Energiekosten aktiv senken: das können Unternehmen und Selbstständige tun

Nicht abwarten. Energiekosten aktiv reduzieren. Wie Unternehmen und Selbstständige steigende Energiepreise gezielt mindern.

En­er­gie­prei­se wer­den stark von äu­ße­ren Fak­to­ren be­stimmt. Ak­tu­ell zeigt das wie­der ein­mal die Krise am Golf. Aber Un­ter­neh­men sind nicht macht­los: Wer früh­zei­tig Maß­nah­men er­greift, kann Preis­an­stie­ge deut­lich ab­fe­dern und sich sogar Wett­be­werbs­vor­tei­le si­chern. Be­reits klei­ne Maß­nah­men kön­nen spür­ba­re Ef­fek­te er­zie­len – ent­schei­dend ist, den ers­ten Schritt zu ma­chen und ein kla­res Vor­ge­hen zu de­fi­nie­ren.

Energie als Kostenfaktor

Warum Abwarten keine Option mehr ist

Für viele Un­ter­neh­men und Selbst­stän­di­ge zäh­len En­er­gie­kos­ten zu den ent­schei­den­den wirt­schaft­li­chen Fak­to­ren. Ob Hand­werks­be­trieb, mit­tel­stän­di­sches Un­ter­neh­men oder Arzt­pra­xis: Die durch Ukra­i­ne­krieg, En­er­gie­wen­de und jüngst den Iran‑Kon­flikt ge­stie­ge­nen En­er­gie­prei­se be­tref­fen sämt­li­che Bran­chen. Gleich­zei­tig zäh­len die Strom­prei­se in Deutsch­land zu den höchs­ten in Eu­ro­pa.

Umso wich­ti­ger ist es für jedes Un­ter­neh­men, die­sem Kos­ten­fak­tor mit einem pas­sen­den und vor­aus­schau­en­den Vor­ge­hen zu be­geg­nen.

Wer seine En­er­gie­kos­ten sys­te­ma­tisch ana­ly­siert und ge­zielt Maß­nah­men um­setzt, schafft kurz­fris­tig Ent­las­tung und stärkt lang­fris­tig die Wett­be­werbs­fä­hig­keit sowie die Pla­nungs­si­cher­heit.

  1. Transparenz schaffen

    Eine wirk­sa­me Steu­e­rung von En­er­gie­kos­ten setzt vor­aus, dass der Ver­brauch trans­pa­rent ist. Un­ter­neh­men soll­ten ihre En­er­gie­ver­bräu­che sys­te­ma­tisch er­fas­sen, aus­wer­ten und kon­ti­nu­ier­lich be­ob­ach­ten. Erste Ana­ly­sen sind oft be­reits mit ein­fa­chen Mit­teln mög­lich – etwa an­hand von Rech­nun­gen, Ver­brauchs­da­ten und zeit­li­chen Ver­läu­fen oder Last­pro­fi­len.

    Zen­tra­le Fra­gen sind dabei:

    • Wo ent­ste­hen die höchs­ten En­er­gie­kos­ten?
    • Wel­che Pro­zes­se sind be­son­ders en­er­gie­in­ten­siv?
    • Wann tre­ten Last­spit­zen auf – und wo­durch wer­den sie ver­ur­sacht?

    Dar­auf auf­bau­end gilt es, die wich­tigs­ten Ver­brau­cher im Be­trieb zu iden­ti­fi­zie­ren und zu pri­o­ri­sie­ren. Auch der Ein­satz bzw. die Ein­füh­rung von En­er­gie­ma­nage­ment­sys­te­men (z. B. nach ISO 50001) kann hel­fen, Ver­brauchs­da­ten struk­tu­riert zu er­fas­sen und dau­er­haft zu op­ti­mie­ren.

  1. Tarife und Verträge regelmäßig optimieren

    Viele Un­ter­neh­men schöp­fen vor­han­de­ne Ein­spar­po­ten­zi­a­le bei Strom‑ und Gas­ver­trä­gen nicht voll­stän­dig aus. Ein re­gel­mä­ßi­ger Markt­ver­gleich sowie die kri­ti­sche Prü­fung der Ver­trags­kon­di­ti­o­nen kön­nen je­doch kurz­fris­tig deut­li­che Kos­ten­vor­tei­le er­mög­li­chen.

    Zu den schnell wirk­sa­men Maß­nah­men zäh­len ins­be­son­de­re:

    • der re­gel­mä­ßi­ge Ver­gleich und die Neu­ver­hand­lung von Strom‑ und Gas­ta­ri­fen
    • die Bün­de­lung von Ver­trä­gen, etwa bei meh­re­ren Stand­or­ten
    • die Aus­wahl ge­eig­ne­ter Ver­trags­mo­del­le wie Fix­preis‑, Index‑ oder Misch­ver­trä­ge
    • ein stra­te­gisch guter Ein­kaufs­zeit­punkt auf Basis kon­ti­nu­ier­li­cher Markt­be­ob­ach­tung
  1. Lastspitzen und Verbrauch gezielt steuern

    Durch in­tel­li­gen­tes Last­ma­nage­ment las­sen sich teure Ver­brauchs­spit­zen ver­mei­den. Schon das zeit­li­che Ver­schie­ben en­er­gie­in­ten­si­ver Pro­zes­se kann Kos­ten deut­lich sen­ken, ohne dass der Be­trieb ein­ge­schränkt wird.

    An­satz­punk­te sind:

    • Ver­mei­dung von Last­spit­zen, z. B. durch zeit­ver­setz­tes Star­ten von Ma­schi­nen
    • Ver­la­ge­rung des Ver­brauchs bei dy­na­mi­schen Ta­ri­fen in güns­ti­ge­re Zeit­fens­ter
    • ge­plan­te statt un­ge­plan­ter Ab­läu­fe en­er­gie­in­ten­si­ver Pro­zes­se
    • Mit­ar­bei­ten­de ein­bin­den, sen­si­bi­li­sie­ren und ein­fa­che Re­geln ein­füh­ren (z. B. Ge­rä­te kom­plett ausschalten)
  1. In energieeffiziente Technik investieren

    In­ves­ti­ti­o­nen in en­er­gie­ef­fi­zi­en­te Tech­nik zäh­len zu den wirk­sams­ten Maß­nah­men zur Re­duk­ti­on von En­er­gie­kos­ten. Dazu ge­hö­ren unter an­de­rem LED‑Be­leuch­tung, ef­fi­zi­en­te Heiz‑ und Kühl­sys­te­me, mo­der­ne Ma­schi­nen sowie in­tel­li­gen­te Ge­bäu­de­au­to­ma­ti­on.

    Be­son­ders in Be­trie­ben mit durch­ge­hen­dem Be­trieb, wie in Pro­duk­ti­on oder me­di­zi­ni­schen Ein­rich­tun­gen, kön­nen tech­ni­sche Mo­der­ni­sie­run­gen spür­ba­re Ef­fek­te er­zie­len, ohne den Ab­lauf ein­zu­schrän­ken. Je nach Aus­gangs­zu­stand, Bran­che und Maß­nah­men­mix lie­gen die jähr­li­chen Ein­spar­po­ten­zi­a­le im Be­reich von ca. 3 bis 4% des En­er­gie­ver­brauchs.

    Ge­ra­de in Ein­rich­tun­gen mit hohem Grund­en­er­gie­be­darf – etwa durch Me­di­zin­tech­nik, Be­leuch­tung und Kli­ma­ti­sie­rung – er­ge­ben sich da­durch er­heb­li­che wirt­schaft­li­che Hebel. En­er­gie­ef­fi­zi­enz ist ein zen­tra­ler Be­stand­teil eines ak­ti­ven Kos­ten­ma­nage­ments.

  1. Eigene Energieerzeugung und Unabhängigkeit erhöhen

    Pho­to­vol­ta­ik, Wär­me­pum­pen und an­de­re de­zen­tra­le En­er­gie­lö­sun­gen hel­fen Un­ter­neh­men, un­ab­hän­gi­ger von schwan­ken­den En­er­gie­prei­sen zu wer­den. In Ver­bin­dung mit einer kla­ren Aus­rich­tung ent­steht so mehr Pla­nungs­si­cher­heit und Kos­ten­trans­pa­renz.

    Wich­ti­ge An­sät­ze sind dabei die Nut­zung von:

    • Pho­to­vol­ta­ik auf Dach oder Park­platz
    • Ei­gen­ver­brauchs­op­ti­mie­rung (nicht nur Ein­spei­sung)
    • Bat­te­rie­spei­cher zur Last­ver­schie­bung
    • ggf. Wär­me­pum­pen oder Block­heiz­kraft­wer­ke

    Ins­ge­samt gilt: Ei­ge­ne En­er­gie­er­zeu­gung re­du­ziert die Ab­hän­gig­keit vom En­er­gie­markt und trägt lang­fris­tig zur Sta­bi­li­sie­rung der Be­triebs­kos­ten bei.

Für Geschäftskunden

Sie möch­ten sich auf die wach­sen­den Nach­hal­tig­keits­an­for­de­run­gen ein­stel­len und zum Bei­spiel in die en­er­ge­ti­sche Mo­der­ni­sie­rung Ihrer An­la­gen und Ge­bäu­de in­ves­tie­ren? Wir un­ter­stüt­zen Sie mit dem Busi­ness In­ves­ti­ti­ons­dar­le­hen bei der Fi­nan­zie­rung.

Förderung und Finanzierung – gut planen

Viele Ef­fi­zi­enz‑ und Mo­der­ni­sie­rungs­maß­nah­men wer­den durch öf­fent­li­che Pro­gram­me un­ter­stützt. Wer früh­zei­tig plant und För­der­mög­lich­kei­ten ein­be­zieht, kann In­ves­ti­ti­o­nen ge­ziel­ter steu­ern und fi­nan­zi­el­le Vor­tei­le nut­zen. En­er­gie soll­te dabei als In­ves­ti­ti­ons‑ und Bud­get­pos­ten fes­ter Be­stand­teil der Un­ter­neh­mens­stra­te­gie sein.

Ent­schei­dend ist, Maß­nah­men wirt­schaft­lich zu be­wer­ten, etwa über ihre Amor­ti­sa­ti­ons­zeit, und För­der­mit­tel von Be­ginn an in die Pla­nung ein­zu­be­zie­hen.

Wich­ti­ge An­satz­punk­te sind:

  • En­er­gie als fes­ten Bud­get­pos­ten in der Un­ter­neh­mens­pla­nung be­rück­sich­ti­gen
  • In­ves­ti­ti­o­nen an­hand von Kos­ten, Nut­zen und Amor­ti­sa­ti­ons­zeit be­wer­ten
  • För­der­pro­gram­me ge­zielt nut­zen, z. B. KfW‑För­der­pro­gram­me oder BAFA‑För­de­rung

Für Firmenkunden

Sie möch­ten die Nach­hal­tig­keit Ihres Un­ter­neh­mens vor­an­trei­ben und bei­spiels­wei­se in en­er­gie­spa­ren­de Tech­no­lo­gien zur Re­du­zie­rung der CO2-​Emissionen in­ves­tie­ren? Wir un­ter­stüt­zen Sie bei der Fi­nan­zie­rung.

Stand: April 2026; alle Angaben ohne Gewähr.
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