Jahresausblick 2023 – was sind die Top-Themen?

Jedes Jahr bringt Änderungen in den Bereichen Geld und Finanzen, so auch 2023. Wir haben die wichtigsten Neuerungen zusammengefasst, die für Sie von Interesse sein könnten

Mehr Net­to vom Brut­to

Der Grundfreibetrag – also der Betrag, der vom Einkommen steuerfrei bleibt – steigt 2023 auf 10.908 Euro. Das sind somit 561 Euro mehr als 2022. Für Verheiratete erhöht sich damit der Grundfreibetrag ab 2023 auf 21.816 Euro. Der Spitzensteuersatz (42 Prozent) greift für Alleinverdienende ab 62.810 Euro statt bisher 58.597 Euro. Der Tarifeckwert zur sogenannten Reichensteuer (45 Prozent) bleibt unverändert bei 277.826 Euro.

Der Sparerpauschbetrag, also der Betrag, der bei Einkünften aus Kapitalvermögen steuerfrei bleibt, soll sich ab 2023 von derzeit 801 Euro auf 1.000 Euro pro Jahr erhöhen (bei zusammenveranlagten Ehepaaren von derzeit 1.602 Euro auf 2.000 Euro pro Jahr).

Die Homeoffice-Pauschale soll es weiterhin geben – und auch sie steigt: Steuerpflichtige sollen ab dem Steuerjahr 2023 für maximal 200 statt bislang 120 Kalendertage, an denen sie ausschließlich zu Hause arbeiten, einen Betrag von fünf Euro geltend machen können, insgesamt also 1.000 Euro statt bisher 600 Euro pro Jahr. Die Regelung soll auch dann gelten, wenn kein häusliches Arbeitszimmer im steuerrechtlichen Sinne zur Verfügung steht . Aber aufgepasst: Die Homeoffice-Pauschale wird in die Werbungskostenpauschale eingerechnet und nicht zusätzlich gewährt.

Schließlich sollen Steuerzahler schon ab 2023 statt 2025 ihre Beiträge zur Rentenversicherung vollständig von der Steuer absetzen können.

Mehr Kin­der­geld

Ab dem 1. Januar 2023 wird das Kindergeld auf einheitlich 250 Euro monatlich erhöht. Es steigt damit für das erste und zweite Kind um je 31 Euro und für das dritte Kind um 25 Euro. Für das vierte und jedes weitere Kind bleibt der Betrag bei wie bislang je 250 Euro. Der Kinderfreibetrag steigt 2023 je Elternteil um 202 Euro auf 3.012 Euro.

Mehr Rente

Dem aktuellen Rentenversicherungsbericht zufolge könnte die Altersrente ab Juli 2023 in den alten Bundesländern um 3,5 Prozent und in den neuen Bundesländern um 4,2 Prozent steigen. Die konkrete Rentenanhebung wird allerdings erst festgelegt, wenn abschließende Daten zur Lohnentwicklung vorliegen. Der Beitragssatz bleibt stabil bei 18,6 Prozent.

Mehr Geld für Arbeits­lose und Men­schen mit nie­drigen Ein­kom­men

Die staatlichen Unterstützungsleistungen Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) und Sozialgeld (für Angehörige von ALG-II-Empfängern, die selbst nicht erwerbsfähig oder unter 15 Jahre alt sind) werden zum 1. Januar 2023 durch das „Bürgergeld“ ersetzt. Für Alleinstehende beispielsweise gibt es dann gegenüber dem bisherigen Regelbedarf monatlich 53 Euro mehr als bisher, also insgesamt 502 Euro. Damit insbesondere in Zeiten steigender Preise das Existenzminimum für alle gesichert ist, werden die Bedarfe künftig nicht erst rückwirkend, sondern vorausschauend an die Teuerungsraten angepasst. Alle Details zum Bürgergeld finden Sie in den Fragen und Antworten auf der Homepage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Die sogenannte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung behält ihren Namen, steigt aber beispielsweise für Alleinstehende ebenfalls auf 502 Euro monatlich. 

Zudem können ab Januar 2023 rund 800.000 mehr Haushalte als bisher Wohngeld beantragen. Der staatliche Mietkostenzuschuss steigt um durchschnittlich 190 Euro pro Monat auf durchschnittlich rund 370 Euro. Zusätzlich ist eine dauerhafte Heizkostenkomponente vorgesehen.

Mehr Geld für un­tere Gehalts­stufen

Die Midijob-Obergrenze steigt zum 1. Januar 2023 um 400 Euro – auf dann 2.000 Euro monatlich. Seit dem 1. Oktober 2022 erstreckt sich die Entgeltspanne für die Einstufung als Midijob bereits von 520,01 Euro bis 1.600 Euro.
Als Midijob bezeichnet man ein Beschäftigungsverhältnis mit einem Arbeitsentgelt im „Übergangsbereich“ zwischen der Minijob-Grenze von 520 Euro und ab 2023 höchstens 2.000 Euro monatlich, bei dem u.a. keine kurzfristige Beschäftigung vorliegt (bis zu drei Monate). Midijobber sind im Gegensatz zu Minijobbern sozialversicherungspflichtig, jedoch mit einem geringeren Beitragssatz als reguläre Angestellte. Durch die Anhebung der Verdienstobergrenze kommen mehr Erwerbstätige in den Genuss dieser Regelung.

Mehr Ent­las­tung bei den En­ergie­kosten

Der Umsatzsteuersatz für Gaslieferungen über das Erdgasnetz wurde bereits im Oktober 2022 von 19 auf 7 Prozent verringert. Der niedrigere Steuersatz gilt bis März 2024. Das Gleiche gilt für die Lieferung von Wärme über ein Wärmenetz (Nah- oder Fernwärme).

Im Dezember 2022 übernimmt der Staat einmalig für alle Haushalte den monatlichen Abschlag für Erdgas. Die Zahlung wird als geldwerter Vorteil versteuert werden, damit kleinere Einkommen mehr davon profitieren als höhere. Rentnerinnen und Rentner erhalten ebenfalls im Dezember eine steuerpflichtige Energiekostenpauschale von 300 Euro. Erwerbstätige haben diese bereits im September bekommen.

Vom 1. März 2023 bis zum 30. April 2024 soll im Rahmen der sogenannten Gaspreisbremse ein Grundkontingent in Höhe von 80 Prozent des Vorjahresgasverbrauchs für Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen maximal 12 Cent pro Kilowattstunde (kWh) kosten. Im März sollen rückwirkend auch die Entlastungsbeträge für Januar und Februar 2023 angerechnet werden. Für Fernwärme gilt ein gedeckelter Preis von 9,5 ct/kWh. Weitere Steuern und Abgaben sollen darauf nicht anfallen. Für Gasverbräuche oberhalb des Kontingents ist der dann gültige Arbeitspreis des jeweiligen Gasversorgers zu zahlen.

Zudem soll zum 1. März 2023 der Strompreis bei 40 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt werden. Auch hier sollen der Pauschalpreis für 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs gelten und die Entlastungsbeträge für Januar und Februar 2023 angerechnet werden.

Alle Details zur Gas- und zur Strompreisbremse finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.

Mehr Ge­rech­tig­keit bei der CO₂-Abgabe

Mieterinnen und Mieter müssen ab 2023 die CO₂-Abgabe für das Heizen mit Öl oder Erdgas nicht mehr allein tragen. Stattdessen werden die Kosten zwischen Vermieter und Mieter nach einem Stufenmodell aufgeteilt. Dabei gilt: Je schlechter die energetische Qualität eines Gebäudes ist, desto höher fällt der Anteil für den Vermieter aus. Bei besonders emissionsreichen Gebäuden muss der Vermieter bis zu 95 Prozent der CO₂-Abgabe tragen.

Wen­iger Aus­ga­ben für Bus und Bahn

2023 soll bundesweit ein sogenanntes Deutschlandticket für den öffentlichen Regionalverkehr zum Preis von monatlich 49 Euro eingeführt werden. Es bietet die gleichen Rahmenbedingungen wie das in diesem Sommer für drei Monate geltende 9-Euro-Ticket.

Wen­iger Ab­ga­ben auf Res­tau­rant­essen

Auf Restaurations- und Verpflegungsdienstleistungen, mit Ausnahme von Getränken, wird auch nach dem 31.12.2022 nur der ermäßigte Umsatzsteuersatz in Höhe von 7 Prozent fällig (sonst 19 Prozent). Der niedrigere Umsatzsteuersatz ist seit Juli 2020 gültig, um besonders schwer von der Covid-19-Pandemie betroffenen gastronomischen Betrieben über die Krise hinwegzuhelfen. Er war ursprünglich bis Ende 2022 befristet.

Weniger Zet­tel bei Krank­meldung

Ab 2023 müssen Arztpraxen und Krankenhäuser im Falle der Krankschreibung die Arbeitsunfähigkeitsdaten elektronisch an die Krankenkasse übermitteln. Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen brauchen hier also nicht mehr selbst aktiv zu werden. Sie erhalten lediglich einen Ausdruck für ihre Unterlagen. Das entbindet sie allerdings nicht davon, ihren Arbeitgeber frühestmöglich über ihre Arbeitsunfähigkeit (AU) und deren voraussichtliche Dauer zu informieren. Der Arbeitgeber kann dann bestimmte AU-Daten elektronisch auf einem Server der gesetzlichen Krankenkassen abrufen.

Mehr Förde­rung für Solar­strom­anlagen

Betreiber von Photovoltaikanlagen (PV) mit einer Leistung von bis zu 30 Kilowatt sollen ab 2023 in den Genuss umfangreicher Steuererleichterungen kommen. Die Erträge aus entsprechenden PV-Anlagen sollen dann steuerfrei sein – unabhängig davon, ob der Strom ins Netz eingespeist oder selbst verbraucht wird. Das gilt auch für bereits in Betrieb genommene Anlagen . Zudem soll beim Kauf einer PV-Anlage die Umsatzsteuer entfallen. Schon seit dem 30. Juli 2022 gelten neue Vergütungssätze für die Einspeisung von Solarstrom ins öffentliche Netz – allerdings nur für seitdem neu in Betrieb genommene Anlagen.

Mehr Um­welt­schutz beim Es­sen to go

Ab 2023 sind Caterer, Lieferdienste und Restaurants dazu verpflichtet, Mehrwegbehälter als Alternative zu Einwegbehältern für Essen und Getränke zum Mitnehmen und Bestellen anzubieten. Eine Ausnahme gibt es für kleine Betriebe mit maximal fünf Beschäftigten und maximal 80 Quadratmeter Verkaufsfläche. Sie dürfen ihrer Kundschaft Speisen und Getränke auch in mitgebrachte Behälter abfüllen. Auf diese Möglichkeit müssen sie ihre Kundschaft aber deutlich hinweisen.

Wen­iger För­de­rung für E-Autos 

Den staatlichen Umweltbonus für E-Autos gibt es ab dem 1. Januar 2023 nur noch für rein elektrisch und brennstoffzellenbetriebene Fahrzeuge. Er sinkt für Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis von bis zu 40.000 Euro auf 4.500 Euro und für Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis von mehr als 40.000 bis 65.000 Euro auf 3.000 Euro; die Innovationsprämie entfällt. Ab dem 1. September 2023 soll zudem die Förderung auf Privatpersonen begrenzt werden.

Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 28. November 2022