Was ist eigentlich eine Aktie?

2017 besaßen laut dem Deutschen Aktieninstitut mehr als zehn Millionen Deutsche Aktien oder Anteile von Aktienfonds. Doch warum gibt es eigentlich Aktien und wie wird man Aktionär? Die wichtigsten Fakten zum Thema kurz zusammengefasst.

Aktien – ein bewährtes Konzept seit mehr als 700 Jahren

Anleger haben über Aktien die Möglichkeit, sich weltweit an Tausenden von Unternehmen zu beteiligen. Egal ob Lebensmittelproduzent, Finanzdienstleister oder Autobauer – in jeder Branche gibt es eine Vielzahl von Aktiengesellschaften, an deren Wertentwicklung Anleger auf diese Weise teilhaben können.

Das Konzept Aktie ist aber keine Innovation unserer Tage. Zwar streiten sich die Experten, welches Papier tatsächlich als erste Aktie bezeichnet werden kann, aber urkundlich verbrieft wurde das erste aktienähnliche Papier 1288 von einer schwedischen Kupfermine in Falun ausgegeben. Die Mine existiert noch heute als Aktiengesellschaft unter dem Namen „Stora Kopparbergs Bergslags Aktiebolag“. Die erste handelbare Aktie legte 1585 die Vereinigte Ostindische Handels-Kompanie auf, um damit den Handel mit Gewürzen zu finanzieren. Doch was genau ist eine Aktie überhaupt?

Aktie ist nicht gleich Aktie

In Deutschland gibt es für Firmen verschiedene Rechtsformen. Eine davon ist die sogenannte Aktiengesellschaft, kurz AG. Das Eigenkapital einer AG ist vollständig in Aktien aufgeteilt. Eine Aktie ist somit ein Wertpapier, das einen Anteil an der AG darstellt und an der Börse gehandelt werden kann. Durch den Kauf einer oder mehrerer Aktien wird ein Anleger zum Miteigentümer einer Aktiengesellschaft. Als Aktionär erhalten Sie diverse gesetzlich garantierte Vermögens- und Verwaltungsrechte. Dazu gehören:

  • das Recht auf Dividende (sofern es Ausschüttungen gibt)
  • das Recht auf einen anteiligen Liquidationserlös bei Auflösung der AG
  • das Bezugsrecht bei Ausgabe neuer Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung der Aktiengesellschaft
  • das Recht, an der Hauptversammlung teilzunehmen

Das moderne Aktienrecht kennt verschiedene Aktiengattungen, die sich etwa nach dem Stimmrecht oder der Übertragbarkeit unterscheiden. Die wichtigsten Aktiengattungen sind:

  • Stammaktien: Mit einer Stammaktie erwirbt der Aktionär neben dem Unternehmensanteil auch ein Stimmrecht. Dieses Stimmrecht übt der Aktionär üblicherweise auf der jährlich stattfindenden Hauptversammlung der Aktiengesellschaft aus. Beispielsweise kann er über die Entlastung des Vorstands für das vorangegangene Geschäftsjahr mitentscheiden, also die Frage, ob die Aktionäre dem Management ihr Vertrauen aussprechen. Auch über die Verwendung des Gewinns oder über zukünftige Aktienrückkäufe stimmen die Aktionäre ab. Pro Aktie hat der Aktionär eine Stimme.
  • Vorzugsaktien: Im Vergleich zur Stammaktie verzichtet der Aktionär bei der Vorzugsaktie auf sein Stimmrecht. Hierfür erhält er im Gegenzug einen erhöhten Anspruch auf Gewinnausschüttungen, die sogenannte Dividende. Die Dividende einer Vorzugsaktie fällt also in der Regel höher aus als die Dividende einer Stammaktie.
  • Inhaberaktien: Bei Inhaberaktien kann – wie der Name schon sagt – jeder, der die Aktien besitzt, alle damit verbundenen Rechte und Pflichten wahrnehmen. Sie ist die übliche Form einer Aktie, da sie leicht vom einen auf den anderen Aktionär übertragen werden kann. Da der Käufer einer Inhaberaktie weder seinen Namen angeben muss noch in einem Register verzeichnet wird, weiß das Unternehmen nicht, in wessen Besitz sich die Aktie befindet.
  • Namensaktien: Aktionäre, die hingegen Namensaktien besitzen, werden im Aktionärsregister der Aktiengesellschaft eingetragen. Lediglich die im Register eingetragene Person darf die mit der Aktie verbundenen Rechte in Anspruch nehmen. Das Unternehmen erhält somit einen detaillierten Überblick über die Anzahl der Aktionäre und die jeweils gehaltenen Anteile.

Am Unternehmenserfolg teilhaben

Grundsätzlich kann ein Aktionär auf zwei Weisen am Erfolg (oder auch Misserfolg) des Unternehmens, von dem er Aktien besitzt, beteiligt sein: durch steigende (bzw. fallende) Kurse und durch Ausschüttung der Dividende.
Der Kurs einer Aktie, also ihr aktueller Preis, kann sich ständig ändern und hängt von vielen Faktoren ab – nicht allein von der geschäftlichen Entwicklung des Unternehmens. Dadurch, dass viele Aktiengesellschaften an der Börse gelistet sind, ist es für den Aktionär einfach zu ermitteln, was seine Unternehmensbeteiligung wert ist und ob er gewonnen oder verloren hat.
Entschließt sich eine Aktiengesellschaft, Gewinne an ihre Aktionäre auszuschütten, hat jeder Aktienbesitzer einen Anspruch auf einen Anteil am Gewinn. Die Höhe der Gewinnausschüttung richtet sich nach der Aktiengattung und der Anzahl der gehaltenen Aktien. Über die Höhe der Dividende entscheidet üblicherweise die Hauptversammlung – also die Aktionäre selbst.
Eine Aktiengesellschaft ist nicht verpflichtet, ihre Gewinne oder einen Teil der Gewinne an die Aktionäre auszuschütten. Das muss aber für den Aktionär kein Nachteil sein. Gerade in wachstumsstarken Branchen können Gewinne stattdessen investiert und der Unternehmenswert so weiter gestärkt werden, was den Aktionären, zum Beispiel durch steigende Kurse, ebenfalls zugutekommen kann.

Aktienhandel leicht gemacht

Während die Wertpapiere in der Anfangszeit ihren Besitzer in physischer Form wechselten, werden Aktien heutzutage an den Börsen mehrheitlich elektronisch gehandelt. Der Kauf oder Verkauf von Aktien ist somit um vieles leichter geworden. Alles, was Sie dafür benötigen, ist ein Wertpapierdepot. Hier werden die Aktien für Sie bequem verwahrt. Der wichtigste Handelsplatz für Aktien ist in Deutschland übrigens die Frankfurter Wertpapierbörse mit dem elektronischen Handelssystem Xetra. Daneben gibt es in Deutschland noch die fünf Regionalbörsen Berlin, Hamburg/Hannover, Düsseldorf, München und Stuttgart.

Chancen nutzen, Risiken minimieren

Eine komfortable Möglichkeit, sich am unternehmerischen Erfolg (oder Misserfolg) einer Aktiengesellschaft zu beteiligen, bieten klassische Investmentfonds. Über ein Fondsinvestment investieren Sie schon zu vergleichsweise kleinen Beträgen in eine Vielzahl von Aktien und streuen damit sowohl Ihre Ertragschancen als auch die Risiken.

Tipp

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Bitte beachten Sie

Jede Geldanlage ist mit einem gewissen Risiko verbunden. In der Regel steigen mit den Renditechancen einer Anlage auch ihre Risiken. Je nach Wahl der Wertpapieranlageform ist insbesondere mit Kurs- bzw. Volatilitätsrisiken, Risiken der Bonität, der Liquidität, der Zinsänderung, der Währung und der Länder sowie steuerlichen Risiken zu rechnen. Über die speziellen Risiken der jeweiligen Anlageform informieren Sie die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen oder Ihr Wertpapierberater.

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