Corona aktuell

Steuern: Weitere Erleichterungen für Unternehmen

Was das „Vierte Corona-Steuerhilfegesetz“ bringt.

Am 30. Juni 2020 trat das erste „Corona-Steuerhilfegesetz“ in Kraft, um von der COVID-19-Pandemie betroffene Unternehmen steuerlich zu unterstützen. Mehr als eineinhalb Jahre danach ist Corona noch immer für viele Teile der Wirtschaft das beherrschende Thema. Mitte Februar 2022 wurde deshalb das mittlerweile vierte „Corona-Steuerhilfegesetz“ vom Kabinett verabschiedet. Unter anderem sollen mit einer Anpassung bei der Verlustverrechnung und der Verlängerung der degressiven Abschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens zusätzliche Investitionsanreize für Unternehmen gesetzt werden.

Verschiedene Wirtschaftsverbände haben die geplanten Maßnahmen als nicht ausreichend kritisiert und Verbesserungen angeregt. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben etwa forderte, die Möglichkeit zur degressiven Abschreibung unbefristet einzuführen. Zudem sollten Verluste mindestens drei Jahre zurückgetragen werden können – also mindestens zurück ins für viele Unternehmen wirtschaftlich erfolgreiche Jahr 2019, betonte Wansleben. Die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat zum neuen Gesetz stand bei Redaktionsschluss noch aus. Dank der bestehenden Mehrheitsverhältnisse dürfte es aber eine gute Chance auf Umsetzung haben.

Den vollständigen aktuellen Entwurf des „Vierten Gesetzes zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise“ finden Sie auf der Website des Bundesfinanzministeriums.

Einige steuerliche Maßnahmen hat das Bundesfinanzministerium bereits mit Schreiben vom 31. Januar 2022 verlängert. So können sich wirtschaftlich von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen eigentlich bis 31. März 2022 fällige Steuern auf Antrag noch bis 30. Juni 2022 stunden lassen. Anschlussstundungen mit Ratenzahlungsvereinbarung sind bis zum 30. September möglich. Einen Vollstreckungsaufschub bis zum 30. Juni 2022 erhalten Unternehmen, deren Steuer eigentlich bis zum 31. März 2022 fällig ist, die aber nachweislich wirtschaftlich negativ von der Pandemie betroffen sind. Zudem können entsprechend betroffene Unternehmen auf Antrag die Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer 2021 und 2022 anpassen lassen.

Stand: 02. März 2022. Alle Angaben ohne Gewähr. Der Artikel ersetzt nicht die steuerliche Beratung.

Bildnachweis: iStockphoto / Chalirmpoj Pimpisarn

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