Im Sommer 2022 erwischte es erstmals einen DAX-Konzern: Bei einem Cyberangriff auf einen deutschen Automobilzulieferer wurden Medienberichten zufolge rund 40 Terabyte Daten gestohlen – das entspricht circa 260 Millionen Dokumentenseiten. Die Cyberkriminellen konnten einem Bericht des Handelsblatts zufolge neben digitalen Unterlagen des Autozulieferers selbst sowie Kundendaten auch personenbezogene Informationen von aktiven und ehemaligen Mitarbeitenden kopieren. Für den Fall, dass kein Lösegeld gezahlt werde, drohten die Datendiebe mit der Veröffentlichung der gestohlenen digitalen Inhalte im sogenannten Darknet. Ausgang nach wie vor ungewiss. Zuletzt hatte der Automobilzulieferer angekündigt, nicht auf die Lösegeldforderungen eingehen zu wollen.
Die sogenannte Ransomware-Attacke auf den DAX-Konzern – von englisch „ransom“, zu Deutsch: Lösegeld – ist kein Einzelfall. Ob Ransomware, Brut-Force oder DDoS: Die Zahl der Cyberattacken nimmt dramatisch zu.
Davon betroffen sind nicht nur große Konzerne, sondern vor allem mittelständische Unternehmen: Einer forsa-Befragung im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge war bis heute bereits fast jedes fünfte kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland Opfer eines erfolgreichen Cyberangriffs. Fazit des GDV: Der Mittelstand muss mehr für den Schutz seiner IT-Systeme tun. Denn nur 22 Prozent der befragten Unternehmen erfüllen derzeit zumindest die Basisanforderungen an die IT-Sicherheit – obwohl diese vergleichsweise einfach umzusetzen seien. Die überwiegende Mehrheit (78 Prozent) hat demnach mehr oder minder große Sicherheitslücken. „Die meisten Unternehmen halten sich für deutlich besser gegen Cyberattacken geschützt, als sie es tatsächlich sind“, warnt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Die Verantwortlichkeit dafür packt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in eine einfache Formel: Cybersicherheit ist Chefsache! Acht Tipps, wie Sie dabei vorgehen können.