Bitcoins – digitale Zukunft der Währungen?

Kryptowährungen liegen im Trend: Bitcoin sowie Ethereum, Litecoin, Stellar, Dogecoin und andere „Coins“ sind längst kein Nischenprodukt mehr – spätestens seit der großen Rally in diesem Jahr interessieren sich immer mehr private Investoren für die hoch spekulative Geldanlage. Was Bitcoin genau ist und wie Kryptowährungen vielleicht in der Zukunft unseren Alltag bestimmen könnten – erfahren Sie hier mehr zu diesem spannenden Thema!

 

Was sind Bitcoins?

Der Begriff „Bitcoins“ setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen. Ein „Bit“ ist einfach zusammengefasst die kleinste Speichereinheit auf einem Computer. „Coin“ wiederum ist der englische Begriff für Münze. Somit lässt sich „Bitcoin“ sinngemäß mit „digitaler Münze“ übersetzen.

Bei Bitcoins handelt es sich sozusagen um die Mutter aller heute auf dem Markt befindlichen Digitalwährungen. Bitcoins sind ausschließlich virtuell, d.h. ihr Gegenwert ist nicht wie bei üblichen Währungen wie dem Euro auf Münzen und Scheine geprägt bzw. gedruckt. 

Hinter der Erfindung des Bitcoins steht eine Person oder Personengruppe mit dem Namen „Satoshi Nakamoto“, gleichzeitig auch Schöpfer der mit Bitcoins verbundenen Blockchain-Technologie.

 

Wie funktionieren Bitcoins?

Die Blockchain (auf deutsch „Blockkette“) ist eine neuartige Technologie, welche die elektronische Währung Bitcoins überhaupt erst möglich macht. In unserem Artikel zu Blockchain stellen wir Ihnen die Grundzüge dieser Technologie und Beispiele vor.

Bitcoins sind limitiert: Maximal 21 Millionen Bitcoins können aufgrund eines komplizierten Algorithmus produziert werden, dann ist definitiv Schluss. Aktuell sind rund 18,7 Millionen Bitcoins im Umlauf (Stand: Juni 2021). Damit sind die Reserven noch lange nicht aufgebraucht, Experten datieren das mögliche Ende auf die Jahre 2130 bis 2140. Diese Tatsache ist auch dem langwierigen Verfahren der digitalen Schöpfung von Kryptowährungen geschuldet.

Bitcoins stehen massiv im Fokus, weil sie derzeit (noch) unabhängig von Zentralbanken und Regierungen sind. Aktuell ist eine große internationale Debatte über staatliche Regulierungsmaßnahmen aufgekommen – auch angesichts der heftigen Kursexplosionen und Schwankungen. Südkorea und China haben entsprechende Maßnahmen bereits früh vorangetrieben. Doch auch in der EU sind Digitalwährungen bzw. Unternehmen, die dazugehörige Dienstleistungen anbieten, bereits in den Geldwäscherichtlinien (AML5) aufgeführt. Noch unterliegen Bitcoins jedoch per Definition keiner staatlichen Kontrolle und unterscheiden sich somit deutlich von herkömmlichen Währungen.

 

 

Bitcoins „schürfen“ wie im Goldrausch?

Dass Bitcoins limitiert sind, macht sie (inzwischen) wertvoll. Die Kursentwicklung konnte zwischenzeitlich selbst Goldrausch-Pionieren aus längst vergangenen Zeiten die Sinne schwinden lassen: Kostete ein Bitcoin bis Ende 2012 meist nicht mehr als zehn Euro, so entwickelte sich der Kurs besonders im Jahr 2017 rasant nach oben und gipfelte im Dezember schließlich bei über 16.000 Euro pro Bitcoin. Im Zuge dessen verbreiten Medien haufenweise Erfolgsstorys über Bitcoin-Millionäre.

Nachdem der Bitcoin-Kurs 2018 jedoch regelrecht abgestürzt war, bleibt die Anlage in die Digitalwährung weiterhin ein Wagnis. Im März 2020 wurden beispielsweise „nur“ 4.343 Euro für einen Bitcoin fällig. Anfang 2021 explodierte der Kurs dann plötzlich: Der Wert von Bitcoins stieg rasant bis auf ein Rekordhoch von über 52.000 Euro am 16. April an. Anschließend brach der Kurs wieder leicht ein und pendelte sich im Juni auf einem Niveau um die 30.000 Euro ein. Gerade in diesem erheblichen Auf und Ab spiegelt sich die Faszination für den Bitcoin wieder, aber auch die immense Volatilität der Kapitalanlage.

Vor einem Investment in Bitcoins steht die Hürde des insgesamt enorm gestiegenen Preises und der starken Kursschwankungen. Die Fachwelt ist sich einig, dass mit dem Kauf von Bitcoins ein sehr hohes Risiko verbunden ist.

Apropos Goldrausch: Anfangs ließen sich Bitcoins über das sogenannte „Mininig“ tatsächlich noch regelgerecht „schürfen“. Dafür braucht es allerdings spezielle und teure Rechner, dass sich die Investition hierfür heute kaum noch lohnt. Außerdem ist diese Methode ein richtiger Stromfresser.

 

Wie kaufe ich Bitcoins und wo zahle ich mit Bitcoins?

Kaufen ist stattdessen das Mittel der Wahl. In Ermangelung einer regulierten Börse landen die meisten Kaufinteressenten bei Handelsplattformen wie beispielsweise bitcoin.de. Hier ist eine sichere Abwicklung weitgehend garantiert. Gibt es im Freundes- oder Bekanntenkreis bereits jemanden, der Bitcoins besitzt und bereit ist, diese gegen Euros einzutauschen, geht auch der direkte Weg.

Wichtig ist das sogenannte „Wallet“. Die digitale Geldbörse lässt sich in Form einer App beziehen, es gibt die Software aber generell für alle Betriebssysteme. Mit dem virtuellen Portemonnaie kann man Bitcoins empfangen und versenden. Falls Sie den Kauf von Bitcoins planen, sollten Sie Ihr „Wallet“ immer über offizielle und sichere Kanäle beziehen. Prüfen Sie die Apps, welche Sie z. B. über die Stores von Apple und Google downloaden können, unbedingt auf ihre Echtheit. In vergangener Zeit gab es bereits Kryptogeld-Betrüger, die sich mit gefälschten Apps bereichern.

Die gute Nachricht: Mit der zuletzt steigenden Akzeptanz der Digitalwährung wächst auch die Zahl der Unternehmen, die Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptieren. Microsoft, Greenpeace, Mozilla, Steam, Lieferando und auch Wikipedia sind ein bunter Strauß großer Namen von Unternehmen, Stiftungen und Organisationen, die teils schon seit einigen Jahren Bitcoins annehmen. Tesla-CEO Elon Musk sorgte zuletzt für Schlagzeilen, als er Bitcoin zunächst eine Absage erteilte – die Kryptowährung dann unter Auflagen aber doch wieder als Zahlungsart für ein neues E-Auto akzeptierte.

Auch in Deutschland erreichte der Hype zahlreiche Betriebe, die auf den Zug mit aufsprangen. Berlin etablierte sich als Bitcoin-Hauptstadt: Auf dem „Bitcoin-Kiez“ an der Graefestraße akzeptierten zunächst mehrere Geschäfte – darunter Bars, Burger-Restaurants und Plattenläden – die digitale Währung. Die extremen Kursausschläge zeigten allerdings schnell die Grenzen von Bitcoins als Zahlungsmittel auf. Wirklich etablieren konnte sich die Kryptowährung im alltäglichen Zahlungsverkehr deshalb bislang nicht.

 

Die Zukunft des Bitcoins

Stellt sich die Frage nach der Zukunft des Bitcoins, so fällt der Blick zunächst unweigerlich auf die vielen anderen Digitalwährungen, welche dem Bitcoin nacheifern. Laut „coinmarketcap“ gibt es aktuell mit Stand Juni 2021 über 5.300 Kryptowährungen. Die gesamte Kapitalisierung des weltweiten Marktes beträgt ca. 1,3 Billionen Euro. Das ist zwar nur ein Bruchteil des globalen Geldkreislaufs, zeigt aber die rasant wachsende Bedeutung auf.

Die Kursentwicklung des Bitcoins selbst ist eine spannende Streitfrage unter Fachleuten: Die einen prognostizieren das Ende dieser Digitalwährung, die Analysten der Investmentbank JP Morgan sehen den Kurs des Bitcoins langfristig bei einem Gegenwert von bis zu 146.000 Dollar pro Coin – und unter gewissen Voraussetzungen könnte Bitcoin ihrer Ansicht nach durchaus als alternative Währung mit Gold konkurrieren.

In diesem Zusammenhang wird sich auch zeigen, inwieweit Digitalwährungen insgesamt und insbesondere der Bitcoin künftig staatlich bzw. international reguliert werden.

All diese Fragestellungen werden unter anderem Ausschlag dafür geben, inwieweit sich Bitcoins, aber auch andere Digitalwährungen behaupten können. Ether zum Beispiel, die digitale Währung der Plattform Ethereum, gilt unter Fachleuten bereits als legitimer Nachfolger der Bitcoins.

Die Entwicklung der Kryptowährungen bleibt also aus politischer und technischer Sicht ebenso spannend, wie aus Sicht der Verbraucher!