Autos als skurrile Geldanlage: die teuersten Oldtimer

Ferrari 250 GT, McLaren F1 oder Duesenberg SSJ – mit Schmuckstücken wie diesen lässt sich ein kleines Vermögen verdienen. Was einen Oldtimer zum teuren Sammlerstück macht? Lesen Sie die Antwort dazu in Teil 2 unserer Themenserie zu skurrilen Geldanlagen!

Unser Tipp

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Mit Autos Profit einfahren? Oldtimer als Investment

Neuwagen verlieren bekanntlich schneller an Wert, als ihren Besitzern lieb ist. Anders verhält es sich mit Oldtimern: Einige Klassiker steigen mit der Zeit im Wert. Der Deutsche Oldtimer Index (DOX) bildet die jährlichen Wertsteigerungen seit 1999 ab. Mittlerweile ist der Punktestand auf 2.645 angewachsen, was einem Plus von 164 Prozent in 20 Jahren entspricht – eine durchaus passable Rendite. Aber längst nicht jeder Oldie ist ein „Goldie“. Nur bestimmte Modelle legen tatsächlich an Wert zu.

Lukrative Kapitalanlage oder Groschengrab? Diese Oldtimer punkten

Oldtimer sind Liebhaberstücke. Die Leidenschaft für klassisches Design steht im Vordergrund – nur selten verfolgen Sammler ausschließlich monetäre Interessen beim Kauf. Wer aber auf das richtige Gefährt setzt und Glück hat, den erwartet eine beachtliche Rendite. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) und Classic Analytics haben die Modelle mit den höchsten Wertsteigerungen ermittelt: Auf die ersten drei Plätze schafften es Fahrzeuge von BMW.

  1. Der Wert der BMW 3er der Baureihe E21 stieg innerhalb von vier Jahren um 61 Prozent – der Durchschnittspreis dieser Fahrzeuge liegt mit 13.700 Euro jedoch eher im unteren Mittelfeld.
  2. Der BMW CS erzielte immerhin 57 Prozent Wertzuwachs und kostet mittlerweile rund 67.500 Euro.
  3. Die ehemalige Baureihe 114 ist auch als 02-Serie bekannt. BMWs dieser Generation stiegen im Wert um 48 Prozent auf 25.000 Euro.

Diese Gewinne gibt es allerdings nicht geschenkt: Oldtimer-Besitzer wissen, wie viel Geld und Arbeit in den Erhalt klassischer Fahrzeuge fließt. Die Kosten für aufwendige Restaurationen machen das Extra im Wert nicht immer wett.

Tipp

Beim Kauf von Oldtimern sollten Sie wissen: Der Wert des Fahrzeugs kann auch sinken. Beispielsweise kostet ein Mercedes-Benz W 113 (Spitzname „Pagode“) heute im Schnitt 10 Prozent weniger als noch vor vier Jahren.

Top 5 – das sind die teuersten Oldtimer aller Zeiten

Klassiker mit ordentlich PS unter der Haube – die weltweit höchsten Gebote erzielen regelmäßig Sportwagen:

  1. Ein 1963er Ferrari 250 GTO brachte dem deutschen Rennfahrer Christian Gläsel bei einem Privatverkauf an den US-Unternehmer David MacNeil einen Rekordpreis von 70 Millionen Dollar (ca. 60 Millionen Euro) ein. Das Rennauto gewann unter anderem 1964 die „Tour de France für Automobile“.
  2. Den Spitzenplatz unter den teuersten versteigerten Fahrzeugen hält ein 1962er Ferrari 250 GTO, der 2018 bei einer Auktion von Sotheby’s im US-amerikanischen Monterey einen Preis von 48,4 Millionen Dollar (ca. 42 Millionen Euro) erzielte.
  3. Auf dem dritten Platz landet wieder ein 1962er Ferrari 250 GTO. Das Fahrzeug wechselte 2014 gegen ein Höchstgebot von 38,1 Millionen Dollar (ca. 32 Millionen Euro) den Eigentümer.
  4. Ein 1957er Ferrari 335S Spider Scaglietti wurde 2016 unter dem Hammer für 35,7 Millionen Dollar (ca. 30 Millionen Euro) verkauft und ist damit der wertvollste aller Ferraris.
  5. Das Ranking der Top 5 schließt ein Mercedes-Benz W196 aus dem Jahr 1954 ab, der 2013 für 29,6 Millionen Dollar (ca. 25 Millionen Euro) versteigert wurde.

Nur teure, seltene Autos sind vielversprechend als Geldanlage

Wie bei vielen anderen ungewöhnlichen Wertanlagen – seien es Uhren, Wein, Diamanten oder Handtaschen – muss der Käufer ein gewisses Budget mitbringen. Oldtimer sind ein kostspieliger Freizeitspaß und nur wenige Modelle versprechen einen ordentlichen Wertgewinn. Profit stellt sich zudem meist erst nach vielen Jahren ein. Vom heute besonders wertvollen Ferrari 250 GTO gibt es insgesamt nur 36 Exemplare. Im Jahr 1962 frisch aus dem Werk kosteten die Wagen noch 18.000 US-Dollar (ca. 15.000 Euro). Wer damals einen Ferrari kaufen durfte, das entschied Enzo Ferrari persönlich. Für die Käufer war die Investition bereits zu seiner Zeit vielversprechend – allein schon deshalb, weil sie wussten, dass diese Fahrzeuge extrem selten sind.

Der Markt für klassische Autos in Deutschland boomt

Der Bestand an Oldtimern hat sich laut den Daten von Statista innerhalb von 10 Jahren nahezu verdreifacht: Von 2010 bis 2020 stieg die Zahl der Fahrzeuge von 188.360 auf 526.002 Stück. Als beliebtestes Modell bei Fans alter Karossen präsentiert sich der VW Käfer. Dahinter folgen der E-Klasse-Urahn von Mercedes und der Porsche 911. Oldtimer-Liebhaber hierzulande bleiben deutschen Marken treu: Ein Großteil der Klassiker mit H-Kennzeichen stammen aus den Werken von Porsche, Daimler, Volkswagen etc. Manche von ihnen könnten sich in der Zukunft als cleveres Investment erweisen.

Tipps für einen Gebrauchtwagen-Kauf als vielversprechende Vermögensanlage

Beim Kauf eines Old- oder Youngtimers ist auf diese Punkte zu achten:

  • Beobachten Sie den Markt eine Zeit lang, bevor Sie sich für ein Modell entscheiden. Gerade für Einsteiger ist es anfangs schwierig, abzuschätzen, ob ein Auto seinen Preis wert ist. Mit der Zeit bekommen Sie ein Gefühl dafür, welche Summen für bestimmte Fahrzeuge gezahlt werden.
  • Jedes Fahrzeug hat früher oder später eine Reparatur nötig. Bringen Sie daher in Erfahrung, was Ersatzteile für das Modell Ihrer Wahl kosten und ob diese einfach verfügbar sind. Finden Sie idealerweise schon vor dem Kauf eine Werkstatt, die sich mit Oldtimern auskennt.
  • Ein H-Kennzeichen gibt Ihnen einen wichtigen Hinweis darauf, inwiefern sich das Auto tatsächlich im Originalzustand befindet – denn nur original erhaltene Fahrzeuge erzielen die besten Preise.

Nehmen Sie sich die Zeit für einen sorgfältigen Fahrzeug-Check. Rost am Auto ist kein Qualitätsmerkmal, auch nicht bei Oldtimern. Die Preisvorstellungen des Verkäufers sollten realistisch sein, wenn Reparaturbedarf besteht. Haben Sie bisher wenig Erfahrung beim Autokaufen gesammelt, verlassen Sie sich besser auf den Rat eines Experten. Auch die Investition in eine fachkundige Beratung kann sich am Ende auszahlen.

 

Risiko­hin­weis

Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Die Anlage ist nicht garantiert, Schwankungen des Markts können zu Kursverlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken des jeweiligen Wertpapierprodukts informieren Sie die jeweiligen gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Diese sind auf www.postbank.de abrufbar, wenn Sie dort in der Suche die ISIN/WKN des Produkts eingeben, außerdem erhältlich in der Postbank Filiale bei Ihrem Wertpapierberater. Weitere Informationen enthalten zudem die „Basisinformationen für Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“.