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Sehr geehrte Damen und Herren,
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nachdem am vergangenen Wochenende die Gespräche zwischen dem Iran und den USA im pakistanischen Islamabad ohne Ergebnisse zu Ende gingen und die USA ankündigten, ihrerseits die Seestraße zu blockieren, stiegen die Ölpreise der Sorte Brent auf über 100 US-Dollar pro Fass. Die iranische Mitteilung einer Öffnung des wichtigen Seeweges am Freitag sorgte zunächst für Entspannung und einen Ölpreis von rund Mitte 80 Dollar pro Fass. Allerdings verkündeten die USA, dass sie an der Blockade der iranischen Häfen festhalten wollen, um Einnahmemöglichkeiten des Iran zu unterbinden. Der Ölpreis stieg über 90 Dollar pro Fass. Der Iran seinerseits zog am Wochenende seine Freigabe der Handelsroute zurück. Außer viel Volatilität in allen Anlageklassen hat sich die Situation zum vergangenen Wochenende nicht geändert – die Straße von Hormus bleibt geschlossen. Allerdings betonen die Amerikaner, verbunden mit Drohungen, dass man weiterhin in einem Dialog sei. Die Unterhändler wollen diese Woche erneut in Islamabad zusammenkommen. Beim Broker Lang & Schwarz stieg Brent Öl am Sonntagnachmittag leicht auf rund 95 Dollar pro Fass. Der Saudische Tadawul Aktienindex fiel am Sonntag um gut ein halbes Prozent, während die saudisch-staatliche Ölgesellschaft gut ein Prozent abgab. Der ägyptische EGX-Aktienindex stieg fast zwei Prozent und der israelische TA-35 um gut ein halbes Prozent. Der Markt scheint unter hohen Schwankungen weiterhin von einem optimistischen Szenario auszugehen. Ob es so kommt, werden die nächsten Tage zeigen.
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Die April Ausgabe des Beige Books der US-Notenbank Fed, das dem geldpolitischen Ausschuss als wichtige qualitative Entscheidungsgrundlage dient, zeichnet ein weiterhin stabiles Bild des US Arbeitsmarktes mit niedriger Arbeitslosigkeit und moderatem Beschäftigungsaufbau. Gleichzeitig bleibt der Preisdruck erhöht. Der Lagebericht hebt den kräftigen Anstieg der Energie und Kraftstoffkosten hervor, der in allen zwölf regionalen Notenbankbezirken zu beobachten ist. Zwar wird der US-Wirtschaft weiterhin ein moderates Wachstum bescheinigt, doch dämpft die Unsicherheit die Bereitschaft der Unternehmen hinsichtlich Investitionen und Neueinstellungen. Zugleich erschwert sie die vollständige Weitergabe gestiegener Inputkosten – zu Lasten der Gewinnmargen. Die konjunkturellen Risiken haben demnach leicht zugenommen; eine Rezession halte ich kurzfristig aber für wenig wahrscheinlich. Vor diesem Hintergrund dürfte sich die Mehrheit der Mitglieder des Offenmarktausschusses der Fed auf der nächsten Sitzung Ende April für eine abwartende Haltung und ein Belassen des Leitzinses in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent aussprechen. Entscheidend für den weiteren Verlauf werden die Dauer des Energieschocks und dessen Auswirkungen auf die Realwirtschaft sein.
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US-Software-Aktien sind zuletzt unter Druck geraten, da Sorgen zugenommen haben, dass rasche Fortschritte bei Modellen künstlicher Intelligenz die Marktposition traditioneller Software-Anbieter schwächen könnten. In der Folge haben die Aktien des Index S&P 500 Software and Services seit Anfang des Jahres um mehr als 15 Prozent nachgegeben, womit der Index wieder auf Niveaus aus dem Oktober 2023 gefallen ist. Neuere Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass große Sprachmodelle auf begleitende Rahmenstrukturen (Software Frameworks) angewiesen sind, um effektiv zu funktionieren, was auf eine weiterhin bestehende Nachfrage nach Software-Lösungen hindeutet. Zudem machen langfristige Vertragslaufzeiten und komplexe Integrationsprozesse einen Anbieterwechsel in der Regel zu einem schrittweisen Prozess. Vor diesem Hintergrund könnte der jüngste Ausverkauf für erfahrene Anleger selektive Einstiegsmöglichkeiten bieten. Analysten erwarten für den Sektor S&P 500 Software and Services im Jahr 2026 ein auf zwölf Monate vorausblickendes Wachstum der Gewinne je Aktie von rund 17,1 Prozent.
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Das britische Bruttoinlandsprodukt stieg im Februar mit 0,5 Prozent zum Vormonat stärker als erwartet. Der breit angelegte Zuwachs erfasste Dienstleistungen, Industrie und Bau. Zudem wurde der Januar-Wert leicht auf 0,1 Prozent nach oben revidiert. Die Rendite zehnjähriger britischer Staatsanleihen zog an und machte einen Großteil des Rückgangs vom Vortag wett. Am Mittwoch hatte der Gouverneur der Bank von England (BoE) betont, dass die Auswirkungen des Irankriegs noch nicht verlässlich abzuschätzen seien und derzeit kein akuter Handlungsdruck bestehe. Zwar sprechen die Februar-Daten für ein stärkeres erstes Quartal als bislang angenommen, der daraus resultierende Spielraum für die BoE scheint jedoch begrenzt. Zum einen signalisieren Stimmungsindikatoren für März infolge deutlich gestiegener Energiepreise ein schwächeres konjunkturelles Umfeld. Der Internationale Währungsfonds hat in dieser Woche seine Wachstumsprognose für 2026 bereits deutlich auf 0,8 Prozent gesenkt. Zum anderen richtet sich der Fokus der BoE auch auf weniger volatile Größen wie Produktivitäts- und Potenzialwachstum, die aktuell im historischen Vergleich zurückbleiben. Vor diesem Hintergrund könnte sich die aktuell vom Markt bis Ende 2026 eingepreiste Leitzinserhöhung von kumuliert 0,35 Prozentpunkten als überzogen erweisen.
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Geothermie, also aus dem Erdinneren gewonnene Wärmeenergie, gewinnt auch in Europa an Bedeutung, da sie mehrere strukturelle Schwächen der Energiewende adressiert. Sie liefert kontinuierlich Strom und Wärme, ist emissionsfrei, heimisch und weniger anfällig als importabhängige oder oberirdische Infrastruktur. Technologische Fortschritte bei Bohrungen, übernommen aus der Öl und Gasindustrie, haben die Kosten gesenkt und das wirtschaftlich nutzbare Potenzial erweitert. Gleichzeitig steigt das Investoreninteresse, gestützt durch energiepolitische Sicherheitsargumente und staatliche Unterstützung. Damit entwickelt sich Geothermie von einem Nischenthema zu einer strategischen Option mit strukturellem Rückenwind. Allerdings bleibt sie kapitalintensiv und stark projektgetrieben. Börsennotierte Zulieferer und Entwickler sowie Clean Energy Fonds ermöglichen bislang nur eine begrenzte, indirekte Partizipation. Der wesentliche Wertaufbau erfolgt weiterhin vor allem über private Infrastrukturinvestitionen. Anleger sollten jedoch auch zentrale Risiken berücksichtigen, wie beispielsweise hohe Vorlaufkosten, geologische Explorationsrisiken sowie lange Genehmigungsverfahren.
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Großbritannien | Konsumentenpreisindex für März. Der Marktkonsens geht davon aus, dass sich die jährliche Inflationsrate im Vereinigten Königreich von 3,0 Prozent im Februar auf 3,3 Prozent im März beschleunigt hat. Die Veröffentlichung wird die erste sein, die die Auswirkungen der höheren Energiepreise auf die Inflation im Vereinigten Königreich widerspiegelt. Demgegenüber dürfte die Kerninflation, die Energiepreise ausklammert, mit 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben sein. Seit Beginn des Irankriegs Ende Februar haben die Terminmärkte ihre Erwartungen an eine geldpolitische Lockerung in diesem Jahr revidiert und rechnen nun mit einer Zinserhöhung der Bank of England im Juli.
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Euroraum und USA | S&P Global Einkaufsmanagerindizes, Vorabschätzung für April. Im Euroraum dürfte der S&P Global Composite Index die anhaltende Abschwächung der Konjunkturdynamik widerspiegeln, die durch lieferkettenbedingte Störungen infolge des Nahostkonflikts verursacht wird. Entsprechend erwarten Analysten einen Rückgang des Index von 50,7 auf 50,0 Punkte im April, was Stagnation signalisieren würde. In den USA hingegen wird mit einer Verbesserung gerechnet: Der Einkaufsmanagerindex soll von 50,3 auf 50,5 Punkte steigen.
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Japan | Konsumentenpreisindex für März. Die Inflationsrate der Verbraucherpreise dürfte im März leicht von 1,3 auf 1,4 Prozent gestiegen sein. Der im internationalen Vergleich weiterhin niedrige Preisdruck ist vor allem auf staatliche Energiepreis Subventionen sowie Steuersenkungen bei frischen Nahrungsmitteln zurückzuführen. Für die um diese Effekte bereinigte Kern Kern Inflation wird mit 2,4 Prozent für März nach wie vor ein Wert oberhalb des Zielniveaus der Bank of Japan erwartet. Vor diesem Hintergrund rechnen die Märkte mit einer behutsamen Fortsetzung der geldpolitischen Normalisierung und einer Anhebung des Leitzinses im Sommer von derzeit 0,75 auf 1,0 Prozent.
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Bekanntlich verwenden die Vereinten Nationen sechs Amtssprachen; weniger bekannt ist, dass jede davon ihren eigenen Feiertag hat. Heute ist Chinesisch an der Reihe: Der UN Chinese Language Day wird jährlich am 20. April begangen, und das nicht ohne Grund. Das Datum geht auf den legendären Erfinder der chinesischen Schrift zurück, einen Mann namens Cangjie, der vor fast 5.000 Jahren dem Gelben Kaiser gedient haben soll. Cangjie hatte der Legende zufolge vier Augen und arbeitete als kaiserlicher Chronist. Als er die Schrift erfand, soll es Getreidekörner vom Himmel geregnet haben, was zugleich der Ursprung des UN-Feiertages ist: Im chinesischen Kalender bezeichnet „Getreideregen“ den Jahresabschnitt, der um den 20. April beginnt.
Ich wünsche Ihnen einen schöpferischen Tag.
Herzlichst
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Ihr Ulrich Stephan
Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden
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