowie eine feste Laufzeit. Ausnahmen sind Nullkupon-Anleihen (sog. Zero Bonds) ohne laufende Verzinsung. Hier ergibt sich die erzielte Rendite einzig und allein aus der Differenz zwischen dem abgezinsten Ausgabepreis und dem festgeschriebenen Nennwert. Der Käufer einer Anleihe gewährt dem Emittenten, also deren „Herausgeber“ im Prinzip einen Kredit, wird damit also zum Gläubiger. Zum Ende der Laufzeit muss der Emittent dem Käufer den Nennwert der Anleihe zurückzahlen. Ausgegeben werden Anleihen von öffentlichen Emittenten (Staatsanleihen, z. B. deutsche Bundesanleihen) oder Unternehmen (Unternehmensanleihen). Ihre Rendite ergibt sich aus der Verzinsung, aber auch aus möglichen Kursgewinnen. Denn die meisten Anleihen werden wie Aktien an der Börse gehandelt. Die wichtigsten Risiken ergeben sich insbesondere während der Laufzeit aus Kursschwankungen, zum anderen aus der möglichen Insolvenz des Emittenten.

Zertifikate

Zertifikate sind rechtlich gesehen Anleihen ähnlich. Ihre Wertentwicklung ist jeweils an die Entwicklung eines sogenannten Basiswerts geknüpft. Das kann zum Beispiel eine Aktie, ein Index, ein Rohstoff oder eine Währung sein. Zertifikate sind komplexe Produkte, die es in verschiedenen Ausgestaltungen mit unterschiedlichen Renditechancen und Risiken gibt. Der Bankenverband und die Verbraucherzentrale empfehlen sie deshalb vor allem für Anleger, die bereits Erfahrungen mit Wertpapieren gesammelt haben.

Um in Wertpapieren anzulegen, brauchen Sie kein Börsenprofi zu sein, aber Sie müssen sich der möglichen Risiken bewusst sein.

Bitte beachten Sie

Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Mit den Renditechancen einer Anlage, steigen auch ihre Risiken. Je nach Wahl des Wertpapierprodukts ist insbesondere mit Kurs- bzw. Volatilitätsrisiken, Risiken der Bonität, der Liquidität, der Zinsänderung, der Währung und der Länder sowie steuerlichen Risiken zu rechnen.

Über die speziellen Risiken des jeweiligen Wertpapierprodukts informieren Sie die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Diese sind auf www.postbank.de abrufbar, wenn Sie dort die ISIN/WKN des Produktes eingeben.

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