Zahlungssysteme für den Onlineshop

Studien zum Online-Nutzerverhalten bestätigen: Besucher einer Webseite mögen es simpel. Rund 80 Prozent potenzieller Kunden brechen ihren Onlinekauf ab, wenn sie das Zahlungssystem als zu umständlich oder unsicher empfinden.
Je höher die Vielfalt an angebotenen Zahlungsmethoden, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Kunde seine bevorzugte Bezahlweise vorfindet und den Kauf abschließt. Eine große Vielfalt an Zahlungsmethoden anzubieten, kann Ihnen daher einen Wettbewerbsvorteil sichern.

Das sind die gängigen Zahlungssysteme

Welche Zahlungssysteme von Onlineshops am häufigsten angeboten werden, lässt sich unter anderem auf dem Statistik-Portal Statista und bei der Stiftung Warentest in Erfahrung bringen. Am häufigsten bieten Verkäufer im Internet laut einer Studie der ibiresearch aus dem Jahre 2015 das Zahlungsverfahren Vorkasse per Überweisung an (71 Prozent), gefolgt von PayPal (67 Prozent), der Kreditkarte (47 Prozent), der Rechnung (46 Prozent) und SOFORT Überweisung (38 Prozent). Die Stiftung Warentest ermittelte in ihrer Untersuchung von Online-Bezahlsystemen, ebenfalls im Jahr 2015, folgende Verteilung: Rechnung mit 28 Prozent, Lastschrift mit 20,8 Prozent, PayPal mit 20,2 Prozent und Kreditkarte mit 10,8 Prozent. Die Vor- und Nachteile aller gängigen Zahlungssysteme haben wir für Sie aufgeführt:

Klassische Abrechnungssysteme im Vergleich

  • Rechnung
    Der Rechnungskauf hat eine lange Historie und gehört nach wie vor zu den beliebtesten Zahlungsmethoden, auch im Internet. Der Grund dafür liegt wohl auf der Hand: Der Käufer bezahlt die bestellte Ware erst nach Erhalt und genießt die Möglichkeit, die Ware zunächst prüfen zu können, bevor er die Rechnung begleicht. Aus der Sicht des Händlers ist das Zahlen per Rechnung mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden. Er muss die Zahlungseingänge prüfen, an Zahlungsfristen erinnern und bei Ausbleiben von Zahlungen Mahnverfahren durchführen. Ebenso muss er das Risiko von Zahlungsausfällen einkalkulieren.
  • Vorkasse
    Die Zahlweise per Vorkasse sieht vor, dass Käufer die bestellte Ware bezahlen, bevor sie versendet wird. Für Onlinehändler stellt dieses Zahlungsverfahren eine hohe Sicherheit dar, da sich keine Zahlungsausfälle ereignen. Es ist daher sehr beliebt. Allerdings ist sie mit einem gewissen Verwaltungsaufwand verbunden, da der Eingang des Geldes nachvollzogen und den Kunden zugeordnet werden muss. Besucher von Onlineshops empfinden das Bezahlen per Vorkasse jedoch als risikoreich.
  • Nachnahme
    Nachnahme ist ein Versand- bzw. Zahlungssystem, bei dem die Ware beim Zusteller bezahlt wird. Ähnlich wie beim Rechnungskauf genießt der Käufer die Sicherheit, erst bezahlen zu können, wenn er die gekaufte Ware in den Händen hält. Jedoch muss er in der Regel höhere Gebühren in Kauf nehmen, da sich das Logistikunternehmen den Nachnahmeservice bezahlen lässt. Das Bezahlsystem der Nachnahme hat eine lange Tradition, wird heute hingegen immer seltener angeboten.
  • SEPA-Lastschrift
    Das SEPA-Lastschriftverfahren ist eines der beliebtesten Zahlungssysteme im Onlinehandel. Hierfür hinterlegt der Kunde seine Kontodaten beim Onlinehändler und erteilt ihm damit die Einzugsermächtigung. Bei mehrmaligem Bestellen ist eine erneute Eingabe der Daten meist nicht notwendig, sodass das Bezahlverfahren als bequem und zügig wahrgenommen wird. Einige Internetnutzer empfinden SEPA jedoch als unsicher und scheuen davor zurück, ihre Kontodaten zu hinterlegen.
  • Kreditkarte
    Der wohl geringste Verwaltungsaufwand für Käufer und Onlinehändler fällt beim Bezahlen mit Kreditkarte an. Der Automatisierungsgrad ist sehr hoch. Gleichzeitig genießen beide Seiten eine hohe Sicherheit.

Moderne Bezahlsysteme

Neben den klassischen Zahlungssystemen, die seit Jahren bis Jahrhunderten in Deutschland existieren, haben sich im Zuge der Digitalisierung weitere moderne Zahlungsverfahren im Internet etabliert. Elektronische Zahlungssysteme vereinfachen das Bezahlen im Onlinehandel in hohem Maße, denn nachdem der Nutzer sich bei einem Zahlungsdienst angemeldet hat, entfällt die Eingabe von persönlichen Daten in Onlineshops meist komplett. Der Kauf ist nach wenigen Klicks erledigt – ob bei großen oder winzigen Beträgen. Wir stellen Ihnen die verbreitetsten Zahlungssysteme vor:

  • PayPal: PayPal wurde von eBay entwickelt und hat sich in den vergangenen Jahren bei vielen Onlinehändlern als Zahlungssystem bewährt. Der Onlinehändler zahlt pro getätigter Transaktion eine Gebühr an PayPal. Die Zahlung geht unmittelbar nach der Bestellung durch einen Käufer beim Händler ein.
  • Click &Buy: Click &Buy gehört zur Telekom und hat nahezu die gleiche Funktionsweise wie PayPal.
  • Skrill: Der britische Zahlungsdienst Skrill (bis 2010 unter dem Namen Moneybookers bekannt) war ursprünglich als Prepaid-System konzipiert, sodass Nutzer zunächst Geld überweisen mussten, um mit Skrill online bezahlen zu können. Heute sind Zahlungen ohne Aufladen wie bei PayPal möglich.
  • Wirecard: Im Onlinehandel hat sich Wirecard als Zahlungssystem im Segment Travel (Reisen und Transport) als feste Alternative etabliert. Es kann für Zahlungsabwicklungen und zur Prüfung von Krediten eingesetzt werden. Vor allem für das Anbieten von virtuellen Kreditkarten ist Wirecard bekannt.
  • paydirekt: paydirekt ist der Onlinebezahldienst der Banken und Sparkassen und kann über den Onlinebanking-Zugang verwendet werden. Die Funktionsweise ist mit PayPal, Click &Buy und ähnlichen Diensten vergleichbar, jedoch handelt es sich nicht um einen Drittanbieter. Die Bezahlung erfolgt unmittelbar vom angebundenen Girokonto.
  • Direkt- bzw. Sofortüberweisung: Die Direkt- bzw. Sofortüberweisung ist ein Bezahldienst des schwedischen Unternehmens Klarna. Ähnlich wie beim klassischen Zahlungssystem der Vorkasse, muss der Käufer seine Kontodaten beim Kauf hinterlegen. Der Händler erhält unverzüglich eine Zahlungsbestätigung und kann die Ware versenden. Er genießt einerseits ein sehr geringes Zahlungsausfallrisiko und muss andererseits vergleichsweise geringe Gebühren zahlen. Außerdem ist der Dienst bankenunabhängig.
  • giropay: giropay wurde von der Postbank, Star Finanz, Fiducia IT und GAD 2006 gegründet. Anders als bei der Sofortüberweisung muss das Kreditinstitut des Käufers für giropay registriert sein, damit er diesen Bezahldienst nutzen kann. Die Zahlung erfolgt wie bei paydirekt unmittelbar vom Girokonto des Käufers.

Hilfe für Onlineshops: Payment Service Provider

Eines wird bei der Auflistung der Zahlungssysteme deutlich: Es gibt eine große Fülle verschiedener Bezahlweisen und Anbieter, die jeweils unterschiedliche Nutzungsbedingungen und verschieden hohen Verwaltungsaufwand mit sich bringen. Ein Payment Service Provider (auf Deutsch: Zahlungsdienstleister, Abkürzung: PSP) übernimmt für E-Commerce-Unternehmen einen Großteil des verwaltungstechnischen Aufwands.
Ob klassische oder moderne Zahlungssysteme – der PSP kümmert sich um die technische Implementierung aller gewünschten Zahlungsarten im Portfolio des Onlinehändlers. Darüber hinaus bieten PSP meist weitere Dienstleistungen an, beispielsweise die Abwicklung von Inkasso-Verfahren.
Insbesondere von folgenden Vorteilen profitieren Sie als Händler:

  • einfacher Zugriff auf viele Zahlungsarten, das bedeutet mehr Kunden
  • Kosten für Integration und Abwicklung der verschiedenen Methoden sinken
  • Risikomanagement und Inkasso senken die Anzahl der Zahlungsausfälle und entlasten von den Sicherheitsvorgaben der Kreditkartenunternehmen

Die Postbank bietet Ihnen mit der Zahlungsschnittstelle EVO E-PAY die Möglichkeit, die gängigen und für Sie sicheren Bezahlverfahren einfach in Ihren Online-Shop einzubinden. Wir beraten Sie gern!

Fazit

Studien zeigen, dass das Bezahlsystem eines Onlinehändlers im Wesentlichen darüber entscheidet, ob potenzielle Kunden ihre Transaktionen abschließen und zu Käufern werden oder den Kaufprozess abbrechen. Je mehr Bezahloptionen ein Onlineshop bietet, desto geringer ist das Risiko eines Abbruchs. Onlinehändler haben heutzutage die Wahl zwischen zahlreichen Zahlungssystemen. Klassische Zahlungsarten – etwa per Rechnung oder Kreditkarte – erfreuen sich nach wie vor hoher Beliebtheit. Elektronische Zahlungsdienste wie PayPal, giropay oder Wirecard haben sich ebenfalls etabliert.
Durch die Inanspruchnahme eines PSP ist der Onlinehändler in der Lage, dem Käufer die gewünschte Vielfalt an Zahlungssystemen zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig den Verwaltungsaufwand gering zu halten. Ein PSP stellt eine gute Möglichkeit dar, die Zahl der Bestellungen deutlich zu erhöhen.

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